Course overview
Lektion 1 - Selbstempathie - Selbstmitgefühl
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Vorab: Das Konzept der Meta-Sätze in dieser Ausbildung

Meta-Sätze sind positive Affirmationen. Sie aktivieren deine Großhirnrinde. Achtung: Bei intensiver Benutzung Transformationsgefahr auch im limbischen System (Emotionsgehirn);)

Meta-Sätze sind Affirmationen der Willenskraft, welche die alten inneren Stimmen durch BEWUSSTSEIN torpedieren können. Sie zu verwenden, bedeutet, sich bewusst dafür zu entscheiden, bestimmte Gedankengänge zuzulassen, die zu anderen Ergebnissen führen. Wir können uns nur durch BEWUSSTSEIN radikal verändern. Wir können also emotional debuggen. Ein Bug ist ein Fehler im System. Diesen Systemfehler zu erkennen und eine Dekonditionierung zu starten (Debugging) ist Ziel dieser Ausbildung.


Durch deinen Selbsttransformationsprozess veränderst du mit der Zeit deinen mentalen Fokus auf das gewollt Gute, Schöne, Wahre und Große in dir - auf deinen natürlichen Ur-Zustand und weniger auf das oft Einschränkende und weniger Lebensdienliche. 

Du denkst, fühlst und erschaffst deine Zukunft neu - durch neue Gefühlsgedanken, die zu neuen Überzeugungen führen; zu neuen verbindenden und vor allen Dingen selbstverbindenden Worten und am Ende zu zufriedenstellenden Taten. 

Gerade die Sprachmagie wird dich begeistern. Denn Worte haben einen emotionalen Fingerabdruck im Gehirn. Sobald du es schaffst, neue Gedanken zu konstruieren, wird dieser Fingerabdruck überschrieben und die Diskrepanzgefühle können sich nach und nach in friedlichere auflösen. Denn sobald du neue Dinge erfahren wirst, wird sich auch dein Gefühl dazu mit der Zeit transformieren können, wenn du es wirklich willst. Du hast die Macht, dich aus deiner Großhirnrinde (von oben) und aus deinem Fürsorgesystem (von der mittleren und unteren Etagen des Gehirns) heraus zu verändern. 

Wie das geht, erfährst du in diesem von uns liebevoll angelegten Mammutkurs. 

Wahre Transformation geht nicht von JETZT AUF NACHHER, sondern es benötigt mindestens, wie bei einer Schwangerschaft, 9 Monate Zeit ... Synapsen lernen, jedoch langsam, weil die Rezeptoren im Gehirn nicht durch 3 mal Aufsagen eines Gedankens schon wachsen können. Bei Emotionen und Gefühle werden wir dir zeigen, wie lange es wissenschaftlich braucht, um emotional zu debuggen (Lisa Feldman Barrett - Die Theorie der konstruierten Emotionen).

Du findest in der Regel die positiven und glücksbringenden Affirmationen zwischen zwei Goldbalken. So fallen sie dir gleich auf. 

Meta-Sätze sind immer in Ich-Form und in der Gegenwart geschrieben. Sie haben das Piktogramm der drei Bausteine und sind in Petrol formatiert.

Es ist auch erwünscht, dass du dir selbst zu den unterschiedlichen Themen deine eigenen Meta-Sätze konzipierst. Später kannst du dich sogar nach den Sätzen selbst coachen, wenn du sie noch nicht glaubst (von unten das Gehirn umbauen: Fürsorgesystem). Doch nicht alles auf einmal. Rom ist nicht an einem Tag gebaut worden. 

Lass dir DESHALB einen Wohlstand an Zeit für all das, was du hier fühlen und erleben wirst. 

Das Team des RESCUE  -Trainers wünscht dir nun viel Freude und vor allen Dingen Motivation aus dem Herzen, die Dinge umzusetzen. Wisse auch, wir sind im Hintergrund immer bei dir.

So sehen Meta-Sätze aus:

Ich lege meinen Fokus auf Meta-Sätze.

Ich achte darauf, wie Meta-Sätze in mir wirken.
Ich glaube an die Macht der Meta-Sätze.
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„Mache alles so einfach wie möglich – aber nicht zu einfach!“ Albert Einstein
Im folgenden Video erkläre ich den möglichen Ablauf von Lektion 1.
 
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Es folgt ein Imagefilm, der beim Train-the-Trainer 2018 auf dem schönen Markplatz in Freudenstadt entstanden ist.
 
Selbstempathie und Selbstmitgefühl

Ziele
  1. Sich Ziele für die Ausbildung setzen
  2. Selbstmitgefühlskonzepte und die neuen Erkenntnisse der Hirnforschung dazu kennenlernen
  3. Den Unterschied zwischen Selbstempathie und Selbstmitgefühl kennenlernen und das exzellente Selbstgefühl trainieren
  4. Die Selbstmitgefühlspause und andere Methoden implementieren
  5. Erfahren, was Sempathie bedeutet
1 Dein Ziel der Ausbildung zum RESCUE©-Trainer 
   1.1 Zielefragen formulieren - Einstimmung mit einem Gedicht von Mihai Eminescu und ein Videogedicht
      1.2 Brainee zu Zieleglaubenssätze und ein    "
Ich-habe-Zeit-Video"
   1.3 HOLD-The-Line-Methode über 100 Lektionen 

2 Was ist Selbstempathie und was ist der Unterschied zu Selbstmitgefühl?
   2.1 Ohne Selbstempathie keine Empathie
   2.2 Archäologische Fragen
   2.3 Die Süße von Selbstmitgefühl verstehen und fühlen lernen
   2.4 Historie zu Selbstempathie / Selbstmitgefühl  
   2.5 Die Forschungen zu Empathie und Mitgefühl


  Video: Tania Singer

   2.6 Der Prozess von Selbstempathie zum Selbstmitgefühl
   2.7 Unterschied Selbstempathie und Selbstmitgefühl


Video: zum Unterschied zu Selbstempathie und Selbstmitgefühl

3 Drei Kernkomponenten nach Kristin Neff
   3.1. Wer ist Kristin Neff?
   3.2. Selbstempathie und Selbstmitgefühl bedeutet Herzöffnung und Willensöffnung

   3.3 Positive Effekte von achtsames Selbstmitgefühl


Videos: 1 x Vorstellung: Kristin Neff und 1 x ein Praxisvideo zum Thema: Lieblingsmensch

4 Sempathiepraxis
   4.1 Training 1: Gedankenstretching in Bezug auf Selbstempathie und Selbstmitgefühl
   4.2 Training 2: Bist du schon dein Lieblingsmensch?
   4.3 Training 3: Sich Selbstfreundschaft, Selbstgüte und Selbstgnade von der Zukunft her gewollt erlauben
   
4.4 Training 4: 100 Prozent

   4.5 Metta-Meditation
   4.6 Erstes Training der Resilienzquellen mit Video

5 Zusammenhang zum Selbstwert
   5.1 Was ist Selbstwert?
   5.2 Selbstmitgefühl versus Selbstwert

   5.3 Über Selbstempathie zum Selbstmitgefühl zum gesunden Selbstwert


    Erklärixvideo: Zusammenfassung Selbstempathie und Selbstmitgefühl in bewegten Bildern

 5.4
 Selbstmitgefühlspause
 5.5 Zusammenfassung des praktischen Selbstempathieprozesses bis zum gesunden Selbstwert

 5.6 Zusammenfassung: Konkreter Selbstempathieprozess
 5.7 Das ist Selbstempathie (Fühlbeispiel)

   Die Präsentation zu „Selbstmitgefühl“ kannst du schon in der ersten Lektion herunterladen. Inhalte aus der Präsentation sind zum Teil auch Inhalte von weiteren Lektionen in Modul 1.

   PDFs: Selbstmitgefühl; Konfliktlöser Selbstempathie und Ikigai: Die Kunst zu sein

   Audiodatei - Zusammenfassung Konfliktlöser Selbstempathie

   Bonus: Erklärix zu Ikigai mit dem Zusammenhang zu Selbstmitgefühl und Flow 

Literaturverzeichnis


Pflichtlektion 1
Danke an Thomas Jenner für die Mindmap.
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Kennst du den schon den selbstempathsichen Bildungsansatz - mein drittes Buch?
Auch wenn du nicht pädagogische Fachkraft bist, ist das Buch etwas für dich, wenn du die Übungen auch haptisch erfahren willst.
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Diese folgenden Zeilen hat eine angehende Trainerin aufgeschrieben:
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1 Dein Ziel der Ausbildung zum RESCUE-Trainer 

1.1 Zielefragen formulieren

"Jeder kann Selbstmitgefühl lernen" Kristin Neff

Du wirst in dieser Ausbildung mit 100 Lektionen, die in verschiedene Richtungen gehen, sehr viel lernen, wenn du es willst. Es gibt für alles eine Theorie, doch am Ende ist es wichtig, dass du deine Theorie hast, die du für deine selbstmitfühlende Praxis anwenden kannst. 

Mehreren Studien zufolge schwächen negative Gedanken die Gesundheit und verkürzen das Leben um jeweils fünf Minuten (Langzeitstudie über 20 Jahre von Dr. Becca Levy vom Verband der amerikanischen Psychologen). Menschen mit einer positiven Einstellung lebten im Schnitt siebeneinhalb Jahre länger. Ob das mit den fünf Minuten stimmt oder nicht, mich hat es auf jeden Fall tief beeindruckt und nachhaltig mein Leben verändert. 

Es ist deine Entscheidung, ob du es auch verändern willst. Es lohnt sich, über die Implementierung einer selbstmitfühlenden und Inklusiven Kommunikation sein eigenes Leben zu verlängern. Auch Einsamkeit tötet schneller als Zigaretten. 

Die Inhalte der Ausbildung bringen dich in Kontakt mit dir selbst und noch mehr mit anderen Menschen, auch mit denen die du vielleicht schon abgeschrieben und innerlich "beerdigt" hast. Du wirst es selbst erfahren, wenn du es wagst, dich in der Tiefe zu reflektieren, so dass du mit Leichtigkeit eigene blinde Flecke erkennen kannst.

Von 60.000 Gedanken sind nur 
1800 Gedanken (3 Prozent) positiv. Es scheint so, dass schlecht gelaunt zu sein, Normalität ist. Die "Malaise" ist überall. Malaise kommt vom franz. "malade" und heißt krank.

Francis-Marie Martinez Picabia (1879 – 1953), franz. Schriftsteller, Maler und Grafiker sagte: "Notre tête est ronde pour permettre à la pensée de changer de direction." Grob übersetzt, heißt es: "Der Kopf ist rund, damit wir erlauben, den Gedanken die Richtung zu ändern." In der Inklusiven Kommunikation und in den ganzen Inhalten dieser Ausbildung geht es oft genau um diese innere Erlaubnis und Genehmigung. Ich sage manchmal auch, es geht um das ABSOLUTE Geburtsrecht, es anders zu denken, zu fühlen und haben zu dürfen. 
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Viele Menschen glauben, keine Daseinsberechtigung zu haben. Sollte es bei dir annähernd so sein, dann verinnerliche diese drei weiteren Meta-Sätze oder schreibe sie auf. Meta-Sätze wirken im Hintergrund und sind der Mutterboden deiner Veränderung.

Ich habe DASEINSBERECHTIGUNG und zwar für immer!
 Ich habe ein universelles Recht, zu SEIN.
 Ich habe die Verantwortung, mich an dieses Recht zu erinnern.
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Darauf werde ich später noch eingehen ...

Ich wünsche euch allen viel Vergnügen, genießt den Weg und den Sprung hinaus aus der Komfortzone und aus dem Grübelkarussel mitten hinein ins emotional freie Leben. 

"Es sind Mitgefühl und Liebe, die die Wandlung zu einem wahren Selbst möglich machen.", sagt Arno Gruen, Empathieforscher.

Dafür brauchst du mehr als nur ein paar Theorien! Du brauchst die Willenskraft deiner inneren Stärke, um Selbstmitgefühl in deinem Fürsorgesystem zu kultivieren und auszubauen. Wie genau Willenskraft, Werte und Bedürfnisse zu unterscheiden sind, wird in Lektion 7 behandelt.

Wie Veränderung Schritt für Schritt geht, erfährst du nach und nach, Lektion für Lektion. 


Diese Ausbildung hat einen lebenslangen Zugang und du kannst jederzeit nachlesen oder nachhören, wenn es dich nochmals brennend interessiert, z. B. die Frage: "Wie war das genau mit dem Gehirn?" Viele Themen sind sehr detailliert mit dem Bezug zum Gehirn aufbereitet: Modul 6. 

Du entscheidest jedoch, je nach Ziel und Interesse, ob du es noch detaillierter willst (Modul 6, Lektion 4) oder nur in groben Häppchen (Modul 6, Lektion 3).

✨  Du kannst also viel lernen und erfahren. Doch es geht nur, wenn du dir dabei auch Ziele setzt und mit deinem RESCUE -Trainer-Circle die Inhalte teilst. 


Ohne Ziel kein Weg und ohne Weg kein Ziel.

Für diese Ausbildung sind in der Woche 10 Stunden Lernzeit inklusive der praktischen Übungen angesetzt. Du kannst jederzeit auch mehr investieren, entweder in Theorie oder in die Praxis. Beides sollte im Ausgleich sein, denn beides bedingt sich.

Die Ausbildung bietet dir jedoch Stoff für 30 Stunden die Woche, wenn du alle Brainies (kurze Hör-Videos), themenbezogene Powerpoint-Präsentationen zum Nachlesen, die 10 Begleithefte und meine Bücher hinzunimmst, sowie die Arbeitshilfen, die ebenso als PDF hochgeladen sind. 


Mein E-book: "Endlich emotional frei" ist ebenso kostenlos dabei - in Modul 4, Lektion 6.


Erste kleine Reflexion: Was ist mein Motiv?

Diese Übung ist aus "Achtsames Mitgefühl - ein kraftvoller Weg, das Leben zu verwandeln" nach Paul Gilbert & Choden, S. 248. 

  1. Was ist mein Motiv, an einem solchen Training teilzunehmen?
  2. Welche Veränderungen in meinem Leben oder meiner Lebensweise erhoffe ich mir davon?
  3. Auf welche Weise soll dies den Menschen zugute kommen, die mir nahe stehen sowie anderen Menschen auf dieser Erde?
  4. Kann ich das als persönliche Hoffnung formulieren, die meine von Herzen kommende Absicht vermittelt?
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 Was bedeutet es für dich, Mensch zu sein?

 Was bedeutet es für dich, ein Teil dieser verletzlichen (vulnerablen) Welt zu sein?

Bevor du dir gleich Ziele setzt, denke kurz über diese zwei Fragen nach. Schreibe deine Gedanken und Gefühle auf ...

Lies, noch bevor du richtig in die Materie einsteigst, vorab dieses Gedicht und achte auf deine Gedanken, während du es liest. Du kannst dir das Gedicht auch als Audio anhören ...

 Wenn die Sterne im See aufschlagen ...

Dieses Gedicht ist inspiriert durch das Gedicht von Mihai Eminescu "Und wenn ..." 

Alles beginnt mit der Sehnsucht nach dir. 
Wie ein fressendes Monster wird sie immer größer und größer
artet aus, in der Sehnsucht nach (Selbst)Bestimmung. 
Tausend unbeantwortete Fragen und Reflexionen.

Wie soll ich es nur meistern, wenn ich noch nicht weiß, 
was und wer und wo ich bin?


Der Schrei dieses Monsters ist groß, bis du entdeckst, 
es ist kein Monster, das da in dir ruft und schreit, 
sondern nur ein tiefes und klares Gefühl, das nach dir weint.

In deinem Herzen ist immer Raum für so viel mehr.

Du bist mehr!

In dir ist unendlich viel Platz für dich 
und tausend Menschen um dich herum.

Sorge gut für dich - mit Milde und liebende Güte! 
Sorge für deinen Platz, 
denn jeder hat einen Platz im Leben.
Auch du. 

Und ganz besonders in deinem Herzen 
steht dir dieser Raum großzügig zur Verfügung,
wenn du entscheidest, ihn zu fühlen und zu betreten.

Es gibt viel Raum in dir für Schönes und Großartiges.
Es gibt viel Raum für mehr Empathie durch deine Selbstempathie.

Es gibt viel Raum für mehr Mitgefühl durch dein Selbstmitgefühl.
Es gibt viel Raum für Freude und Frieden,

für die Liebe nach der Liebe.

Durch deine Erlaubnis deines Geburtsrechtes 
nach Wohlbefinden, Weite und Sein
hast du im Hier und Jetzt Zeit
alles zu sein, was du jetzt schon bist.

Die Sehnsucht ist des Menschen Größe, Schönheit, Not und Leid: 
Es ist die Sehnsucht nach deinem Ort, 

nach deinem tiefsten Raum des Seins, 
nach (Selbst)Freundschaft und (Selbst)Liebe,
 nach sanftem Frieden mit allen Menschen und Wesen.

Je weniger Menschen mit sich und anderen in Frieden sind, 
umso größer ist die Lücke ihrer unbewussten Sehnsucht nach Frieden.
Die Sehnsucht bleibt manifestiert in Sucht nach Liebe, 
ohne zu wissen, wie suchen, wie finden, wie fühlen.

Dort wo jedoch über das natürliche Bewusstsein 
die Menschen beginnen,
ihre Lücken zu schließen 
und sich der vieler Sehnsüchte immer bewusster und bewusster werden,
wenn sie fühlen, was sie sich und anderen durch Unbewusstheit antun, 
dort brechen weitere Sehnsüchte auf 

bis der unterirdische See im dunklen hellen Licht von selbst erstrahlt.
Die ganze Geschichte dieser Welt spiegelt sich darin.

Dort sind alle Monster weg. 
Lass die Sehnsucht - das Seins-Gefühl für dich - 
beginnen, dich selbst zu suchen

lass dich fallen in deinen Körper hinein,
seine Emotionen werden durch dein bewusstes Sein 
aufgefangen werden
und mit deinem Verstand neu vereint.

Sie dürfen sein.
Sie dürfen fließen, so wie sie sind.
Alle Emotionen sind gut.
Das klare Bewusstsein bewertet sie nicht.
Er hält sie schwerelos 
mit liebevoller Würde 
und Natürlichkeit in seiner Hand.

Deine Sehnsucht nach dir 
wird wie von selbst
in deiner tiefsten Eigenschlucht 
deines klaren inneren Sees aufschlagen - 
wie die Sterne am Himmel.

Dort erkennst du DICH!
Dort ist nichts falsch!
Dort ist alles richtig! 
Dort ist alles ganz!
Dort bist du wertvoll.
Dort bist du dankbar.
Dort bist du verbunden.
Dort bist du angekommen.

... wenn die Sterne von draußen 

die Tiefe deines Sees von innen beleuchten, 
bist du ganz bei dir und dann

siehst du auch die Sterne in mir.

  Höre dir das Gedicht von Mihai Eminescu an. 
Wie interpretierst du dieses tiefgreifende profunde Gedicht?

Wenn du möchtest kannst du auch das Original von Mihai Eminescu anhören. 
Übersetzung: Theresia Friesinger 
 
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  Schreibe dir nun für dich passende und verwendbare Ausbildungsziele im Präsens auf. 

1. Was und wie willst du lernen?
2. Was ist dein Ziel während dieser Ausbildung?
3. Was willst du, das passiert?
4. Was willst du, das nicht passiert?
5. Schreibe dir Zieleglaubenssätze auf wie z. B.: "Ich habe Zeit und Lernfreude."

1.2 Video zu Zieleglaubenssätze


Zu den Zieleglaubenssätzen gibt es ein Video, damit du sie besser verinnerlichen kannst. Weißt du eigentlich, dass nur sehr wenig Menschen Ziele haben. Noch weniger trainieren ihre Zieleglaubenssätze oder wissen, dass es sie gibt? Dies ist jedoch der Schlüssel für Effektivität, Erfolg und Potenzialentfaltung, nicht nur in Bezug auf Wachstum, sondern gerade in Bezug auf deine Persönlichkeitsentwicklung in der sozialen Gemeinschaft. 


Willst du erfolgreich deine Persönlichkeit entfalten? Dann bleibe an deinen Zielen jeden Tag fokussiert dran und freue dich, dass es sie gibt. Sei gewiss: Wer ernsthaft ein Ziel verfolgt, der wird es auch erreichen KÖNNEN!

🎁 Robert Dilts - Trainer und NLPer der zweiten Generation hat Zieleglaubenssätze empfohlen, die ich dir nun im Ziele-Brainie vorstelle. 


Hinweis: Ein Glaubenssatz ist das, was du glaubst mit dem tiefen Gefühl der Sicherheit. 

Wie du Glaubenssätze veränderst, erfährst du in Modul 2 beim Thema "Reframing" und in Modul 3 beim Thema "Changing". Mehr zum Thema "Ziele und Erfolg" findest du später in Modul 10, Lektion 9.
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Verinnerliche die folgenden Meta-Sätze:

 Ich bin erfolgreich. Erfolg ist das, was erfolgt, wenn wir unseren Zielen folgen!
 Ich freue mich auf alles, was kommt und mich herausfordert.
 Ich finde immer Lösungen.
 Ich frage nach, wenn ich etwas nicht weiß.
 Ich bin mutig, Fragen zu stellen
 Ich finde bis zum Ende der Lektion mein Ikigai! (Ikigai bedeutet "japanische Lebenskunst" und frei übersetzt: "Der Grund zu sein!" oder "Wofür es sich lohnt, zu leben." - siehe dazu die Präsentation am Ende der Lektion).
 Ich lebe meinen gefundenen Grund zu SEIN!
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     1.3 HOLD-The-Line-Methode über 100 Lektionen    

  HOLD   bedeutet:   HALTE INNE,  OFFENBARE, LENKE, bleibe auch bei Herausforderungen DRAN!

   
  Diese vier Dinge, sind vier Dinge, die du TUN SOLLST, weil du es willst.  


  Wenn wir das, was wir SOLLEN auch WOLLEN, dann WOLLEN wir, was wir SOLLEN:  
  1. Halte inne, wenn es für dich wichtig ist. Nichts rennt dir davon! Lese aufMERKsam diese lebensverändernden und glücksbringenden Informationen durch und husche nicht darüber. Du sollst nicht nur WISSEN, sondern nach dieser Ausbildung es KÖNNEN! Halte inne und denke immer mal wieder nach, wenn du den Impuls verspürst. Lies dann nicht weiter. Warte auf die Antwort. Oder bleibe neugierig auf die Antwort. Warten lohnt sich immer – nicht nur in der Medizin oder bei der Börse. 

  2. Offenbare, erfasse und reframe (modifiziere) schon während des Lesens einige glückseinschränkenden Glaubenssätze und schreibe mit jedem reframten Glaubenssatz deine neuen glücksbringenden Glaubenssätze auf (andere synaptische Verbindungen). Leg dir ein Glaubenssatzbüchlein zu und schreibe alles hinein, was du hier an Erkenntnissen hinzu gewinnst. Wiederhole einige Male am Tag deine neuen Glaubenssätze und spreche darüber. Tue konkret etwas dafür, damit die neuen Erfahrungen sich verinnerlichen können.

  3. Lenke und steuere dich immer mehr und mehr. Lokalisiere auch dein Gefühl bei vielen Themen. Du lernst bei zahlreichen Formaten ganz konkret, wie du dein Gefühl transformieren kannst, damit du dich freier, glücklicher und zufriedener fühlst. Erst wenn du es bei dir kannst, kannst du auch andere begleiten und führen (leading).

  4. Dranbleiben mit dir und mit anderen: Wiederhole das Trainierte. Das, was du GLAUBST, bestimmt dein Handeln und gestaltet deine neue Innen- und Umgebungswelt. Die Welt, wie du sie wahrnimmst, baut dein Gehirn um, so dass du verstärkt aus dem Fürsorgesystem (Oxytocin) und aus dem Antriebssystem (Dopamin) reagierst und weniger aus dem Alarmsystem (Cortisol). Trainiere mehr als die unterschiedlich angelegten Formate (sie sind aus verschiedenen systemischen und psychologischen und sogar ökonomischen Blickwinkeln zusammengestellt) mit differenzierten Themen. Besonders die Empathie- und Autonomieleiter in Lektion 8 ist für alle Themen geeignet: Selbstreflexion, Fremdreflexion, Teamreflexion, Konfliktmanagement, Mediation, Traumabearbeitung durch Sprache … 
    Du wirst mit jeder Lektion und mit jedem Format immer mehr Ideen generieren, wie du mit der Empathie- und Autonomieleiter arbeiten kannst. Du wirst spüren, wie du die Formate zusammensetzen kannst.

    "Hold the Line" bedeutet am Ende, drangeblieben zu sein, den roten Faden zu erkennen, der dein Leben und das Leben von anderen jeden Tag ein Stück schöner, besser, leichter und zufriedener gestaltet. 
Tausche dich auch mit deinem RESCUE©-Partner über die drei folgenden Fragen aus:
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Schreibe mir, wenn du Motivation brauchst - ich unterstütze dich gerne darin!
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Schreibe oder sage es mir, wenn es dir mal aus irgendwelchen Gründen nicht so gut geht. Wir finden immer Lösungen.
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Solltest du besonders am Anfang Fragen haben, dann zögere nicht zu fragen.
Wir sind für DICH und deine Fragen gerne da!

WIR fangen jetzt erst an, obwohl wir schon mitten drinnen sind. Stimmts? Bevor du weiterliest, schreibe dir erst auf, wie es dir geht.

  • Hast du schon stimmige Gefühlsworte dafür? Unstimmige Gefühlsworte sind negativ interpretierte Worte (Pseudogefühle) (Lektion 6). 
  • Hast du evtl. schon dir ein persönliches Glaubenssatzbuch angelegt und die paar Meta-Sätze eingetragen?
  • Warum ist ein Glaubenssatzbuch wichtig? 
  • Kennst du schon jemand, der eines hat? Sei versichert, du gehörst dann zu den 0,3 Prozent der Menschen, die ein Glaubenssatzbuch besitzen - und vielleicht sogar ein vergoldetes, denn das GUTE sollst du noch vergolden - sagt die Positive Psychologie ... doch auch dazu kommen wir noch.
  • Freue dich jetzt schon darauf, wie sich deine Glaubenssätze von Tag zu Tag verändern werden, wenn du vergoldet dranbleibst ...
  • Wie geht es dir mit diesen Meta-Sätzen?
Nun kommt noch einer hinzu, den du hier schon in Zusammenhang mit einem Bild gesehen hast:
Verletzlichkeit ist Stärke!

Auch wenn du noch einen Widerstand bei diesem Satz spürst: Schreibe ihn auf. Er ist sehr wichtig - bzw. sogar der Überbau von allen Meta-Sätzen! Warum Verletzlichkeit Stärke ist, dazu später mehr ...
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Verinnerliche folgende Meta-Sätze:

 Ich bin stark, weil ich meine Verletzlichkeit zeige.

Ich drücke meine Verletzlichkeit stimmig und authentisch aus.
Ich weiß, dass Verletzlichkeit eine starke Ressource für mein stimmig-authentisches Leben ist.
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Metasatz: Leben und leben lassen ...
Wo sind die Grenzen dieses Satzes?
Wie erkennt man, wann die Schmerzgrenze des anderen erreicht ist?
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2 Was ist Selbstempathie? 

2.1 Ohne Selbstempathie keine Empathie

Ich werde dir nicht gleich eine Definition liefern. Warum, wirst du bald nachvollziehen können, weil Selbstempathie eng mit Selbstmitgefühl verbunden ist und dennoch ist es nicht dasselbe. Versuche zu Beginn noch keinen differenzierten Unterschied festzustellen. Das ist für die ersten Fragen, die du dir stellen kannst (siehe unten), noch nicht relevant. 


Denke JETZT kurz über den Satz in der Überschrift "Ohne Selbstempathie keine Empathie" nach und auch über seine Gegenwirkung und lasse ihn wirken. 

Schreibe auf, was du darüber denkst. In den Fortbildungen lasse ich immer fünf Minuten Zeit dafür ... Stelle dir vor, du sprichst mit jemandem über diesen Satz: Was würdest du ihm sagen?

Dieser Satz war und ist immer noch die Essenz, nachdem ich zwei Bücher zum Thema: Fühlen, was wir brauchen (2009 - 2012) veröffentlicht hatte. Es handelt sich um die Implementierung einer Inklusiven Kommunikation.

Ich habe ihn später auch in seiner Wechselwirkung erkannt: "Ohne Empathie keine Selbstempathie" sowie der positive Effekt daraus: "Mehr Empathie durch Selbstempathie." Dies ist der Titel meines dritten Buches und der selbstempathische Ansatz für Bildungseinrichtungen inklusive Schulen und andere Organisationen. 

Ein Satz ist dann stimmig, wenn er sich auch wissenschaftlich nachweisen lässt. Aus dem Bauch heraus wurde schon viel gesagt und später wieder revidiert. Irren ist menschlich. Sollte der Satz irgendwann nicht mehr stimmig sein, dann wird er einfach geändert. Das ist der Prozess des Denkens, des Fühlens, der Entwicklung und der Ungewissheit, was als nächstes passieren wird und das ist gut so.


2.2 Archäologische Fragen

Erste Fragen, die es schon in sich haben, um die Weite des Themas zu ergründen:
  • Fühlst du, was du fühlst? 
  • Sind das echte Gefühle oder unechte Ersatzgefühle? 
  • Wie viele Wörter für stimmig-echte Gefühle kennst du? 
  • Wie genau drückst du deine Gefühle aus? 
  • Sind dir deine Gefühle bzw. die Interpretationen deiner Gefühle bewusst?
  •  Kennst du den Unterschied von Emotion zu Gefühl? 
  • Wie genau zeigen Gefühle zum Bedürfnis bzw. zu den Bedürfnissen?
  • Solltest du den Unterschied zwischen Selbstempathie und Selbstmitgefühl schon kennen, frage dich: "Wie schaffe ich es, Selbstempathie in Selbstmitgefühl in herausfordernden Momenten zu überführen, so dass ich am Ende wieder im Flow bin?", "Kann ich diesen Prozess schon genau beschreiben und anderen vermitteln?", "Welche Glaubenssätze benötige ich, in Bezug zu Selbstempathie und Selbstmitgefühl?", "Erlaube ich mir alle meine Gefühle oder will ich noch einige davon am liebsten Richtung Mond schießen?" ...
Auf alle diese Fragen wirst du am Ende von Modul 2 schon eine Antwort haben, denn diese Fragen sind zwar leicht zu beantworten, dennoch brauchen sie in der Praxis viel Training und das macht es doch etwas komplexer. 

Allein schon der Unterschied von Emotion und Gefühl bringt viele Menschen an Grenzen. Oder das eigene Bedürfnis situationselastisch auszudrücken, ohne zu verletzen, ist ebenso für viele eine große Herausforderung. Was ist denn ein Bedürfnis? Was sind Werte? Wo ist der Unterschied? Welches stimmige Gefühl zeigt mir mein Bedürfnis?

Ebenso wird der Unterschied zwischen Bedürfnis und Wert dargestellt. Wann trifft sich Bedürfnis und Wert? Was sind positive Gegenwerte? Denn, jeder Wert hat auch einen positiven Gegenwert: Vertrauen - Vorsicht. Was sind Unwerte? Der Unwert zu Vorsicht ist Kontrolle. Warum machen sich so wenig Menschen darüber Gedanken? Was könnte der Vorteil sein, dies alles zu wissen, zu können, um es am Ende weiterzuvermitteln?

Ebenso wird die feine Differenzierung von Empathie und Mitgefühl und der noch feineren zwischen Selbstempathie und Selbstmitgefühl kaum in der Trainerpraxis vollzogen. 

Du wirst hinterher zwar der Experte sein, der diese Themen vervollständigen und weitergeben wird, dennoch ist die Forschung hier erst am Anfang. Was neu ist, dass man zwischen sanften und dem starken Selbstmitgefühl unterscheidet (siehe Präsentation am Ende der Lektion: Konfliktlöser Selbstempathie). Dazu braucht es der selbstmitfühlenden Nachfrage: Was brauchst du? Was ist dir wichtig? Auf was legst du wert? Was ist deine positive Absicht? Welch kollektiven Werte vertrittst du? Warum wurdest du geboren? Darin wurden wir von Kindheit leider kaum trainiert.

Selbstmitgefühl heilt! Selbstempathie ist der Weg zum starken Selbstmitgefühl.

Doch der Weg, den wir hier gemeinsam gehen, mit alle den neuen Differenzierungen, scheint der Weg zu sein, der unserer menschlichen Bestimmung am nächsten ist - die altruistische Verbundenheit aller Menschen anzuerkennen und mit einer "reziproken altruistischen Haltung" gelingt es am besten (siehe "die Säulen der Hilfsbereitschaft" in Gehirn und Geist, Nr. 2, 2021, S. 12-17). Mehr zum Thema "Altruismus" in Modul 4, Lektion 3.

Altruismus (selbstverständliche Hilfeleistung, ohne etwas zurück zu erwarten) steckt in unserer Seele. Tania Singer, Neurowissenschaftlerin, von der du in dieser Ausbildung noch viel erfahren wirst, sagt klar und deutlich: "Wir sind altruistische und keine egoistische Wesen!" 

Doch leider werden wir konträr zu unserem Seelen-Gehirn sozialisiert, deshalb ist nach der weltweit größten Empathieforschung von 2006 bisher ihre Schlussfolgerung: "Was die Welt braucht, ist Empathie." Doch was sie noch dringender braucht, ist Selbstempathie, denn ohne diese ist keine Empathie möglich. Selbstempathie ist also die Grundvoraussetzung für alles.

Schreibe dir jetzt schon deine neugierigen Fragen auf, auch wenn du noch keine Antwort hast. Bespreche sie in deiner Trainer-RESCUE -Gruppe. 

Kristin Neff, Selfmitgefühlsforscherin (Selfcompassion), wird im nächsten Kapitel vorgestellt und sie versteht Selbstmitgefühl ebenso als ein Prozess, der die Schmerzmatrix mit einschließt (Selbstempathie), jedoch im Belohnungssystem endet.


Ein Lieblingssatz von ihr lautet: „Selbstmitgefühl verwandelt bitteren Schmerz in liebevolles Mitgefühl – das schmeckt wie dunkle, bittere Schokolade oder gesüßter Kakao.“ Bitterer Schmerz ist wie Kakao allein ohne Süße und das wäre ungenießbar. 

Im nächsten Kapitel stelle ich die drei wichtigsten Selbstmitgefühls-Komponenten von Neff vor, die es braucht, um Selbstmitgefühl entwickeln und kultivieren zu können. Natürlich müssen diese Komponenten dann noch von dir selbst ergänzt und spezifiziert werden. 


Wie du merkst, sind immer wieder Bilder zur Verstärkung der Themen eingeflochten und zum Teil auch mit bewussten textlichen Wiederholungen versehen. Das Gehirn lernt unterschiedlich und ganzheitlich. Die Wiederholungen sind bewusst gesetzt. Auch das ich manchmal vorgreife - soll deine Neugierde schüren - auf das, was kommt.

Freu dich, wie ein kleines Kind auf die Inhalte, dann wirst du sie schneller verinnerlichen. 



Zum Unterschied von Selbstempathie und Selbstmitgefühl kannst du dir später auch noch ein Video anhören oder selbst recherchieren ...

2.3 Die Süße von Selbstmitgefühl verstehen und fühlen lernen
 

Die große Ruth Cohn sagt: „Ich glaube, dass Selbsteinschätzung, Selbstgefühl, ein Gefühl für einen selbst und ein Gefühl für andere zu haben, gelernt werden muss wie jeder Beruf." 

Dieses Zitat stammt aus dem Buch "Es geht ums Anteilnehmen", S. 151. Mehr über das Leben und Wirken von Ruth Cohn und die TZI (Themenzentrierte Interaktion als wichtige Trainerkompetenz) in Modul 9, Lektion 1.

Um uns selbst verstehen zu lernen, braucht es sehr viel Anleitung. Deshalb sollte es wie eine Profession gehandhabt werden. Im Prozess der Selbstempathie braucht es die Erlaubnis, das Vergnügen, sich die Süße zu erlauben. Es braucht die Süße, um den Kakao in der Schokolade genießen zu können. Wer ohne den süßen Leidprozess lebt, der leidet viel zu viel und wird mit der Zeit unausstehlich. Die rechte Seite des Gehirns wird zu stark frequentiert und die ist zuständig für Negativität (nicht nur für Kreativität). Das können die Hirnforscher heute in der Magnetresonanztomografie gut sehen. Wer zunehmend positiv denkt und fühlt, der stärkt seine linke Gehirnhälfte.

Merke: Links positiv, rechts negativ.

Mit dem praktischen Prozess von Selbstempathie zu Selbstmitgefühl werden Situationen und Erfahrenes, die uns an den Rand der Verzweiflung gebracht haben, erträglicher. Das Leid ist nicht mehr so bitter. Empathie ist, zu fühlen, was der andere fühlt, um dann differenziert zu verstehen, was der andere meint. Ich kann der Meinung sein, dass sein Leid ein Leid ist und kann mich dennoch davon distanzieren.
 Wer selbst noch leidet (Selbstempathie), ist noch nicht im Selbst(mit)gefühl (exzellentes Selbstgefühl als Idealzustand) und kann dadurch nicht ins Mitgefühl gehen und bleibt im empathischen Schmerz.

1. Was ist für dich Selbstempathie und Selbstmitgefühl noch? 
2. Was ist dann logischerweise Empathie?
3. Was könnte der Unterschied zu Mitgefühl sein?
4. Warum ist es wichtig, als Trainer diesen feinen Unterschied zu kennen?
5. Mache dir 10 Minuten Gedanken und tausche dich mit einem Lernpartner aus. 


  Es ist noch nicht wichtig, alles zu wissen und erklären zu können, sondern dass du dir Gedanken darüber machst. Es ist noch nicht wichtig, 100 Prozent Selbstempathie und Selbstmitgefühl zu haben. Werde dir einfach nur bewusst, was du jetzt bist. Du bist jetzt schon genug. Du bist jetzt schon ganz. Du bist jetzt schon wertvoll. Sei liebevoll zu deinem Gefühl, nicht 100 Prozent zu wissen, wie es geht.

Die auf dem Bild beschriebenen Hirnareale werden in Modul 6 beschrieben. An dieser Stelle wird nur vermerkt, dass Wut sich in anderen Bereichen des Gehirns abspielt (Schmerzmatrix) als das belohnende und oxytocinausschüttende (Selbst)Mitgefühl, welches aus unserem Belohnungssystem heraus geborgen wird. 


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Verinnerliche folgende Meta-Sätze:

 Der Prozess ist wichtiger als das Ergebnis.
  Mein Bewusstsein, Selbstmilde zu haben, ist wichtiger, als sich Wissen anzueignen. Wissen ohne Milde ist verheerend, denn es wird nie genug sein ...
  Bewusstsein ist nicht (nur) Denken und Wissen, sondern eine ganzheitliche menschliche Intelligenz. Es ist viel machtvoller als Denken. Emotionen fließen in das soziale Feld hinein und sind mächtiger als wir denken, dass sie sind. Emotionen sind im Körper, während Gedanken  im Geist verankert sind.
  Ich vertraue dem tiefen und kollektiven Bewusstsein in mir.

  Ich trage die Würde in mir.
  Ich fülle meine Leere mit Würde.
  Ich bin immer würdevoll, was auch immer passierte und IN MIR passierte.
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2.4 Historie zu Selbstempathie / Selbstmitgefühl

Bevor der Prozess der Selbstempathie und des Selbstmitgefühls beschrieben werden, der mindestens zwei Jahre oder manchmal sogar ein Leben lang wirkungsvoll trainiert und kultiviert werden sollte, um ihn zu verinnerlichen, hier kurz ein paar ausgewählte Philosophen, Psychologen, Wissenschaftler, die sich u. a. zu den geschichtlichen Erkenntnissen in Bezug auf Selbstempathie und Selbstmitgefühl. 


Die feine Trennung der Begriffe Selbstempathie und Selbstmitgefühl ist in vielen Texten und Studien kaum bis gar nicht berücksichtigt.

  • Buddha (563 – 483 v. Ch.): „If your compassion does not include yourself, it is not complete.“
  • Epiktet (50 – 138 n. Ch.): „Seek not the good in external things; seek it in yourselves.”
  • Carl Rogers (1902 1987): 1956, Unconditonal Positive Regard applied to clients and oneself 
  • Albert Ellis (1913 – 2007): Unconditonal Self-Acceptance
  • John Bowlby and Mary Ainsworth: 50er Jahre, Bindungstheorie
  • Ruth Cohn: 70er Jahre TZI - Themenzentrierte Interaktion (Modul 9)
  • Judith Jordan: 1984, Self-Empathy
Schon in den 50er Jahren haben Bowlby und Ainsworth herausgefunden, dass die fürsorgliche Hingabe und liebevoll-feinfühlige Zuwendung der Mutter (sensible Bezugsperson) sich nicht nur auf die Entwicklung des Kindes auswirkt, sondern auf sein ganzes späteres Leben. Es war der Beginn der Erkenntnis, dass sichere, unsichere, ambivalente oder sogar desorganisierte Erfahrungen aus der Kindheit sich auf das spätere Leben positiv oder negativ auswirken können. 

So langsam kam auch das Verständnis in den wissenschaftlichen Arbeiten auf, dass auch Forscher endlich fühlen dürfen. Ruth Cohn hat sehr früh erkannt, dass das Gefühl in der Lehre unbedingt mitberücksichtigt werden muss und hat damit selbst den großen Friedemann Schulz von Thun beeindruckt, der sein ganzes Konzept dadurch neu ausrichtete.

Der Molekularbiologe 
Jon Kabat-Zinn begann Ende der 70er an der Harvard Medical School die Wirkung von Achtsamkeit für Patienten zu erforschen. Er entwickelte die Methode der "Achtsamkeitsbasierten Stressreduktion", (MBSR). So ebnete er den Weg für Studien zum Thema Mitgefühl. 

Richard Davidson forscht seit den 80ern zu Achtsamkeit und Mitgefühl. Er ist Professor für Psychologie und Psychiatrie und Leiter des Forschungslabors für affektive Neurowissenschaften an der University of Wisconsin in Madison. Als er vor rund 30 Jahren mit Kollegen darüber sprach, dass er zu Achtsamkeit forschen wolle, warnten sie ihn: 
„Damit setzt du deinen Ruf als seriöser Wissenschaftler aufs Spiel!“ 

Mittlerweile hat selbst das Max Planck Institut Leipzig das Thema 2006 aufgegriffen und Kristin Neff1  und Paul Gilbert haben ihre ganzen Studien auf das Thema aufgebaut. 

Die Emotionen bzw. das bewusste Gefühl ist nicht mehr aus der Wissenschaft wegzudenken, bzw. sie muss umdenken. Zu viele renommierte Wissenschaftler und wissenschaftliche Berater wie Peter Kruse, Joachim Bauer, Antonío Damasío, Gerhard Roth u. a. weisen immer wieder auf die Notwendigkeit hin, das Gefühl nicht außen vor zu lassen. Doch lange wussten sie nicht, wie es geht. Wie soll man das Gefühl wissenschaftlich erforschen? Das war ein großes Fragezeichen. Tania SingerKognitionsforscherin, hatte dann 2011 den Durchbruch mit ihren Forschungen und Kooperationen mit Ricard Matthieu. Eine Äußerung nach ihrem Forschungsprojekt war: "Man kann lernen, mehr zu fühlen."

Auch Gabor Maté, ein kanadischer Mediziner und weltweit bekanntester Traumaforscher, beschäftigt sich mit dem Thema Selbstmitgefühl. Er spricht von "Fierce Compassion". Es geht nicht darum, dem Menschen ein gutes Gefühl zu geben, sondern es geht darum, die Menschen die Wahrheit fühlen zu lassen, um dem Körper die Möglichkeit zu geben, Gefühle aufzulösen. Er setzt sich ein für eine trauma-informierte und trauma-sensible Gesellschaft und zeigt Lösungen auf, wie man Trauma "korrigieren" kann, ohne nur einfache Lösungen aufzuzeigen, denn sie sind vielschichtig, aber dennoch möglich. Denn wir sind nicht mehr Objekt der früheren Interpretation, sondern Subjekt einer bewusst gewählten neuen Interpretation, sobald wir wissen, wie wir uns im Traumaerlebnis als Baby oder Kind gefühlt haben. Es geht nicht darum, was uns passiert, sondern was IN UNS passiert, während es passiert. Mehr dazu in Modul 6, Lektion 1, am Ende von Kapitel 2.
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2.5 Die Forschungen zu Empathie und Mitgefühl

Warum schon hier ein kleiner Abriss zum Unterschied Empathie und Mitgefühl? Da die Themen so eng miteinander verknüpft sind, ist es unerlässlich gerade beim Thema Selbstempathie und Selbstmitgfühl diesen Zusammenhang schon etwas zu erläutern. Schau dir nach dem Lesen dieses Kapitels das Video von Tania Singer an, um eine Ahnung von der Unterscheidung zu erhalten. Genau darauf eingehen, wie Empathie sich zusammensetzt, tun wir in Lektion 2. Ebenso zu den genaueren Empathie- und Innenschau-Untersuchungen von Singer (aus dem bekannten ReSource-Projekt) gibt es im Hirnforschungsmodul 6, Lektion 9 eine extra Lektion. Zum aktuellen Stand ist dies noch nicht relevant, es sei denn, du bist neugierig;).

Abgeleitet von den Untersuchungen, dass Empathie viele Facetten hat und Empathie UND Mitgefühl an zwei verschiedenen Orten im Gehirn repräsentiert wird, gibt es die logische Schlussfolgerung, dass es auch im Prozess der Selbstempathie und des Selbstmitgefühls so ist. 


Selbstempathie wird in den empathischen Arealen oder in der Schmerzmatrix repräsentiert und Selbstmitgefühl in der (Selbst)Mitgefühlsmatrix (Belohnungsmatrix).

Schon Buddha hat es treffend artikuliert: "Wenn dein Mitgefühl dich selbst nicht mit einschließt, dann ist es noch nicht vollständig!" 

Man könnte auch sagen, dann ist es kein Mitgefühl. Beim Mitgefühl geht es um ALLE Menschen und das schließt uns selbst mit ein - auch im Gehirn ist das so. Wenn wir andere unterstützen, dann belohnt uns das Gehirn. Wenn wir uns selbst unterstützen auch! Es scheint so, als ob es dieselben Areale sind, die aktiviert werden, wenn wir Selbstmitgefühl haben und wenn wir Mitgefühl für andere empfinden. 

Mitgefühl heißt jedoch nicht Mitleid oder empathischer Schmerz. Wir werden dies in der Lektion 2 in Abgrenzung zu Empathie und der Theory of Mind (Soziale Neuronale Netzwerk) noch näher behandeln.
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Hinweis: Wenn du möchtest, gestalte für dich eine Metapher zu Selbstempathie und Selbstmitgefühl. Wie würdest du es bildlich beschreiben?
 
2.6 Der Prozess von Selbstempathie zum Selbstmitgefühl

"Wie kann ich es am besten verstehen?" Werde ich oft gefragt. Ich gebe immer eine einfache Antwort. Bei Selbstempathie, fühlst und spürst du, was du fühlst und spürst. Gerade die Emotionen (Körperantworten) sollen gespürt werden (Lektion 6). Das ist jedoch nicht so einfach, wie es hier beschrieben wird, weil die meisten Menschen nicht wirklich achtsam fühlen, was sie im Körper fühlen. Sie sagen höchstens: "Ich fühle mich komisch", doch das ist zwar schon der Vorschritt zu Selbstempathie, aber noch keine reine Selbstempathie (Insula / Schmerzsystem). 

Selbstempathie ist, durch Achtsamkeit auf deine Emotionen und Gefühle, dann auch die stimmigen Gefühlsworte zu spüren und zu finden, um sie authentisch benennen zu können (besonders nach dem Gefühlsvokabulartraining in Lektion 6). 

Dies ist nicht so einfach, wie es hier beschreiben wird. Denn die meisten Menschen haben unbewusste Programm am Laufen. Sie haben unstimmige Gefühlsworte gelernt (Ich fühle mich schlecht, komisch, belogen, veräppelt ...!). Wenn du sagst: "Ich bin traurig!", und du die Traurigkeit tief in dir auch fühlst, dann ist das Selbstempathie. Wenn du den Schmerz hinter deiner Wut oder der Scham spürst, dann ist das, das wahre Gefühl. Viele sind abgeschnitten und reagieren blind mit Wut. Sie haben keine Alternativen. Mit Selbstempathie und Selbstmitgefühl werden diese eher gefunden. Es werden neue Glaubenssätze (Beliefs) angelegt, welche die Alternativen stärken. 

Fierce Selfcompassion ist nicht Angst, sondern es ist das starke Gefühl oder die starke Intention die dahinterliegende Verletzung spüren zu wollen und zu können.

Fühle die Wahrheit in dir, du kennst sie sowieso. Gehe mit dir ins Gespräch und finde heraus, was einzelne Anteile denken und fühlen. Wie fühlt sich das Baby in dir? Wie fühlt sich das Kind in dir? Wie fühlt sich der Jugendliche in dir? So lernst du mit der Zeit selbstempathisch mit dir selbst umzugehen. Du lernst dich immer besser kennen. Du lässt dir Zeit, schließt die Augen und du fühlst dich in dich ein. Halte täglich mehrmals inne, sei gewahr und du fühle, was da ist. Vielleicht ist es eine tiefe Traurigkeit. Sie darf einfach DA sein. Die Achtsamkeit auf den inneren Schmerz heilt ihn am Ende auch. Sie wird endlich nicht weggedrückt oder verbannt. Das Gefühl der Traurigkeit schickt dich zum Beispiel zu einem Bedürfnis, das im Mangel ist. Evtl. sind "Schadensprogramme" durch Glaubenssätze unbewusst installiert, die du so auflösen kannst. Um später diese in Glücksprogramme zu transformieren, müssen dir deine Gefühle bewusst werden, ansonsten bleiben sie "gebunden" im Körper. Erst, wenn du weißt, was du brauchst und du dann in Aktion kommst, dann stärkst und kultivierst du dein starkes Selbstmitgefühl und löst sogar deine Mikrotraumen aber auch größere Traumen auf.

Deshalb verinnerliche folgende Meta-Sätze:

Die stimmigen Gefühle zeigen zum Bedürfnis!
 Mein Bedürfnis zeigt, was ich für mich und die Welt brauche. 
 Die Heimat der kollektiven Bedürfnisse befinden sich in der Mitgefühlsmatrix. Diese sind of unbewusst.
 Bedürfnisse sollten immer im Gleichgewicht sein. Ich brauche nicht nur Empathie, sondern auch Selbstempathie.
 Ich atme in mein Gefühl und in mein Bedürfnis hinein.

Sobald du weißt und spürst, was du brauchst und nicht im Gefühl der Traurigkeit stecken bleibst, kommst oder rutscht du langsam und konstant-sicher in das Selbstmitgefühl hinein. Die Areale mit den Glücksknöpfen in den Basalganglien werden aktiviert. Ich vergleiche das gerne mit einer Hängematte! Du liegst gelassen in deiner Innenschau in der Hängematte und reagierst erstmal gelassener. Das Gefühl der Traurigkeit (stimmiges Diskrepanzgefühl) wird erträglicher (süßer würde Neff sagen), weil andere neurologische Vernetzungsorte in deinem Gehirn (Belohnungssystem) aktiviert sind und das Alarmsystem sich beruhigt. Adrenalin und Cortisol werden abgebaut.

Selbstmitgefühl ist, zu spüren und zu wissen, was du in Wahrheit brauchst. Hier schaut man auch nach den positiven Gegenwerten, die noch nicht gut vernetzt sind. Also nicht nur Wachstum ist wichtig, sondern auch Kontemplation und das muss erst erlaubt werden. Sobald du es spürst, ist es wichtig, Erfahrungen damit zu machen, damit du z. B. ausgeglichener und zufriedener wirst. Selbstmitfühlende Wirksamkeit bedeutet, es im Sinne der Gemeinschaft zu tun - den anderen bei der Bedürfnisidentifizierung ebenso mitdenken. Ohne diesen Schritt würden ansonsten Menschen zu egoistisch reagieren. 

Wenn du das schaffst deine Bedürfnisse und die der anderen zu erkennen, dann reagierst du aus deinem vollständigen kollektiven Belohnungssystem (ganzheitliches Selbstmitgefühl) heraus und nicht mehr aus deinem zuvor aktivierten Schmerzsystem (Selbstempathie kommt aus dem Alarmsystem).
  • Selbstempathie in Selbstmitgefühl umzuwandeln, ist gesunde Selbstwertschätzung und kollektive Würde.
  • Sich selbst und dem anderen stimmig-authentisch zu begegnen, ist die höchste Form der Selbstwertschätzung und der Wertschätzung anderen gegenüber.
  • Gleichzeitig ist es die menschliche, affektive, intrinsische Leidenschaft, es tun zu wollen. Wir wollen in Wahrheit gut, solidarisch und altruistisch sein (siehe www.spektrum.de/artikel/1805792). Der Umwandlungsprozess führt zu einem friedlichen und wohlwollendem Miteinander (Friedensfreiheit).
  • Deshalb ist die Wahrnehmung der eigenen Gefühle, ob wohlwollend oder schmerzhaft (Selbstempathie) in erster Linie die Befreiung von integrierten Schammuster, Verurteilungsmuster, Verachtungsmuster, Anerkennungsmuster und Manipulationsmuster. 
  • Sich zu befreien, bedeutet, Selbstinteresse zu haben und sich selbst zu bewegen: SelbstbeWEGung und SelbstBEGEGNUNG, da nur wir selbst uns von unseren Konditionierungen befreien können. Nur wir selbst können uns vergeben oder etwas tun, dass wir dem anderen vergeben können. Manchmal reicht schon eine Umarmung und manchmal braucht es vielleicht sogar eine gemeinsame Therapie.
  • Durch eine empathische Begleitung und Training kann dieser Prozess noch schneller vollzogen werden. Wir heilen schneller durch andere. Wenn ich heile, heilst auch du.
  • Diese Selbstbegegnung auf eine Art und Weise wie es der DA-SEINS-BERECHTIGUNG und der WÜRDE des Menschen entspricht, löst eine unverfälschte Potenzialentfaltung aus (Antriebssystem – zuständig für die Ressourcen, die Menschen in ihrer Entwicklung stärken und nicht schwächen). 
Kurze plakative Formel:

Selbstempathie: Ich fühle, was ich fühle.
Selbstmitgefühl: Ich fühle, was ich brauche.

Der Übergang ist fließend und wir rutschen gerne hin- und her bis das Thema sich vollständig aufgelöst hat. Dann tritt etwas MAGISCHES ans Licht. Wir entwickeln oder haben ein exzellenten Selbst(mit)gefühl. Ich spreche auch gerne vom Flowgefühl. Flow ist ein Zustand des exzellenten und zufriedenen Wohlgefühls, so wie ich es mir für mich und andere aus tiefstem Herzen wünsche. Hier unterscheidet sich meine Definition etwas von Mihály Csíkszentmihályi, der den Kontemplations- bzw. Hingabemoment damit meint und untersucht hat.

Flowgefühl: Ich fühle mich selbstmitfühlend und traumabewusst eingebettet in mein vollkommenes Wohlgefühl, durchzogen von Selbstgüte, Selbstmilde, Selbstfreundschaft, Selbstgnade und viele transzendierenden Prozesse, die zur essentiellen Selbstliebe sowie die Liebe zu den Menschen und anderen Wesen führt. 

Dieses Flowgefühl kann mit einem exzellenten Selbstgefühl bezeichnet werden. Mit diesem Flowgefühl auf Konflikte im Außen wie auch im Inneren zu antworten und sozial-fair und sozial-kompetent ausgleichende zu reagieren, ist die hohe Kunst des Seins und des Habens. 

Zu Flow im Sinne von Mihály Csíkszentmihályi siehe Modul 8, Lektion 3, Kapitel 3.

2.7 Unterschied von Selbstempathie und Selbstmitgefühl

Die Verwandlung von Selbstempathie in Selbstmitgefühl ist Gold wert.
  1. Es ist wie beim Anblick deiner Lieblingsblüte. Dieser bewusste Blick wird die harten, schmerzhaften und schweren Gedanken, die oft zu engen Gefühlen und rüdes Verhalten führen, etwas auflösen. Was von Außen auf uns zugekommen ist, darf in UNS selbstmitfühlend wieder nach Außen abgegeben werden. 
  2. Wenn du einmal den Prozess dieser Verwandlung verstehst, wirst du ihn nie mehr missen können. Der Duft dieser ewigen Gefühlsblüte bleibt für immer im Gedächtnis verankert, so dass das exzellente Selbstgefühl zu deiner neuen Gewohnheit wird.
  3. Bleib bei deinem Gefühl. Halte es. Nehme es an. Halte es. Nehme es an. So oft bis es sich achtsam verwandelt.
  4. Wisse, dass Selbstmitgefühl die nächst höhere Reaktionsqualität ist. Selbstmitfühlend zu reagieren, ist im Umgang mit uns selbst und mit anderen mehr als nur erstrebenswert.
  5. Selbstempathie ist wie eine zarte Blume, die schnell verwelkt, wenn du sie nicht pflegst. Wir verurteilen, anstatt die Blume zu selbstmitfühlend zu umsorgen. Selbstmitgefühl reißt die Blüte nicht ab oder zertritt sie, sondern sorgt dafür, dass sie mit Licht, Liebe und Wasser (Präsenz) sehr lange erhalten bleibt, so dass sie immer größer ins Licht wachsen kann und auch im nächsten Jahr wieder erblüht.
Zu diesem feinen Unterschied, der sich in der Praxis bewährt hat, habe ich schon mehrere Videos veröffentlicht. Ich stelle zwei ein, denn es kann sein, dass durch die eine oder andere Aussage, das Thema von Mal zu Mal immer tiefgreifender verinnerlicht werden kann.

Viel Spaß beim Reinhören ...


 Schreibe dir dazu gleich Fragen und Erkenntnisse auf und erlebe deine erste selbstmitfühlende Wirksamkeit aufgrund der neuen Erkenntnis. Dazu habe ich in meinem Praxisbuch den Begriff "Wirkungsreframing" geprägt - siehe Modul 2. Zu spüren, dass wir aufgrund von Reframing (Umstellen und Neuorganisation von Gedanken) wirksam sind, ist pures und immanentes Glück.

Tausche dich mit deinem RTC-Partner darüber in einem ersten Zoomtreffen aus. 

Habt ihr schon einen Termin vereinbart? Wenn nicht, dann tue es jetzt. Mach du den ersten Schritt.
 

Wichtiger Hinweis: Das folgende Video hat noch die RESC-Überschrift als Akronym für Resilienz, Empathie und Self-Compassion. In diesem ursprünglichen Begriff war die U-Theorie noch nicht dabei: Bei RESCUE steht das U für U-Theorie (Modul 10) und das E für Entität: Ganzheit (Gestalttherapie u. a.), aber auch für Energiemanagement und Empowermentkonzepte. Ebenso wird in Zukunft auf die paritätische Schreibweise der einfachheitshalber verzichtet. 

RESCUE-Trainer ist Stand heute die richtige Bezeichnung.
 
3 Drei Kernkomponenten nach Kristin Neff

3.1. Wer ist Kristin Neff?

Nach langer Forschung hat sie für das Selbstmitgefühl folgende drei Kernkomponenten herausgearbeitet:

1. Freundlichkeit mit uns selbst (Selbstfreundschaft)
2. Ein ausgeglichenes, achtsames Bewusstsein (Achtsamkeit)
3. Ein Gefühl von Mitmenschlichkeit (Mitgefühl)

Zu 1: Freundlichkeit gegenüber sich selbst öffnet die Herzen dem Leid gegenüber, damit die Menschen sich das geben können, was sie von ihrer Natur her brauchen (siehe die „empathische Gesellschaft“).


Zu 2: Achtsamkeit öffnet die Gedanken, Gefühle / Emotionen, Bedürfnisse, Potenziale und Handlungen eines Menschen im gegenwärtigen Moment. Somit lassen sich Erfahrungen mit mehr Leichtigkeit und mit mehr Hingabe annehmen.

Zu 3: Mitmenschlichkeit öffnet den Menschen für die grundlegende Verbundenheit mit allen Wesen, damit diese erfahren, dass sie nicht allein sind und ebenso von Leid betroffen sind.

 
Zusammen manifestieren sich diese drei Hauptkomponenten, lt. Neff, in einen Zustand warmherziger verbundener Präsenz. 

Hinweis für die spätere Praxis des RESCUE-Trainers
 
In den Fortbildungen und Trainings lasse ich oft die Komponenten mit Brainstorming erarbeiten. Bisher haben nur sehr wenige Gruppen die dritte Komponente genannt. Ohne diese werden wir jedoch egoistisch und genau das ist die Herausforderung in kritischen Situationen. 

Im Prozess der Selbstempathie und des Selbstmitgefühls bzw. in jeder Situation auch den anderen noch mit zu berücksichtigen - auch seine Bedürfnisse und Menschlichkeit zu sehen, ist genau das, was trainiert werden muss, da es den Menschen durch viele traumatisierende Erfahrungen als Kind nicht immer in die Wiege gelegt wurde. Wenn ein Kind geliebt wird, glaubt das Kind, dass es Liebe ist. Wenn ein Kind nicht geliebt wird, glaubt das Kind, dass es der Liebe nicht würdig ist. Wenn die Mutter oder eine andere wichtige Bezugsperson unglücklich ist, dann ist es auch das Kind. Spiegelt die Mutter oder die Bezugsperson Glück, Harmonie, Hoffnung ..., dann ist auch das Kind glücklich, harmonisch und hoffnungsvoll beeinflusst.

Altruismus ist im Selbstmitgefühl enthalten. Gyatso proklamiert: "Altruismus als weise Form des Egoismus“ zu betrachten (Gyatso 2003). Es ist also weise, egoistisch zu sein. Damit meint er den gesunden Egoismus, weil "Altruismus, Glück und Wohlbefinden eng zusammen hängen (Klein 2011). Was Kinder lernen, ist stark von den Bezugspersonen und von der Umwelt abhängig. Sie können es jedoch durch Bewusstsein vieles später wieder auflösen und neu interpretieren lernen. Das ist die gute Botschaft.

3.2. Selbstempathie und Selbstmitgefühl bedeutet Herzöffnung und Willensöffnung


  • Viele haben sich gegenüber ihrem Herzen verschlossen und demnach auch gegenüber anderen. 
  • Sie leben im Verstand und glauben, glücklich zu sein. Doch weil das Herz fehlt, trauert es. Oft wissen diese Menschen nicht, dass sie voller Schmerz und auch Angst sind. Sie versuchen diesen Schmerz auszugleichen, indem sie andere beschuldigen, sie auslachen, zynisch werden und verurteilen. Sie projizieren ihre Themen auf die anderen, sind unzufrieden, frustriert, gehen in Konfrontation oder in einsamer Rückzug. Sie leben somit nicht ihre wahren individuellen Bedürfnisse bzw. die ihnen wichtigen kollektiven eigenen Ziele und Werte.
  • Selbstempathie ist gleichzeitig auch Selbstfürsorge.  elbstfürsorge widmet sich den Werten, die das Herz berühren und unserem Leben eine neue Richtung und Vitalität geben.
  • Im schlimmsten Schmerz steckt der größte Reichtum verborgen.
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Hinweis: Elopage unterstützt keine automatische Übersetzung. Das Video soll dir nur einen Eindruck über Kristin Neff verschaffen. Du kannst auf Google das Video übersetzen lassen, falls du auf Englisch nicht alles verstehen kannst.
 
3.3 Positive Effekte von achtsames Selbstmitgefühl

  • Selbstmitgefühl aktiviert das körpereigene Beruhigungs- und Fürsorgesystem.
    Es stärkt das Wohlbefinden, die soziale und emotionale Kompetenz, wirkt gegen Stress, Anspannung und Depression. 
  • Mitgefühl für sich selbst hilft, besser mit Schicksalsschlägen und / oder mit herausfordernden Situationen umzugehen. Es stärkt auf diese Weise die Resilienz. 
  • Resilienz ist, die Kompetenz mit Widersprüchen, Komplexität und Widerständigkeit umzugehen.
  • Empathie ist ebenso stark mit Resilienz verbunden, denn wenn der Mensch fähig ist, seine Gefühle von den Gefühlen anderer zu unterscheiden und wenn er sie selbstempathisch schwerelos halten kann, kann er eher empathisch oder mitfühlend reagieren.
  • Durch achtsames Selbstmitgefühl und durch die Bewältigungskompetenz von Schicksalen können Menschen bewusster und effektiver in die „Zone der nächsten Entwicklung“ bzw. in die nächste Bewusstseinsebene nach Clare W. Grave (Weiterentwicklung zu Spiral Dynamics von Don Beck und Chris Cowen zu kommen. Dazu mehr in Modul 7, Lektion 1.
 Was sind die Vorteile von selbstmitfühlenden Menschen?

  • Menschen mit einem kultivierten Selbstmitgefühl bzw. mit einem gesunden Selbstwert sind schneller mit ihren Emotionen, Gefühlen, Bedürfnissen und Werten verbunden, weil sie diese bei sich und andere besser ablesen können.
  • Sie haben ein erweitertes Wertebewusstsein und die Kompetenz ausgebildet, diese souverän anderen gegenüber positiv und möglichst wertschätzend zu kommunizieren, auch bei gegenteiliger Meinung. Das nenne ich: Positive Wertekommunikation.
  • Nach den neuesten Forschungsergebnissen haben sie die harmonischeren Beziehungen, weil sie mit ihren früheren Frustrationen besser umgehen können. Sie übernehmen Verantwortung und schieben nicht dem anderen die Schuld in die Schuhe.
  • Sie sind optimistischer und glauben, dass die Zukunft ihnen GUTES bereithält. Sie haben die emotionale Kraft mit allem fertigzuwerden, was auf sie zukommt. Sie entwickeln bei Schicksalsschlägen schneller wieder Selbstvertrauen (vgl. Neff 2011, S.325-326).
  • Menschen mit Selbstwertschätzung und Selbstmitgefühl haben die Stärke und die Sicherheit, in jeder unangenehmen Situation dem anderen die notwendige Erste-Hilfe-Empathie zu geben.
  • Diese Menschen sind ausgeglichener und zufriedener, weil sie ihre „tiefste Bedürfnisperle“ gefunden oder wiederentdeckt haben. Sie haben ein exzellentes Selbstgefühl entwickelt.
  • Sie sind neugieriger auf das Leben als Menschen ohne Selbstmitgefühl (vgl. Neff 2011, S. 327).
  • Sie können sich auf dieses besondere Kraftgefühl (Paradieskraft) gerade in herausfordernden Situationen verlassen. Sie leben das Verbundenheitsgefühl.
  • Selbstempathie verwandelt Leid in Freude (Selbstmitgefühl).
  • Selbstempathie öffnet verschlossene Herzen und erzeugt nach Kristin Neff positive Gefühle, die Gesundheit und Wohlbefinden maximieren. Wir müssen für diese positiven Gefühle nicht so tun, als sei die Realität anders. Sie ist so, wie sie ist. 
  • Ein offenes Herz ist ein Zustand von emotionaler Empfänglichkeit, in dem nicht nur angenehme und schöne, sondern auch unangenehme und unschöne Aspekte des Lebens ihre Berechtigung haben. Glück kann nur entstehen, wenn wir auch den Widerpart – die Traurigkeit – kennen.
    Selbstempathie ist so etwas wie ein inneres Anteilnehmen. 
  • Wir „küssen“ bewusst unsere eigenen Wunden weg, indem wir sie wahrnehmen und innerlich schwerelos „halten“.
  • Schmerz kann das Tor zum Glück öffnen. 
  • Das Gefühl von Selbstmitgefühl (Verbundenheit mit dir selbst) kann den Schmerz mit Leichtigkeit in dir halten. Das eigene Herz ist eine tiefe Quelle, aus der wir jederzeit trinken können. Wer das erkennt, ist innerlich frei und führt ein authentisches Leben.

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Ein Praxisvideo zum Thema "Lieblingsmensch"! Bist du schon dein Lieblingsmensch? Hier kannst du erste Inklusionsgedanken gestalten: "Auch wenn ich noch nicht mein Lieblingsmensch bin, bin ich gerade dabei es zu werden ..."
 

4 Sempathiepraxis

Um Selbstempathie und gleichzeitig Selbstmitgefühl zu trainieren, haben wir den Begriff "Sempathie" eingeführt. Darin sind alle Werte enthalten, die man braucht, um beide Kompetenzen zu trainieren. Sempathie ist der Mittelwert zwischen allen notwendigen Werten, die man auch z. B. in einer Konfliktsituation braucht.


Mehr zu Sempathie (12 Schlüssel zur sozialen Anerkennung) in Modul 3, Lektion 10.

Suche dir in dieser Lektion, wenn du möchtest, NUR zwei Trainings aus. 

Die anderen sind Impulse für deine spätere Praxis als RESCUE-Trainer. Selbstverständlich kannst du auch alle Trainings durchführen. Je mehr du aus eigener Motivation tust, umso effektiver entwickelt sich dein exzellentes Selbst(mit)gefühl und du baust immer mehr und mehr eine gesunde Selbstempathie verbunden mit einem gesunden Selbstwert, der aus der Selbstmitgefühlsmatrix kommt, auf.

Weitere Trainings für mehr Selbstempathie und Selbstmitgefühl findest du auch in den anhängten Präsentationen ... 

Viel Freude und Neugierde bei der Umsetzung.

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4.1 Training: 
Gedankenstretching in Bezug auf Selbstempathie und Selbstmitgefühl



Nun hoffe ich, dass du schon etwas konkreter, die zwei Begriffe auseinander dividieren kannst. Schreibe für dich erste Definitionen auf und auch die Subkomponenten:

  1. Was ist Selbstempathie für dich?
  2. Was ist Selbstmitgefühl für dich?
  3. Wo siehst du Gemeinsamkeiten?
  4. Wo siehst du Unterschiede?
  5. Warum ist es von Vorteil, den Unterschied zu kennen?
  6. Wenn du später deinen Teilnehmern oder im RESCUE-Training (damit ist das Resonanz-Coaching gemeint), die Begrifflichkeiten erklären möchtest, welche Worte würdest du benutzen?
  7. Mache dir Gedanken, wie und wie oft du die drei wichtigsten Komponenten nach Kristin Neff trainieren willst?
  8. Gehe nun zu Jemandem und erkläre, was du in dieser Lektion gelernt hast?
  9. Lass dir Feedback geben.
  10. Schreibe deine Erkenntnisse auf.
  11. Schaue dir deine Glaubenssätze an, die du für dich schon aufgeschrieben hast. Was hat sich verändert? Welche kommen dazu? 
  12. Schreibe sie ebenso auf oder ergänze diejenigen, die du schon hast. 
  13. Vielleicht ist alles stimmig? Dann bleibt es natürlich so.
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4.2 Training: 
Bist du schon dein Lieblingsmensch?



Nach der Definition ist nun folgender Inhalt das erste explizite Training zur Selbstfreundschaft - zur ersten Kernkomponente von Neff. Viele Menschen machen sich über ihre Glaubenssätze in Bezug auf den eigenen Lieblingsmenschen kaum Gedanken. Es gibt auch genug Trainer, die keine optimalen Glaubenssätze in Bezug auf Selbstfreundschaft, Selbstgüte, Selbstmilde und Selbstgnade verinnerlicht haben.

  1. Was verstehst du unter Selbstfreundschaft / Selbstgüte / Selbstmilde / Selbstgnade / Selbstpartnerschaft ?
  2. Was sind für dich die Subkomponenten (Zutaten), wenn du dein Lieblingsmensch bist?
  3. Finde mindestens 5 - 10 Subkomponenten.
  4. Überlege, wie sehr du diese Qualitäten in deinem Alltag (Beruf und privat) schon lebst.
  5. Finde für dich adäquate Umsetzungsmöglichkeiten (positive Strategien) in Bezug auf den Hauptwert / Kernkomponente „Selbstfreundschaft“.
  6. Denke nach, ab wann Selbstfreundschaft für dich zum Unwert wird. Ein Unwert ist ein negatives Verhaltensmuster.
  7. Was willst du in Zukunft wirklich anders machen - was willst du wirklich verändern?
  8. Erweitere dieses Training noch mit der nächsten Übung (die aus der Zukunft her gedacht wird), und ergänze somit deine jetzt schon gefundenen Glaubenssätze. Wer trainiert, der trainiert von Moment zu Moment und wird darin immer besser und besser (siehe weiter unten: der bidirektionale Prozess von Selbstmitgefühl).
  9. Gestehe dir ein, dass du es wert bist, dich mit deiner Selbstempathie auseinanderzusetzen, um täglich schneller dein starkes Selbstmitgefühl (fühlen, was du wirklich brauchst) zu finden.
  10. Was waren deine ersten Erkenntnisse nach diesem Training deines Fürsorgesystems? 
    Denke, fühle und handle nach diesen Erkenntnissen. Verspreche es dir.
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4.3 Training: 
Sich Selbstfreundschaft, Selbstgüte und Selbstgnade von der Zukunft her gewollt gedacht erlauben


Dieses Training ist elementar und nichts sollte dir diesbezüglich zu viel sein, sondern eher zu wenig. Erlaube dir aus ganzem Herzen deine ganz persönliche Selbstfreundschaft, Selbstgüte und Selbstgnade bzw. noch schöner ausgedrückt: Selbstmilde. Kristin Neff spricht hier vom milden Selbstmitgefühl. Milde, Gnade, Güte, Freundschaft sind Bedürfnisse aus der Selbstmitgefühlsmatrix. Wenn wir uns diese erfüllen, geht es uns schon besser. Das Diskrepanzgefühl aus der Selbstempathie verändert sich in Selbstmitgefühl.
  1. Erlaube es dir, der wichtigste Mensch in deinem Leben zu sein.
  2. Erlaube es dir, selbstgnädig zu sein.
  3. Erlaube dir, gütig und milde mit dir zu sein.
  4. Was willst du dir noch erlauben in Bezug auf deine Selbstfreundschaft?
  5. Wenn du dir in der Zukunft begegnen würdest, wie willst du gerne sein? 
  6. Welcher Mensch soll dir da entgegenkommen?
  7. Tausche dich mit einem Partner aus oder mit deinem RESCUE-Coaching-Circle-Partner) in einem Zoomtreffen aus. Ergänze mit ihm nochmals deine Subkomponenten. 
  8. Vielleicht hast du sogar neue Erkenntnisse?
  9. Schreibe Glaubenssätze zum Thema "Selbstfreundschaft" auf. Ziehe hierfür deine Subkomponenten heran. Hast du z. B. die Subkomponente "Selbstberuhigung" notiert, dann könnte ein Glaubenssatz lauten: "Ich habe Selbstberuhigungskompetenz." Weitere Beispiele von Glaubenssätzen sind: "Ich bin ab heute mein bester Freund!", "Ich bin froh, dass es MICH gibt." ...
  10. Schreibe auch die positive Strategie auf, wie du diese (im oberen Beispiel vorgestellt) "Beruhigung" aktivierst und sammle damit Erfahrungen. 
  11. Teile deine Erlaubnisglaubenssätze mit anderen. Rede gerne darüber. Mache es dir zur Gewohnheit darüber zu reden. 
  12. Mache mit ihnen Erfahrungen und teile diese, wenn du möchtest, im Präsenzseminar, Zoomsession oder in deinem RESCUE-Coaching-Circle mit. 
Verankere die folgenden Meta-Sätze:
Ich erlaube mir Selbstfreundschaft.
 Ich erlaube mir Selbstmilde gerade in schwierigen Situationen.
 Ich erlaube mir jeden Morgen einen schönen Moment mit mir selbst zu erschaffen, bevor ich in den Tage gehe.
 Ich begrüße und sehe mich selbst im Spiegel. "Sich täglich High-Five im Spiegel geben."
 Ich erlaube mir neue selbstfürsorgerische Strategien.
 Ich teile meine Strategien mit anderen.
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4.4 Training: 100 Prozent




Achtsamkeit ist ein großes Wort. Doch was ist es genau? Wie oft mache ich mir etwas bewusst? Achtsamkeit ist Bewusstheit und Gewahrsamkeit! Im gegenwärtigen Moment sein. Gerade in Bezug auf Sempathie (Übergang von Selbstempathie zu Selbstmitgefühl) brauchen wir mehr Bewusstsein. Lies die Geschichte und dann halte für einen Moment inne. Lass dir bei jedem Punkt soviel Zeit, wie du möchtest.

Das Geheimnis der Zufriedenheit

Es kamen einmal ein paar Suchende zu einem alten Zen Meister. "Herr", fragten sie "was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein? Wir wären auch gerne so glücklich, wie du es bist." Der Alte antwortete mit mildem Lächeln: "Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich." Die Fragenden schauten etwas betreten in die Runde. Einer platzte heraus: "Bitte, treibe keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir doch auch. Wir schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich. Was ist also dein Geheimnis?" Wieder kam die gleiche Antwort: "Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich." Die Unruhe und den Unmut der Suchenden spürend fügte der Meister nach einer Weile hinzu: "Sicher liegt auch ihr und ihr geht auch und ihr esst. Aber während ihr liegt, denkt ihr schon ans Aufstehen. Während ihr aufsteht, überlegt ihr wohin ihr geht und während ihr geht, fragt ihr Euch, was ihr essen werdet. So sind eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo ihr gerade seid. In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt. Lasst Euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und ihr habt die Chance, wirklich glücklich und zufrieden zu sein." Autor unbekannt
  
Ja, und auch wenn du die Geschichte schon kennst, warst du achtsam beim Lesen?

Hast du gespürt, wie gut dir die Erinnerung tut?
Wie gut es ist, sich zu erinnern? Wenn ich schreibe, dann schreibe ich, wenn ich lache, dann lache ich, wenn ich liebe, dann liebe ich ...


Halte nun für einen Moment an.

  • Halte den Raum der Fülle in dir im Raum.
  • Halte die (Selbst)Liebe in dir.
  • Halte die Angst in dir – schwerelos.
    Sie darf "schwerelos" in dir sein. Dazu lernst du in Lektion 4 von dem Piloten Sullivan, wie er es geschafft hat, mit seiner schwerelosen Angst das Flugzeug im Hudson River zu landen.
  • Spüre, was du JETZT spürst. Ist es Freude? Ist es Neugierde? Ist es eine Mischung aus Traurigkeit und Freude? Es gibt so viele Nuancen von stimmigen Gefühlen. Du wirst sie alle nach und nach kennenlernen und bei dir selbst identifizieren lernen. 
  • Es ist toll, alle Gefühle zu fühlen.
  • Es ist gut und richtig, sie stimmig-authentisch benennen zu können.
  • Atme deinen Atem.
  • Spüre den Raum zwischen deinem Atem.
  • Spüre den Raum zwischen deinen Gefühlen.
  • Spüre deinen Kopf.
  • Spüre den Raum zwischen deinem Kopf im Raum.
  • Spüre deinen Hals.
  • Spüre den Raum zwischen deinem Hals im Raum.
  • Spüre deinen Rücken.
  • Spüre den Raum zwischen deinem Rücken im Raum.

    Lass dir Zeit und spüre bewusst alle Körperteile im Raum, die dir einfallen, in Raum. Lenke nun auch zu deinen inneren Organen:
  • Spüre deine inneren Organe in deinem Innenraum.
  • Sehe sie an.
  • Spüre dein Herz in deinem Innenraum.
  • Öffne dein Herz für die Achtsamkeit.
  • Öffne die Türe deiner Authentizität. Es fließt Stimmigkeit hinaus.
  • Öffne dein Herz für dich im Raum.
  • Spüre deine authentische Liebe für dich im Raum.
  • Öffne dein Herz für deine Selbstempathie.
  • Es sind deine Gefühle.
  • Öffne dein Herz für dein Selbstmitgefühl.
  • Es sind deine Bedürfnisse.
  • Öffne dein Herz für dein Flowgefühl.
  • Es ist dein exzellentes Selbstgefühl.
  • Erkenne den Wert, den du im Raum hast.
  • Du bist es wert.
  • Du bist wertvoll für dich.
  • Du bist wertvoll für andere.
  • Du bist wertvoll für die Welt.
  • Du bist wertvoll für die Zukunft.
  • Du bist wertvoll.
  • Du bist das wertvolle Licht, dass jeder braucht, der noch im Dunkeln steht.
  • Du bist der Raum im Raum.
  • Du bist die Liebe im Raum.
  • Weite dich.
  • Öffne dich
  • Jeden Tag ein Stück mehr
  • Zu allem was in dir und um dich herum ist.
  • Du bist.
  • Du bist, weil du bist.
  • Du bist DU von Anbeginn.
  • Von Anbeginn bist du wichtig, gewollt und wertvoll.
  • Du bist da und deshalb wertvoll.
  • Du existierst.
  • Deine Existenz ist nützlich, sinnvoll und voller Begierde
  • Für eine bessere und wertvolle Welt.
  • Durch dich wird sie irgendwann, wenn nicht schon jetzt, ein besserer und wertvoller Ort sein, nur weil du dich jetzt schon wertvoll fühlt.
  • Du bist für immer wertvoll, was auch immer passiert.
  • Du bist es wert, wertvoll zu sein.
  • Vergiss es nicht.
  • Denke immer daran, solange du lebst.
  • Alles, was da ist, darf sein.
  • Du darfst sein, weil du da bist.
  • Weil dein Herz da ist, darfst du es annehmen, so wie du dich gerade fühlst.
  • Weil dein Herz da ist, darfst du es von ganzem Herzen wertschätzen und lieben.
Bade in deinem Selbstmitgefühl.
  • Tauche voll und ganz in deinen exzellenten Flow ein.
  • Kultiviere dieses Sternengefühl (linke Gehirnhälfte und ventrales Striatum).
  • Sage jetzt JA zu dir und zu deinem Herzen.
  • Sage jetzt so oft du möchtest: "Ich liebe mich! - Ich darf mich lieben! - Ich liebe mich! - Ich darf mich lieben! - Ich liebe mich! ..."; wenn du das Gefühl hast, dass du schon "darfst", dann lasse es weg und sage nur noch: "Ich liebe mich vollkommen in meiner Unvollkommenheit." Sage es, so oft du möchtest: "Ich liebe mich. Ich liebe mich. Ich liebe mich ... Ich liebe die Kompetenz, mich zu lieben. Ich liebe meinen Prozess des Selbstmitgefühls, weil es mich in meine 100 % Selbstliebe bringt."
  • Sage 3 x: "Ich liebe mich zu 100 Prozent. Ich liebe mich zu 100 Prozent. Ich liebe mich zu 100 Prozent."
  • Sage nur noch: "100 Prozent!"  ...; so oft du möchtest ... atme und fühle, die 100 Prozent! 
  • Erlaube sie dir ENDlich! Genehmige sie dir.
  • Du hast sie nicht verdient! Du hast ein RECHT darauf! Das ist ein großer Unterschied im Denken.
  • Schreibe es auf!
  • ... und wenn du es noch nicht glaubst, dann trainiere trotzdem weiter und ich sage es dir auch: "Du bist 100 % wertvoll! Du bist 100 % Liebe! Du bist es wert, dass du dich ENDLICH liebst! - Du hast das Geburtsrecht, dich zu lieben und zwar 100 %. Du bist für immer 100 %! Du bist nicht mehr und nicht weniger. Du bist 100 %. Wenn du 100 % bist, dann können auch die anderen zu 100 % neben dir SEIN! 
Verankere den Meta-Satz:
  Ich bin 100 % Selbstliebe, auch wenn ich es noch nicht ganz glaube!

  Ich ehre mich zu 100 %.
  Ich betrachte meine Seele und sehe mich zu 100 % im Spiegel meiner Seele. 
  Ich bin gut, so wie ich bin.

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4.5 Metta-Meditation

Analysiere anschließend die Meditation. Warum war sie so aufgebaut?

Hinweis: Die Meditation fängt erst ungefähr ab Minute 1 an. Such dir bis dahin einen Platz, an dem du ungestört bist.
Lass dich überraschen.


 
Metareflexion: Halte kurz inne, bevor du weiterlernst. Wie fühlst du dich mit den Übungen? Schreibe es auf und tausche dich mit deinem RESCUE-Training-Circle-Partner aus. Wie oft ihr euch austauscht, bleibt natürlich euch selbst überlassen. Einmal die Woche wäre jedoch sinnvoll!
4.6 Erstes Training der Resilienzquellen mit Video

Vertiefend wirst du immer wieder Resilienzquellen trainieren. Schon im ersten Zoomlifetreffen hast du ganz praktisch erlebt, wie man seine eigenen Resilienzquellen trainiert.
Über das Video zeige ich dir, wie du es jetzt schon tun kannst. Bestimme Anfangssätze helfen dir, dich in Bezug auf deine Themen umzukonditionieren und positive Affirmationen zu gestalten. Ich spreche gerne auch von Inkantationssätze (einsingen, einprägen, einbeschwören).

Durch Selbstbeobachtung und Bewusstsein kannst du dich von deinen Themen und Traumen befreien. Trauma ist eine Wunde in uns, die noch nicht bewusst von dir angeschaut wurde. Sie kann nur durch Bewusstsein und Achtsamkeit heilen. Schau dir die Wunde an und du kannst zusehen, wie sie durch die Resilienzquellen heilen wird.

Solltest du Hilfe brauchen, dann schreibe es in die RESCUE  -Trainer-Gruppe. Die Gruppe und die Mentoren sind dazu da, dich zu unterstützen, die innere Befreiung und die Wiederverbindung mit deinem authentischen Selbst zu fühlen.
 

5 Zusammenhang zum Selbstwert 


 5.1 Was ist Selbstwert?


Selbstwert auch Selbstwertschätzung genannt, ist die Bewertung des Bildes von sich selbst (Selbstkonzept) und damit eine grundlegende Einstellung gegenüber der eigenen Person. 

Obwohl es sich nicht um ein Gefühl im eigentlichen Sinne handelt, wird im Alltag oft von Selbstwertgefühl gesprochen. Verwandte Alltagsbegriffe sind Selbstsicherheit, Selbstachtung, Selbstbewusstsein oder Selbstvertrauen. 

Der Selbstwert ist teilweise genetisch, teilweise durch Erfahrungen bedingt. Ein hoher Selbstwert steht in Zusammenhang mit Wohlbefinden und psychischer Gesundheit. Allerdings fällt es Menschen mit hohem Selbstwert oft schwer aufzugeben – selbst wenn die Kosten von Beharrlichkeit ihren Nutzen überschreiten.

Angelehnt an: dorsch.hogrefe.com/stichwort/selbstwert

Menschen mit niedrigem Selbstwert hingegen tendieren zu Selbstverurteilungen und harscher Selbstkritik. Menschen mit einem niedrigem oder instabilen bzw. verletzten Selbstwert haben als Konsequenz ein Minderwertigkeitsgefühl. Sie gleichen dies, indem sie andere bewerten, erniedrigen oder manipulieren. Sie könnten durch Training des Selbstempathie- und Selbstmitgefühlsprozesses ein neues Selbstwertmanagement erlernen, vorausgesetzt, sie sind dazu bereit und  es steht keine Diagnose wie Schizophrenie oder eine hirnorganische Störung fest. 

Menschen mit Selbstmitgefühl kompensieren weniger, oder es ist ihnen eher bewusst, was sie tun, sie sind reflektierter und unterlassen ihre nicht-sozialen Absichten. Damit will ausgedrückt werden, dass nicht jeder Mensch, der schon weiß, wie Selbstmitgefühl funktioniert, die anderen Anteile nicht mehr in sich trägt. Wir tragen alles in uns. Es kommt darauf an, welchem Anteil wir unsere Aufmerksamkeit und Fokussierung schenken.


Welchen "Wolf" füttern wir? (siehe die Geschichte von den zwei Wölfen in Modul 1, Lektion 3, Kap. 6.3)

Das Selbstwert"gefühl" (der Selbstwert) ist nach William James, dem Gründervater der westlichen Psychologie, ein Produkt der „wahrgenommenen Kompetenz in wichtigen Bereichen.“ 1890 – Principles of Psychology. Damit gemeint sind Bereiche, um den Alltag zu bewältigen und beruflich zu erfüllende Erwartungen.

Mit dem Begriff Selbstwert"gefühl" werden somit hauptsächlich kognitive Aspekte verbunden. Die emotionalen Aspekte habe auch im Bildungsbereich und im beruflichen Bereich lange Zeit kaum eine Rolle gespielt. Der Selbstwert leitet sich nach der Vorstellung von James davon ab, was wir als Mensch und als Gesellschaft für wichtig erachten. Dies gilt es, zu erfüllen. Entweder Menschen werten dann diesen Bereich mehr oder weniger auf oder sie werten ihn sogar ab. Angelehnt an Chris Golis, heißt es: "Menschen werden von Selbstdarstellungen angetrieben. Emotionen feuern die Menschen an. Ebenso feuert das Temperament* die Emotion an." Emotionen sind unbewusste Affekte wie inneres Zittern, Erröten usw. (mehr dazu siehe Modul 1, Lektion 6)


* Das Temperament scheint wie die Intelligenz eines Menschen angeboren zu sein. Das Temperament leitet sich aus den Erbanlagen (30.000 Gene) und den unterschiedlichen Einflüssen im Mutterleib ab. Man könnte sagen, jede Genmischung bringt eine neue Persönlichkeit hervor ("Die Sturheit hat er von dir!"). Remo H. Largo, Entwicklungsforscher ist sich sicher: "Veranlagung und Umwelt ergänzen sich. ... Die Anlage schafft die Voraussetzung, dass ein Kind entstehen kann, vermag aber allein, kein Lebewesen hervorzubringen“.


5.2 Selbstmitgefühl versus Selbstwert


1. Selbstwert = Verstandesqualität und kognitiv zu bewerten

2. Selbstmitgefühl = Herzqualität (limbisches System und Basalganglien) und emotional zu bewerten

Welche Emotionen wir haben, ist abhängig von den Erfahrungen, die wir gemacht haben. Stammen sie eher aus der Herzensqualität "Selbstmitgefühl" oder aus der Verstandesqualität "Selbstwertgefühl." 
Gerade Kristin Neff unterscheidet diese zwei Kompetenzen (Werte), indem sie sagt, dass sie aus unterschiedlichen Gehirnregionen stammen. 

Wenn wir weiterhin nur den Selbstwert steigern wollen, ohne auf den notwendigen  Selbstempathie- und dem Selbstmitgefühlsprozess zu achten, werden wir damit scheitern. Wir werden immer kritischer, unzufriedener und ungnädiger zu uns selbst und zu anderen. Viele Studien kümmern sich bedauerlicherweise vorwiegend um Selbstwert, der in der Gesellschaft so angesehenen (stärkenorientiert) ist, ohne das Selbstmitgefühl zu beachten (Anerkennung der Schwächen). 


Ebenso wenig beachtet wird der  „bedingte“ - nur am Erfolg orientierteren Selbstwert - sowie der „narzisstische" Selbstwert und wie er in einen gesunden "wahren" Selbstwert umgeleitet werden könnte. Dies hat fatale Folgen für die Gesellschaft. Gabor Maté spricht schon von einer "toxischen Gesellschaft". Die überwiegende Gefühlsblindheit und der egoistisch bis narzisstische Selbstwert von Gesellschaften fällt uns gerade in einer Pandemiezeit oder wenn es gesellschaftliche Krisen (Bankenkrisen, Flüchtlingskrise ...) gibt sowie Kriege, die sich auch in Europa ausbreiten, vor die Füße.  

Was verhindert einen gesunden Selbstwert noch?

Auch die "Systeme" wie Familie und Schulen tragen viel dazu bei. Nicht nur Vernachlässigung und Ausgrenzung, sondern auch ständige „Lobhudelei“ und Überverwöhnung sind für die Entwicklung eines gesunden Selbstwertes schädlich. Beide Selbstwertvarianten speisen sich aus dem Minderwertigkeitskomplex heraus und führen zum Überlegenheitskomplex. Augenhöhe ist hier Fehlanzeige.

Wenn die Menschen beginnen zu verstehen, dass nicht das SelbstWERT"gefühl", sondern das wertvolle SelbstMITgefühl für den authentischen innerlichen Frieden verantwortlich ist, dann beginnen sie auch zu verstehen, dass nur das Gefühl der Verbundenheit den wahren humanitären Frieden bringen wird. 


Selbstempathie ist die Emotion, die in uns durch Resonanz ausgelöst wird. Selbstmitgefühl ist dagegen schon eine bewusste Selbststeuerung zwischen den emotionalen Überlebens- und Regelsystemen* im Gehirn. Menschen können hiermit ihre inneren Muster (Quälgeister) eher wahrnehmen, entdecken, reflektieren, steuern und verändern (Reframing und Changing: Modul 2). Sie können besser Feedback annehmen, verwerten und daran wachsen, ohne allzu sehr getriggert zu sein. Trigger sind ein Hinweis, das etwas in UNS noch nicht heil ist. Selbstmitfühlende Menschen sehen das konstruktive Feedback als Entwicklungschance und sind dankbar für jeden Hinweis.

In dieser Balance zwischen Selbstempathie und Selbstmitgefühl befindet sich die "Wunderkiste" der Empathie und des Mitgefühls sowie das freie Selbstgefühl zu einem friedlich-altruistischen Miteinanders.  

Methoden der Selbstempathiewahrnehmung und zur Steigerung des Selbstmitgefühls werden nach und nach vorgestellt. 


Hier werden nur einige genannt: Achtsamkeit auf Körper, Gedanken, Gefühle, Emotionen, Atem und Kommunikation (die acht Schritte der Empathieleiter), Sempathie-Training, kontextbezogene Reframingmethoden, Commitment- und Wunschsätze sowie Metta- bzw. Freundlichkeits- und Mildemeditationen. 

Sempathische Methoden wie z. B. die "unbewusste Bedürfnisfindung" oder der "Moment of Excellence" usw. werden nach und nach in den nächsten Modulen ausführlich erklärt.

Verankere den Meta-Satz:
Wenn ich meinen Selbstwert durch äußere Einflüsse verliere, dann vertraue ich ab heute in meine neue Kompetenz der Selbstempathie als Basis für das wiederzuentdeckende Selbstmitgefühl (exzellentes Selbstgefühl) in mir. 


* Die emotionalen Überlebenssysteme werden in Lektion 2  vorgestellt.

 5.3 Über Selbstempathie zum Selbstmitgefühl zum gesunden Selbstwert


  • Selbstempathie und Selbstmitgefühl sind die perfekte Alternative bzw. eine passende Ergänzung zum Selbstwert.
  • Selbstempathie „springt“ an der Stelle ein, wo das Selbstwert"gefühl" (der Selbstwert) angekratzt ist oder die Menschen ganz und gar verlässt (Wahrnehmen des Gefühls). Die Annahme des Gefühls ist schon ein Qualität des Selbstmitgefühls. Es geht um den Wert Annahme oder Vergebung. Wenn Werte ins Spiel kommen, befinden wir uns in anderen Hirnarealen, als wenn wir nur fühlen.
  • Selbstempathie (ich spüre, dass ich rot werde) und Selbstmitgefühl (ich nehme das Gefühl an) "springt" dann ein bzw. ist dann aktiv, wenn die Schamröte ins Gesicht steigt und Menschen vor lauter Unzulänglichkeitsgefühlen nicht mehr weiter wissen. Wenn wir z. B. wahrnehmen, dass wir zittern, Angst haben oder einen emotionalen Schmerz bzw. eine "Verletzung" empfinden und dazu stehen. Menschen müssen dann nicht mit einem ungesunden und instabilen Selbstwert z. B. mit einem Stärkemuster oder Rechtfertigungsmuster auftrumpfen, sondern sie kommunizieren sempathisch-authentisch das, was in ihnen vorgeht und was ihnen wichtig ist.
  • Selbstempathie bedeutet, das eigene Leid zu erkennen und es wahrzunehmen, denn es ist im Grunde ein gutes Gefühl, sein Herz gegenüber sich selbst zu öffnen. Nur so findet Inklusion statt und das Selbstmitgefühl hat eine Chance gelebt zu werden.
  • Menschen, die in  unzulänglichen Momenten Empathie für leidende Menschen entwickeln und ihnen freundliche Gefühle entgegenbringen können, tragen dazu bei, dass diese Menschen schneller eine Alternative finden oder psychisch gesunden. 
  • Selbstempathische Menschen transformieren ihr eigenes Leid mit Training schneller in das „noch süßer“ werdende Selbstmitgefühl. Wenn die Schamröte sein darf und es uns nichts mehr ausmacht, dann sind wir im gesunden Selbstwert"gefühl" (exzellentes Selbstgefühl).
  • Selbstempathie kann  mit empathischer Begleitung schneller aufgebaut werden, geht aber auch ohne Begleitung.
 
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Verankere den Meta-Satz:

   Ich vertraue, dass ich mein exzellentes Selbstgefühl kultivieren kann.
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To do: Meta-Sätze und deine eigenen positive Glaubenssätze zählen




  1. Wie viele Glaubenssätze stehen schon in deinem Heft? 
  2. Wie viele davon glaubst du schon? 
  3. Mache ein Häkchen oder ein Herz, Sonne, Blume ... dahinter ... tut gut zu sehen, oder?
  4. Spürst du schon, wie deine Resilienzquellen immer stärker sprudeln? Du kennst deine Kompetenzen und Herzqualitäten immer besser und es fällt dir von Tag zu Tag leichter darüber zu sprechen?
  5. Spüre, wie deine Selbstablehnung immer weniger wird. An was genau stellst du das fest?
  6. Wie kannst du die Selbstkritik stoppen und die Selbstpartnerschaft in dir shiften?
  7. Spürst du schon, wie schön es ist, für DICH SELBST zu lernen?
  8. Mach in deinem Tempo weiter SO!
  9. Wertschätze dich dafür. Jetzt!
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Animiertes Erklärixvideo: Zusammenfassung in Bildern
  1. Welche Gedanken gehen dir durch den Kopf, wenn du das Video anschaust?
  2. Welches Gefühl hast du dabei?
  3. Analysiere die folgenden zwei Bilder nach dem Video und beantworte die Frage:
  4. Wie willst du in Wahrheit sein? 
  5. Was willst du tun, um weniger selbstkritisch zu sein?
 
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5.4 Selbstmitgefühlspause

  • Immer wenn wir uns unsicher oder sogar verletzt fühlen oder Angst haben, empfiehlt Neff eine Selbstmitgefühlspause. Was ist das genau?
  • Wenn du dich gestresst oder hilflos fühlst, spüre einmal nach, ob du den Stress oder die Hilflosigkeit fühlst. Vielleicht erkennst du auch ein anderes Dissonanzgefühl? Vielleicht kannst du es an einer bestimmten Körperstelle wahrnehmen / lokalisieren?
  • Wo ist der Stress, die Angst oder sogar der Schmerz am deutlichsten in deinem Körper spürbar? 
    Verbinde dich mit dem Stress / der Angst / dem Schmerz / dem Druck … an der Stelle, wo z. B. der Stress als Körperempfindung bemerkbar ist. 
  • Drück das Gefühl nicht weg, sondern nehme es liebevoll und mit Milde an. 
  • Freue dich, dass du dein Gefühl spüren kannst. Es gehört zu dir und es wird dir bewusst, dass es zu deinem Körper gehört. Sage dir: „Dies ist ein kurzer Augenblick des Leidens und ich bin für dieses Gefühl in mir da: Ich nehme diesen Wohlschmerz an.“ Das ist bewusste Achtsamkeit und Selbstfreundschaft zugleich. 
  • Andere Möglichkeiten mit dir selbst zu sprechen, sind: „Das tut gerade richtig weh. Aua. Das tut weh! Das ist Stress / Angst / Unsicherheit / Druck usw. Das fühlt sich wie Hilflosigkeit / Ohnmacht / Verzweiflung usw. an. Oder nehme Vergleiche: Das fühlt sich an, wie ein Stein im Bauch.“ Sage dir: „Ich halte den Stress liebevoll und schwerelos in mir und finde Lösungen, mich zu beruhigen.”, “Ich halte den Stein schwerelos in mir!” Durch die Annahme wird der Stein leichter und leichter und leichter. Vertraue dieser Erfahrung.
  • Sobald eine Lösung in Sicht ist, rutscht du in dein Selbstmitgefühl. 
  • Freue dich, wenn es passiert.

Glaubens- und Leitsätze zur Selbstmitgefühlspause
  1. Ich gönne mir eine Pause, bevor ich spreche, besonders wenn es schwierig ist.
  2. Ich erlaube mir, aus einem Konflikt auszusteigen, um herauszufinden, wie ich mich fühle und was ich brauche.
  3. Ich genehmige mir eine kleine Auszeit.
  4. Ich nehme mir die Zeit, die ich brauche, um mich zu beruhigen.
  5. Ich kenne Möglichkeiten der Selbstberuhigung.
  6. Ich nutze Musterunterbrechungen. Ich lehne mich zurück, anstatt angespannt mit dem Körper nach vorne auf einem Stuhl zu sitzen – in Kampfstellung.
  7. Ich atme in das Gespräch hinein.
  8. Durch die bewusst gesetzte Mitgefühlspause fühle ich mich kompetenter, neue Lösungen zu finden oder ich kann das Thema besser annehmen.
  9. Ich finde meine Absicht und die Absicht des anderen.
  10. Ich gehe in der Mitgefühlspause bewusst in die Theory of Mind (kognitive Nachvollziehbarkeit - siehe Lektion 2) und finde heraus, was der andere möchte.
  11. Ich gehe in der Mitgefühlspause bewusst in die Empathie und spüre nach, wie der andere sich fühlt oder fühlen könnte (Theory of Mind).
  12. Ich gebe mir selbst Mitgefühl und finde über mein selbstempathisches Gefühl heraus, was ich brauche, um bei mir selbst und beim anderen sein zu können und zu bleiben.
  1. Überlege, welche Kompetenzen du noch brauchst, um diese Glaubenssätze zu verinnerlichen? 
  2. Wie konkret willst du üben? 
  3. Schreibe mindestens 3 Commitments auf, um ein Balugefühl (mit Gemütlichkeit) in Stress-Situationen zu entwickeln (Balu-Gefühl in Lektion 4, Kapitel 2.1 in diesem Modul).
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5.5 Zusammenfassung des praktischen Selbstempathieprozesses zum gesunden Selbstwert

Selbstempathie ist, Emotionen und Gefühle zu fühlen - sie wahrzunehmen (innere Unruhe, zittern, kribbeln, positive, neutrale oder negative Resonanz im Körper ...)
  1. Nicht jeder interpretiert das Körpergefühl als das, was es ist. Menschen haben sich von ihren Emotionen und Gefühlen abgeschnitten und bewerten sie aus dem Verstand heraus.
  2. Selbstempathie zu lernen, wieder stimmig-authentisch fühlen zu lernen und dazu zu stehen, kann ein lebenslanger Prozess sein. Je achtsamer ein Mensch ist, desto achtsamer kann er auch seine Emotionen und Gefühle wahrnehmen und sie auch zeigen.
  3. Nicht jede Emotion wird bewusst und das ist auch gut so.
  4. Mit dem Selbstempathieprozess können Menschen immer mehr und mehr lernen, ihre Emotionen und Gefühle zu regulieren und zu steuern, so dass sie je nach Situation (Konflikt) aus dem exzellenten Selbstmitgefühl agieren und reagieren können. Das nennen wir emotionale Freiheit.
  5. Selbstempathie ist: Etwas, was ich tief in mir (Körper) spüre und empfinde. Es ist das bewusst aktivierte Körpergedächtnis.
  6. Sobald Menschen beschreibbare und benennbare Worte für ihre Emotionen und Gefühle haben, sind sie schon von ihnen vorbewusst und bewusst interpretiert. Die Emotion resoniert immer zunächst unbewusst und wird erst durch Achtsamkeit und Fokussierung bewusst.
  7. Die Definition von Emotionen und Gefühle erfolgt in Lektion 6. Vorabinformation: 
    Emotionen werden im limbischen System unbewusst und vorbewusst generiert und sie werden den Menschen erst durch das Zusammenspiel von mehreren Hirnbereichen über die Großhirnrinde bewusst, wenn sie achtsam sind und wenn der Mensch bereit ist, von Herzen zu reflektieren. Er muss auch bereit sein, seine vom Verstand gewohnte Interpretation etwas hintenanzustellen, damit der Zugang zur Insula (Selbstempathie und Empathie) wieder gespürt werden kann. Ansonsten überlagern die Interpretationen die Uremotion bzw. das Urgefühl.
  8. Die Menschen können sich dann entscheiden, nicht mit "unstimmigen Sekundärgefühlen" aus dem Kopf, wie es oft der Fall ist, zu argumentieren und zu bewerten, sondern mit den "stimmigen Primärgefühlen". Dies können Diskrepanzgefühle, aber auch Wohlgefühle sein. Wir können auch sagen: "Ich würde mich freuen, wenn wir den Konflikt zeitnah klären könnten."
  9. Die stimmigen Primärgefühle sind im Miteinander eher verbindend, während die "unstimmigen Sekundärgefühl" eher trennend wirken (mehr dazu in Lektion 6).
  10. Der Selbstempathieprozess zeugt von einem realen Zeichen von Lebendigkeit. Emotionen und Gefühle sind nicht statisch, sie sind beweglich und lebendig und können, wenn der Mensch es will, transformiert werden. Sobald Menschen aufgrund ihrer Gefühle spüren, was sie brauchen, kommen sie in dem "süßer" werdenden Selbstmitgefühl an. Dadurch können sie freier, empathischer und mitfühlender reagieren.
  11. Vorab: Emotionen sind die Träger der Lebendigkeit unserer ureigenen Bestimmungsenergie.
  12. Sie sind Indikatoren, Hinweise bzw. sie wirken wie ein fühlbarer Kompass und zeigen, welches Bedürfnis erfüllt oder nicht erfüllt ist, bzw. welcher Wert (individuell oder kollektiv) beachtet oder missachtet bzw. verletzt oder frustriert wurde. Wir tragen Motive und Absichten in uns. Wenn diese unbeachtet bleiben, fühlen Menschen sich manchmal in Sekundenschnelle bedroht und reagieren aus ihrer Schmerzmatrix heraus. Wer trainiert ist, kann diese besser regulieren und die kommunikative Brücke einschlagen, anstatt um sich mit Worten zu schlagen.
  13.  Emotionen und Gefühle sind Folgeerscheinungen von erfüllten oder unerfüllten Bedürfnissen, Werten, Zielen, Konventionen, Prinzipien, Vereinbarungen, Leitsätzen …
  14. Emotionen und Gefühle sind der Kontakt bzw. der Zugang zum inneren Erleben (innere Herzstimme / Herzmuster / Herzintelligenz / Herzresonanz). 
  15. Mit Achtsamkeit, Aufmerksamkeit, Behutsamkeit und Ruhe (Selbstmitgefühlspause) können Menschen ihre Emotionen und Gefühle bewusst lernen zu fühlen, um sie in eine positive Wohlfühlenergie umzuwandeln (exzellentes Selbstgefühl). 
  16. Die Energie fließt immer dahin, wo die Aufmerksamkeit hingelenkt wird. Will ich glücklich sein? Wie will ich in der Wahrheit sein? Dann feuern mitunter mehrere Glücksknöpfe im Gehirn aus dem Fürsorgesystem. Berühmt dafür ist der Nucleus Accumbens. Siehe Modul 6, Lektion 4, Kap. 2.6.
  17. Emotionen und Gefühle haben Hochs und Tiefs, je nachdem, wie präsent der achtsame Kontakt zum eigenen Körper ist. Wer Stress hat, spürt nur den Stress. Doch hinter dem Stress liegen die Kompetenzen. Wer sich Ruhe gönnt, kommt in Kontakt mit sich selbst und auch mit seinen stimmigen-authentischen Gefühlen. Frage dich: "Was brauche ich wirklich, da ich mich innerlich so unruhig fühle?" Wenn du das spürst und weißt, dann bist du im Zentrum deines Selbstmitgefühls.
  18. Wenn es noch weh tut, ist es selbstempathischer Schmerz; der jedoch sein DARF! Wenn der Schmerz sein darf, wird er sich wieder verabschieden. Wenn es aufhört weh zu tun, sind die Menschen langsam aber sicher wieder in ihrem exzellenten Selbstmitgefühl angekommen. Gleichzeitig steigt das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein wieder. Selbstmitgefühl soll in Zukunft immer dann rechtzeitig einspringen, wenn wir den Selbstwert verlieren. 
  19. Mit Achtsamkeit können Menschen selbstempathisch ihre Gefühle wahrnehmen und kompetent ihre unstimmigen Gefühle in Selbstmitgefühl umwandeln (wie das geht, erfährst du nach den Inhalten von Lektion 6, 7 und 8). Diese Menschen sind nicht länger die Projektionsfläche von anderen Menschen und reagieren stimmiger. Sie sind friedlicher und tragen so dazu bei, dass die Welt ebenso friedlicher wird. Unser Wesen sehnt sich nach Frieden, Freundlichkeit und Wertschätzung.
  20. Wer diese Kompetenz entwickelt steigert automatisch seinen gesunden Selbstwert und trägt dazu bei, eine glückliche Menschheit aufzubauen.
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5.6 Zusammenfassung: Konkreter Selbstempathieprozess

  1. Was genau spüre ich in mir (Kraft, Anspannung, Druck, Wallung, Wärme, Feuchte, Kribbeln, Vibration, Angst, Schmerz …)?
  2. Wie genau fühlt sich das Gefühl „unangenehm“ oder „unwohl“ an (weich / hart, eng / weit, warm / kalt, angespannt / entspannt, erfüllt / nicht erfüllt …)?
  3. Wo lokalisierst du deine Wut oder das Gefühl des Unwohlseins, der Ambivalenz oder der Diskrepanz? 
    Focusing – Konzentration auf die Körperstellen, wo sich das Gefühl bemerkbar macht. Gehe mit deiner Aufmerksamkeit an diese Stelle und spüre sehr bewusst und intensiv das Gefühl.  
  4. Was genau passiert in dir? Halte es, damit es fließen kann. Drücke es nicht weg! Es gehört sowieso zu dir. Bejahe es, aber bleibe präsent in deiner inneren, authentischen Stärke und in diesem aktuellen Gefühlszustand. Sei dir bewusst, dass Gefühle vergänglich sind.
  5. Welche stimmigen Emotionen (Körperantwort) und Gefühle liegen noch hinter der Wut oder hinter deiner Anspannung, Stress, Unwohlsein, Ambivalenz? Lass zunächst ein Sowohl-als-auch zu. "Ich bin wütend, aber gleichzeitig auch enttäuscht. Ich weiß, dass hinter der Enttäuschung eine Traurigkeit liegt. Ich bin also traurig und wütend. Im Grunde bin ich traurig." Versuche deine Gefühl zu halten und zu benennen (fierce selfcompassion). Wenn du noch keine Worte hast, dann nehme dir die Gefühlskarten dazu oder die Gefühlsliste (Siehe Lektion 7)
  6. Mit der Zeit lernst du, immer bewusster zu werden und immer mehr aus deinem Selbstmitgefühl heraus zu reagieren. Das Gehirn hat viele Wahlmöglichkeiten – warum entscheiden wir uns nicht für die beste Wahl?
  7. Finde deine beste Wahlmöglichkeit zu reagieren. Das ist Selbstempathie / Empathie und Selbstmitgefühl / Mitgefühl zugleich.
  8. Glaube nicht grundsätzlich immer was du DIR sagst, aber glaube, was du fühlst und sei achtsam darin. 
  9. Verändere durch den Prozess der Selbstempathie dein Gefühl in dein exzellentes Selbstmitgefühl, aus deinem Belohnungssystem heraus.
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Verankere diese drei Meta-Sätze:

 Ich bin mir ab heute immer selbst treu.
 Ich liebe meine Selbstreue, denn sie führt mich in meine emotionale Freiheit.
 Ich verankere konstruktive Emotionen für eine mitfühlendere und glücklichere Gesellschaft.
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5.7 Das ist Selbstempathie (Fühlbeispiel)




Lass dich musikalisch inspirieren für mehr Selbstempathie und Selbstmitgefühl auf dieser Welt.

200 Kids Sing A Cappella Style | You Raise Me Up by Josh Groban


Deutsche Übersetzung:
Wenn ich ganz unten bin und meine Seele so trübe
Wenn Sorgen kommen und mein Herz sich schwer anfühlt
Dann bin ich ganz ruhig und warte hier in der Stille
Bis du kommst und eine Weile bei mir bist.

Du hebst mich hoch, dass ich auf den Bergen stehen kann
Du hebst mich hoch, um auf den stürmischen Meeren zu wandeln
Ich bin stark, wenn ich mich an deine Schultern anlehnen kann
Du siehst in mir mehr, als ich jemals selbst für mich sehen kann.

Es gibt kein Leben ohne Lebenshunger
Jedes rastlose Herz schlägt so unvollkommen
Und wenn du kommst, bin ich erfüllt in Wunder
Dann weiß ich, ich bin mit einem Blick in der Ewigkeit verbunden.

Writer(s): Graham Brendan Joseph, Lovland Rolf Lyrics powered by www.musixmatc

https://www.youtube.com/watch?v=13_nXuJ6dX8
 

  1. Höre dir das Musikvideo an.
  2. Das, was du dabei fühlst, ist Selbstempathie!
  3. Genieße es, auch wenn du weinst.
  4. Finde heraus, was du aufgrund deiner Gefühle für die Welt und für dich wünscht.
  5. Das ist Selbstmitgefühl.
  6. Tue etwas, damit die Welt besser wird oder du dich selbst deinen Werten entsprechend verhältst.
  7. Das ist das starke Selbstmitgefühl.
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Verankere den letzten Meta-Satz in dieser Lektion:

   Ich bringe die Dinge auf den Punkt und kann punktgenau erklären.
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Super, du hast die erste Lektion fast geschafft.
Gratuliere. Gib deine Erkenntnisse an andere weiter.
So trainierst du dich, die Dinge zu erklären.
Bevor du nun zum Quiz übergehst, erkläre nochmals einer fremden Person, was der Unterschied zwischen Selbstempathie und Selbstmitgefühl ist. Wenn die Person den Unterschied versteht,  hast du es perfekt verinnerlicht. Klasse gemacht!

Hinweis: Lies als Ergänzung auch die Powerpointpräsentationen, da darin noch weitere Aspekte - aber auch wichtige Wiederholungen - beschrieben sind.

Du kannst sie gerne für deine eigenen Zwecke verwenden und herunterladen.

Die Powerpoints sind nur zum Offline-Nachlesen gedacht. In den Präsenzseminaren zeige ich höchstens zwei bis fünf Folien! Die Inhalte sind später im Trainer-Dasein, so verinnerlicht, dass keine Powerpoint benötigt wird bzw. nur Ausschnitte davon!
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Titel
Konfliktloeser_Selbstempathie.mp3
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Das Ikigai-Erklärx soll unterstützen, die Inhalte von Ikigai zu erfassen. Ikigai ist jedoch eine Haltung und keine Methode.
 
Literaturhinweis 


Alkoyak-Yildiz, Meltem (2018): Mitgefühl als personenbezogene Ressource, Eine Analyse der Zusammenhänge von Mitgefühl, Authentizität und Selbstwirksamkeit im Kontext pädagogischer Handlungspraxis und der Wirkung eines web-basierten Mitgefühlprogramms in der universitären Lehre. Inauguraldissertation zu Erlangung des Doktorgrades der Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität.
Bauer, Joachim (2011): Schmerzgrenze, Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt. München: Karl Blessing Verlag
Bauer, Joachim (2015): Selbststeuerung, Die Wiederentdeckung des freien Willens. München: Karl Blessing Verlag, 6. Auflage.

Burow, Olaf-Axel (2009): Wertschätzende Schulentwicklung, Uni Göttingen.
www.schulentwicklung.bayern.de/unterfranken/userfiles/Moderatorentag2012/Burow_wertschaetzende_Schulentwicklung.pdf
Geöffnet am 30.01.2020.

Brähler, Chirstine; Hölzel, Britta (2015): Achtsamkeit, Mitten im Leben, Anwendungsgebiete und wissenschaftliche Perspektiven. München: O. W. Barth Verlag.
Brähler, Christine (2015): Selbstmitgefühl entwickeln. München: Imprint Scorpio Verlag.
Friesinger, Theresia (2012): Fühlen, was wir brauchen, Die Inklusive Kommunikation, Eine nicht ausgrenzende und bedürfnisgerechte Sprache zur Auflösung von negativen Reaktions- und Kommunikationsmustern führt zu einem selbst-regulierten und autonomen Leben, Nach den neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung. Horb am Neckar: Druck: Schramberg, 1. Auflage.
Friesinger, Theresia (2012): Die Praktische Inklusive Kommunikation, Mit Wertebewusstsein zur inneren Freiheit, Die Innere-Dialog-Methode / Unbewusste Bedürfnisfindungsmethode / Zone of Excellence / Second Skin und weitere 1001 Anregungen zur 180 Grad Wendung glückshinderlicher Gefühle, Das Praxisbuch für mehr Gesundheit, inneres Wohlbefinden und Gleichgewicht. Norderstedt: BoD.
Friesinger, Theresia (2018): Mehr Empathie durch Selbstempathie – Der selbstempathische Ansatz in Bildungseinrichtungen im Kontext einer Inklusiven Kommunikation. Dortmund: verlag modernes lernen GmbH.
Friesinger, Theresia (2019): 1001 Methoden, Train-the-Trainer, Herzhafte RESCUE©-Methoden gemixt mit einem Potpourri aus dem individuellen Lernen in heterogenen Gruppen. Ebook: Elopage.
elopage.com/s/friesinger.com/1001-methoden/payment
Friesinger, Theresia (2019): Komm in deine Paradieskraft – endlich emotional frei. Ebook: Elopage.
elopage.com/s/friesinger.com/komm-in-deine-paradieskraft-endlich-emotional-frei/payment
Germer, Christopher (2010): Der achtsame Weg zur Selbstliebe. Freiburg: Arbor Verlag.
Jazaierie, H., McGonigal, K., Jinpa, T., Doty u. a. (2013): A randomized controlled trial of compassion cultivation training: Effects on mindfulness, affect, and emotion regulation. In: Motivation and Emotion, 38(1), 23 – 35.
MacBeth, A.; Gumley, A. (2012): Exploring compassion: a metaanalysis of the association between self-compassion and psychopathology. Clinical Psychology Review, 32 (6). pp. 545-552. ISSN 0272-7358.
eprints.gla.ac.uk/64162
Geöffnet am 30.01.2020.

Neff, Kristin (2012): Selbstmitgefühl. München: Kailash Verlag.
Gilbert, Paul (2011): Mitgefühl – Wie wir Mitgefühl nutzen können, um Glück und Selbstakzeptanz zu entwickeln und es uns wohl sein zu lassen. Freiburg: Arbor Verlag.
Gilbert, Paul u. a. (2011): Fears of Compassion: Development of three self-report measures. Psychology and Psychotherapy.
Gilbert, Paul; Choden (kein Vorname im Netz vorhanden) (2013): Achtsames Mitgefühl, Ein kraftvoller Weg, das Leben zu verwandeln. 2014 deutsche Ausgabe, aus dem Englischen von Christine Bendner, Freiburg in Breisgau: Arbor Verlag GmbH – die Originalausgabe erschien unter dem Titel: Mindul Compassion – Using the Power of Mindfulness and Compassion to Transform our Lives.

Reddemann, Luise; Wetzel, Sylvia (2011): Der Weg entsteht unter deinen Füßen: Achtsamkeit und Mitgefühl in Lebenskrisen. Freiburg: Kreuz Verlag.
Schwab, Frank (2004). Evolution und Emotion. Evolutionäre Perspektiven in der Emotionsforschung und der angewandten Psychologie. Stuttgart: Kohlhammer.
Sze, J.; Kemeny, M. (2013). Die Kunst der emotionalen Balance. In T. Singer & M. Bolz (Hrsg.), Mitgefühl. In Alltag und Forschung (S. 338-355). München: Max-Planck-Gesellschaft.

Thupten, Jinpa (2015): A Fearless Heart – How the Courage to be Compassionate Can Transform our Lives. Hudson Street Press, New York.

Wetzel, Sylvia (2014): Achtsamkeit und Mitgefühl. Stuttgart: Klett-Cotta.
William, James (1890): Principles of Psychology, Volume 1. Hrsg. Comio Classics am 1. April 2007, London: Dalton House.


Quellenverzeichnis


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www.nature.com/articles/s41598-017-00745-0
Geöffnet am 18.10.2020.

www.emotionalintelligencecourse.com/eq-components


Eindrücke von Kristin Neff:
www.youtube.com/watch?v=Qes9HoxfkE0
www.youtube.com/watch?v=y0gtnOXAp-U
self-compassion.org

Erik van den Brink & Frits Koster (MBCL: Mindfulness-Based Compassionate Living).
Mehr Informationen (auf Englisch) über MBCL finden Sie auch auf www.mbcl.org und www.compassionateliving.info


www.welt.de/wirtschaft/karriere/bildung/article144732828/Wieso-fruehes-Kuscheln-fuer-die-Karriere-wichtig-ist.html

Jeremy Rifkin:
www.youtube.com/watch?v=YG73pUdvebY

www.psychiatrie.usz.ch/Documents/Pr%C3%A4sentation_Tanner.pdf

compassionatemind.co.uk

edoc.ub.uni-muenchen.de/21871/1/Alkoyak-Yildiz_Meltem.pdf

Weitere Forschungen zum Thema:
Paul Gilbert (CFT: Compassion Focused Therapy)Christopher Germer & Kristin Neff (MSC: Mindful Selfcompassion)

www.compassion-training.org/de/media/player.php?id=9


Eve & Paul Ekman (CEB: Cultivating Emotional Balance)
Brendan Ozawa-de Silva & Geshe Lobsang Tenzin Negi (CBCT: Cognitively-Based CompassionTraining)

Thupten Jinpa Langri & Leah Weiss (CCT: Compassion Cultivation-Training)


Tania Singer; Boris Bornemann (ReSource-Project).