Course overview
Lektion 6 - Emotionen und Gefühle
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Hinweis: Schau dir das Video zur Einstimmung in das Thema an.
 
Emotionen und Gefühle

Ziele: 
  1. Erfahren, was die Forschung mittlerweile zu Gefühlen und Emotionen sagt
  2. Den Unterschied zwischen Gefühl und Emotion kennenlernen
  3. Die vier Erkennungsmerkmale von Gefühlen nach der Inklusiven Kommunikation
  Erklärix-Video: Das Gefühl hinter dem Gefühl

Video: Zur Einstimmung zum Thema: stimmige versus unstimmige Gefühle

1 Emotionen und Gefühle
   
1.1 Allgemeine Gedanken zu Emotionen und Gefühle

   1.2 Die Selbstverantwortung für die Emotion und das Gefühl
   1.3 Alle Gefühle sind GUT!
   1.4 Die Übertragung von Gefühlszuständen


2 Was sagt die heutige Forschung?
   
2.1 Unterschied von Emotion und Gefühl 

   2.2 Emotion ist unbewusst – Gefühl ist bewusst 
   2.3 Wie hängen Kognition und Emotion zusammen?


3 Unterscheidung stimmige und unstimmige Diskrepanzgefühle
   
   Brainee: Unterschied Gefühl und Emotion

   
3.1 Gefühle sind interpretierte Emotionsformen

   
3.2 Vier Gefühlserkennungsmerkmale nach der Inklusiven Kommunikation, 
          die von Emotionen ausgelöst werden

  
 3.3 Komponenten von unstimmigen Diskrepanzgefühlen
   3.4 Ausdruckseigenschaften und Hilfestellungen für das Erkennen von unstimmigen Diskrepanzgefühlen
   3.5 Umgang mit unstimmigen Diskrepanzgefühlen
   3.6 Komponenten von stimmigen Diskrepanzgefühlen
   3.7 Beispiele von stimmigen Diskrepanzgefühlen
   3.8 Erkennungsmerkmale für unstimmige Sekundärgefühle
   3.9 Training Gefühlswahrnehmung
   3.10 Das Gefühl hinter dem Gefühl 
   3.11 Impuls: Nimm dir, was du brauchst
   
3.12 Zehn Emotions- und Gefühlsglaubenssätze


4 Kulturübergreifende ethnologische Studien zu Emotionen

5 Gefühlsimpulse und eine Meditation


   2 Brainees: „Die Basisemotionen nach Ekman“ und „Schmerz und Freude“

Meditation: „Mitgefühlstänzer“ 

 PDFs: Emotionen und Gefühle, Emotionen erkennen, Gefühlsmatrix verstehen - wird gerade erstellt, Wohlfühlgefühle, 
  Kartenset: Stimmige und unstimmige Diskrepanzgefühle


Literaturhinweise

Pflichtlektion 6
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Verinnerliche nach und nach folgende Gefühls-Meta-Sätze:

 Ich weiß, dass ALLE meine Emotionen und Gefühle gut für mich sind.

  Ich würdige ALLE meine Gefühle und schaue sie an.
   Ich bin vollkommen in meinem schon bewussten Gefühl, ohne es vom Verstand abzuwehren oder abzublocken.
 Ich bin für jede Emotion, die nach und nach wie eine erwachende Blume aufblüht, voll und ganz da.
 Ich habe einen klaren Verstand. Er lässt Raum für die Liebesessenz und die Gefühlsweisheit in mir, die sich ausbreitet, wenn ich ihr den würdevollen Raum gebe. Ich halte liebevoll den Raum für alle meine Emotionen und Gefühle.

 Ich bin meine Emotion und mein Gefühl. Ich bin mein Sein. 
 Ich bin furchtlose Einfachheit und sorglose Würde. Ich bin liebevolle Güte. Ich bin mehr, als das was meine unbewusste Emotion aus der Vergangenheit konstruiert.
 Ich bin mein offener Verstand. Ich bin mein offener Wille. Ich bin mein offenes Herz. Ich kann meine Emotionen und Gefühle neu konstruieren. Ich bin mein Emotionsschöpfer.
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1 Emotionen und Gefühle

1.1 Allgemeine Gedanken zu Emotionen und Gefühle

Die folgenden drei Lektionen sind das Herzstück der ganzen Ausbildung. Wenn du diese drei Lektionen geschafft hast, wird alles andere leicht von der Hand gehen. 

Denke daran, du brauchst nur 25 Lektionen, um den Trainerschein zu erhalten. Wie fühlst du dich damit? Erzähle mir, wenn du magst, gerne von deinem Gefühl. In der RESCUE-Trainer-Gruppe oder per WhatsApp in einer Privatnachricht an mich. Ich bin da! Ich will, dass es dir gutgeht.

Entwickle NUN gerade bei dieser Lektion eine Engelsgeduld. Geduld ist Neugierde zu aktivieren, wie du es lösen wirst. Es wird sich für dich lohnen, das Gefühl hinter dem Gefühl zu entdecken. Undercover zu gehen. Denn unbewusste Emotionen und die bewussten Gefühle wahrzunehmen, wird nur durch Lust am Thema Emotionen und Gefühle trainiert. Auch ohne Lust. Sie sind sowieso da. Dessen kannst du dir gewiss sein. Nichts geht ohne.

Damit wir uns in der nächsten Lektion mit den Bedürfnissen, Werten und der Willenskraft und mit den acht Schritten oder Raumebenen der Inklusiven Kommunikation ausführlicher befassen können, ist es elementar wichtig, sich in der Tiefe mit dem Thema "Emotionen und Gefühlen" zu befassen.

Ab dem 27.07.2024 findet mit 20 Teilnehmer das Online-Projekt über Zoom: Die Gefühlsmatrix verstehen, ich fühle also bin ich statt. Das Projekt wird auf ein halbes Jahr angesetzt. Die Ergebnisse des Projektes werden auch in dieser Lektion am Ende veröffentlicht werden. Entweder wir gestalten Gefühlskarten, einen Gefühlsduden oder eine Gefühlsbroschüre. Vielleicht auch ein Film? Alles ist möglich, wenn die Gefühlsweisheit der Vielen angezapft wird. Solltest du das gerade lesen und Interesse haben, kannst du jederzeit mitmachen.  

Die Gefühlsthemen werden kaum gelehrt und auch in Bildungseinrichtungen bis Hochschulen sind Emotionen und Gefühle "Stiefkinder", weil auch Erwachsene oft ein Thema mit dem Thema haben. "Gefühle zu zeigen, geht gar nicht!", "Das Kind ist nur trotzig. - Es provoziert! - Es weint nicht ... ", "Gefühle zu zeigen, ist peinlich!", "Gefühle zu zeigen, ist Schwäche!" ....

Den Schmerz hinter dem Trotz zu sehen und empathisch aufzunehmen, bedeutet evtl. für den Erwachsenen ebenso mit dem eigenen Schmerz in Resonanz zu gehen, den er früher verspürte, besonders wenn Erwachsene unempathisch mit ihm umgegangen sind. Er müsste es wieder spüren wollen, um auch das trotzige Kind besser zu verstehen und zu fühlen. 

"Kinder sind die Fürsten der Gefühle", sagt Janusz Korczak, nur wir haben das vergessen. Es ist Zeit, uns zu erinnern.

Vielleicht haben wir uns entschieden, den Schmerz nicht mehr spüren zu wollen? Frage dich in so einem Fall: "Wann wurde ich als Kind in meinem Trotz nicht gesehen?", "Wie habe ich mich dabei gefühlt?", "Was hätte ich mir von den Erwachsenen gewünscht?" ... Gehe in der Gefühlsleiter tiefer und bleibe nicht beim "Ich fühle mich nicht gesehen!" stehen. Wie fühlst du dich, wenn du dich nicht gesehen fühlst? Inkludiere das stimmige Gefühl. Solltest du dich "hilflos" fühlen, dann darf die Hilflosigkeit sein, denn sie ist Stärke. Und auch die Angst, die evtl. ganz unten an der Gefühlsleiter liegt. Sie darf sein.

Wir können nicht viel über Emotionen und Gefühle lernen, wenn wir nur kognitiv über sie reden und philosophieren. Emotionen und Gefühle wollen körperlich gefühlt werden

Sie sind zum FÜHLEN da. 

Sie sind Bedeutungsenergien, die entweder eine positive oder eine negative Valenz haben. Valenz bedeutet: Die subjektive Einschätzung eines Ereignisses oder Reizes aus der Umwelt. Es ist die emotionale Qualität, die sich von "angenehm" bis "unangenehm" erstrecken kann. Das Angenehme und Unangenehme hat dazu noch unterschiedliche Erregungsstufen (Intensitäten) von: niedrig bis sehr hoch. Wir drücke es dann aus in: "Ich bin etwas traurig" oder "Ich bin sehr traurig" darüber.

Emotionen und Gefühle wollen, dass wir als Gefühlsbesitzer bei ihnen MITTENDRINNEN sind. Sie wollen gesehen und willkommen geheißen werden. Sie wollen wahrgenommen werden, wie auch immer sie sind. Sie wollen wissen, dass sie o.k. sind. Sie wollen durch Gewahrsein gefühlt werden. Sie wollen, dass sie da sein KÖNNEN, so lange sie wollen, ohne dass wir dem Impuls nachgehen, sie wegzuschieben oder wegzudrücken.

Wenn sie durch Annahme reguliert oder durch andere Co-reguliert werden, dann erst können die Menschen wieder sozial-adäquat fühlen und denken, um dann später regulierter mit den anderen agieren und reagieren zu können.

Daher gibt es genauer betrachtet nur positive Gefühle. Wenn wir Emotionen und Gefühle als negativ bewerten, wollen wir sie nicht haben und können den Gefühlsprozess nicht gewinnbringend regulieren oder co-regulieren lassen.
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Verinnerliche folgende Gefühls-Meta-Sätze:

 Alle Emotionen und Gefühle sind GUT! Auch die Unstimmigen. Denn es geht Undercover weiter. Sei neugierig.
 Alle Emotionen und Gefühle sind willkommen!
 Alle Emotionen und Gefühle sind richtig und wichtig.
 Alle Emotionen und Gefühle haben Daseinsberechtigung.
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1.1.1 Die Emotionswelt ist anders als die Verstandeswelt

Die Emotionswelt will nicht nur verstanden, sie will erlebt und erfahren werden. "Ich fühle, also bin ich" kann dann in "Ich erfahre also bin ich" verwandelt werden.

Da Emotionen in der Vergangenheit konstruiert wurden und je nach Erfahrung durften sie sich in der Vergangenheit nicht zeigen, wurden sie deshalb im Körper gespeichert, "manifestiert", "festgehalten" und "gebunden". Dort bleiben sie so lange, bis sie wieder bewusst gefühlt werden dürfen, um sich aus dieser Körperstelle wieder zu entbinden. Die Energie ist frei und fließt dann weiter. 

Diese unnatürliche Gebundenheit durch ein achtsames Bewusstsein aufzulösen, ist Heilung.

1.1.2 Was bedeutet Bewusstsein und wie unterscheidet sich Bewusstsein vom Geist?

Bevor wir über das Gefühlsbewusstsein sprechen und wie wir es erweitern können, ist es wichtig zu erfahren, was Bewusstsein ist. Das Bewusstsein ist eine Teilmenge des Geistes. Es bezieht sich auf das subjektive Erleben von Gedanken, Emotionen, Gefühlen, Sinneswahrnehmungen, Entscheidungen und auf die immer wieder neue Identifikation durch die Selbstreflexion möglichst aus dem Herzen. Viele Menschen reflektieren sich aus dem Kopf und fühlen nicht die Veränderung. 

Bewusstsein ist das Gefühl des "Ich-Seins" oder der persönlichen Identität, das uns ermöglicht, uns selbst und die Welt um uns herum als lebendig wahrzunehmen, zu verstehen, zu fühlen und zu erleben. Der Geist hingegen umfasst auch die unbewussten Prozesse, Gewohnheiten, Vorurteile, Instinkte, Erinnerungen, automatisierte Gedanken-, Gefühls- und Verhaltensmuster, Glaubenssätze, Kernüberzeugungen, Biografie u. a.

Emotionen sind nach Lisa Feldman Barrett in Form von "core effects" von Anfang an da, jedoch sind sie noch nicht ausgereift. Sie sind für das angeborene Wohlbefinden zuständig. Wenn das Wohlbefinden bedroht ist, weinen Kinder oder zeigen im Gesichtsausdruck Missmut - sie spüren dann eine negative Valenz, jedoch haben sie noch keine Vorstellung von den Bedeutung der einzelnen Emotionen und Gefühle. Das wird erst später durch Erfahrung interpretiert und immer wieder dann neu vorausberechnet.


Kinder sind wenn sie auf die Welt kommen verletzungsoffen und deshalb so anfällig für Trauma. Sie sind vorurteilsfrei, voller bedingungslose Liebe und bindungsbereit. Diese offene Emotion enthüllt im Kern des menschlichen Wesens unsere genetisch angelegte "Essenzliebe". Babys weinen oder quengeln nicht nur, wenn sie Hunger haben, sondern auch wenn sie in den Arm genommen werden möchten oder wenn sie Nestwärme brauchen.

Mit der Zeit entwickelt sich dann erst nach und nach durch Assimilation und Akkommodation der Verstand und die Emotionen werden weiter konstruiert und interpretiert z. B. in: "Ich bin traurig." Später als Erwachsener sagt es vielleicht: "Der regt mich auf, ich bin nicht traurig." Es hat gelernt, Emotionen und Gefühle zu unterdrücken und es nur noch in einem bestimmten Verhalten (Pose) zu zeigen. Wer jedoch Gefühle unterdrückt, hat mehr Stress, als wenn er sie zeigt.

Je mehr der Verstand sich entwickelt, entwickelt dieser auch die Fähigkeit in Zyklen eines emotionalen Kampfes die Emotionen und Gefühle "gefangen" zu halten und an sich zu binden. Der Verstand hat die Kompetenz, die erlebten Emotionen und Gefühle zu verdrängen, zu ignorieren, zu korrigieren und vor ihnen wegzulaufen, anstatt ihnen mit einem freundlichen Gewahrsein und Bewusstsein zu begegnen, um sie authentisch anzunehmen und regulieren zu können. 

Durch das Verdrängen, werden sie an den Körper gebunden und können nicht, was ihre Natur ist, sich weiter bewegen. Menschen fühlen sich oft durch ihre früheren Emotionen unbewusst stark belastet, ohne dass sie es wissen. Doch ihr seelischer Zustand spricht Bände. Da hinzuschauen, ist der erste Schritt, in Richtung emotionale Befreiung.

Die wichtige Selbststeuerungs- und -beruhigungskompetenz des Verstandes funktioniert nicht durch das Wegdrücken und Verdrängen der Emotionen, sondern wie schon erwähnt durch die bedingungslose Annahme ALLER GefühleAuch wenn es negative Interpretationen sind. Diese zeigen ja, dass noch etwas anderes dahinter verborgen ist.

Wenn Kinder ihre hochsteigenden Emotionen ausleben dürfen und sie dabei gut begleitet werden, werden in der Regel kaum mikro- und makrotraumatische Erfahrungen im Körper festgehalten. Deshalb ist das Wissen über die Emotionen und Gefühle für eine mentale und psychische Gesundheit ausschlaggebend.

1.1.3 Was ist Gefühlsbewusstsein?

Es ist wichtig, sich der unbewussten Emotionen und den vom Verstand interpretierten Gefühle (ob stimmig oder unstimmig) bewusst zu werden (be aware - Daniel Golemann).

  1. Welche Emotion spürst du? 
  2. Was fühlst du? 
Viele Menschen können mit dieser Frage oft gar nicht umgehen. Sie schauen gleich weg, weil es ihnen unangenehm ist oder sie antworten mit Gedanken, Vorwürfen oder Ausflüchten. Manche jedoch freuen sich, wenn sie endlich sagen können, wie es ihnen geht und wie sie sich fühlen, bzw. was sie fühlen. 

Glaubenssatz: Ich öffne mein Herz für mich und für meine Emotionen und Gefühle.

Doch schon bei dem Versuch der Beschreibung wird viel verwechselt. Es werden Interpretationen und Verurteilungen (Selbstverurteilungen) ausgesprochen, negative Glaubenssätze: "Ich fühle mich zu blöd dazu ..." und ab und zu ist auch eine Emotion oder ein stimmiges Gefühl dabei. In der Regel werden unstimmig-destruktive Gefühle ausgesprochen wie: "Ich fühle belästigt.", "Ich fühle mich nicht ernst genommen." und viele andere.

Das dies kein echtes Gefühl ist, schein logisch. Echte (primär) von unechte (sekundär und pseudo) zu unterscheiden, ist Trainerkompetenz und wird im Laufe dieser Lektion ausführlich behandelt.

Verinnerliche folgende allgemeine Schlüssel-Gedanken. Schlüssel-Gedanken sind Gedanken, die zur Befreiung (Transformation) von körperlichen Emotionen führen.

Emotionen wollen erlebt, erfahren und gefühlt werden, ohne dass wir den Impuls haben, sie sofort loswerden zu wollen.
  1.    Es ist wichtig, sich den Emotionen GEWAHR zu werden.
  2.    Ich gebe meinen Emotionen Raum, damit sie sich ausbreiten können.
  3.    Ich halte diesen Emotionsraum mit Schwerelosigkeit in mir.
  4.    Ich bin für meine Emotionen, wie auch immer sie sich zeigen, liebevoll da.
       Ich weiß und vertraue, dass mein Verstand sich meiner Emotionen vollkommen bewusst werden kann. 
  5.    Mein Verstand kann meine Emotionen halten und begleiten, wenn ich es will, ohne die Emotion zu verurteilen oder wegmachen zu wollen.
  6.    Ich weiß, dass sie sich dann von alleine verabschiedet, wenn sie da sein darf.
  7.    Ich kann meine Emotionen durch Achtsamkeit und Gewahrsein transformieren.
       Alle Emotionen, die auftauchen, sind o.k. 
  8.    Jede Emotion wird ab jetzt von meinem Verstand geschätzt, respektiert und geliebt.

Wie unterscheidest du aktuell Emotion von Gefühl? 

Gibt es für dich einen entscheidenden Unterschied? Schreibe es auf und lies dann Kapitel zwei, was die Forschung dazu sagt, um später deinen Aufschrieb mit den weiteren Erkenntnissen vergleichen zu können.

1.1.4 Allgemeine Gedanken zu Emotionen und Gefühle und die dahinterliegende Bedürfnisse / Werte
  • Emotionen, Gefühle, Bedürfnisse und auch die Werte sind Kraft- und Lebensenergien, denen wir durch unsere eigenen Konstruktionen Bedeutung gegeben haben. Man geht davon aus, dass etwa 10 % der Lebensenergie im Kontakt mit den Gefühlen liegen und 90 % der Lebensenergie im Kontakt mit den Bedürfnissen und den Werten. Doch wissenschaftlich belegt ist dies noch nicht.
  • Emotionen werden durch das Umfeld von Kindern sinnlich und körperlich erfasst und nicht verstandesgemäß wie Erwachsene es oft tun. Viele Erwachsene interpretieren ihre Emotion und das Gefühl rein kognitiv, da sie sich von ihren Emotionen und Gefühlen abgeschnitten haben. Sie haben nur noch Teilgefühle - atomatisierte Gefühle. Da sie ihre Gefühle nicht vollkommen und ganz fühlen, sind es nur Teilaspekte. Ein Atom ist auch nur ein Teil des Ganzen. 
  • Bei der Gefühlsblindheit sprechen die Menschen nur noch über die Traurigkeit; sie fühlen sie jedoch nicht. Das Gefühl dahinter wird kaum wahrgenommen, reflektiert oder differenziert betrachtet. Sie haben einen roten Kopf, intensiv rote Stellen auf der Haut, eine geballte Faust, können jedoch nicht sagen, wie sie sich fühlen. Sie reagieren nur blind. Es ist eine Entscheidung wert, sich zu fragen: "Was könnte das echte Gefühl hinter dem Sekundärgefühl sein?" "Was befindet sich hinter der Wut?" Wut ist sekundär, denn dahinter verbergen sich andere Undercovergefühle. Diese wollen gefunden werden.
  • Erwachsene haben gelernt, über ihre Gefühle zu reden, ohne sie wirklich zu fühlen. Doch diese Haltung hat einen hohen Preis. Sie verhalten sich wie in Watte gepackt und verlieren ihre Lebendigkeit. Die eigenen Gefühle nicht zu fühlen, macht nicht nur unglücklich, unentspannt und unzufrieden, sondern die Menschen leben in einem mechanischen-starkdistanziert-marionettenhaften inneren Zustand, der sogar Depressionen auslösen kann.
  • Erwachsene können durch eine bewusste Inszenierung wieder lernen, (selbst)empathisch und (selbst)mitfühlend zu fühlen und zu denken, um Kinder aber auch andere Erwachsene besser zu verstehen. Dadurch kommen sie selbst wieder in Kontakt mit ihren primären Emotionen und Gefühlen. So können sie sich derer bewusst werden und auch die Wahrnehmung und die Beziehung zu diesen Emotionen und Gefühlen verändern, um mit ihren unerfüllten Bedürfnissen wieder in Kontakt zu sein. Somit können sie diese besser identifizieren und artikulieren. Damit würden sie sich wieder wohler und zufriedener fühlen. Es geht niemals darum, dass alle Bedürfnisse befriedet werden, sondern dass wir in unserem unerfüllten Bedürfnis mit dem dazugehörenden Gefühl gesehen werden. Wenn wir nicht gesehen werden, dann können wir selbst dafür sorgen, dass wir gesehen werden. Das ist die Selbstverantwortung für das Gefühl.
  • Die Frage: „Bin ich mit meinen Emotionen, Gefühlen, Bedürfnissen und Werten in Kontakt?“, ist viel entscheidender als die Frage, sind sie auch erfüllt. 
  • Wer in Kontakt mit seinen Emotionen, Gefühlen, Bedürfnissen, Werten ist, und weiß, was er stimmig fühlt und braucht, kann auch zu einem späteren Zeitpunkt dafür sorgen, dass die Bedürfnisse und seine Werte erfüllt und beachtet werden. Das Wissen darüber könnte ausreichen, um die Emotionen und die Gefühle, die sich zeigen, wirklich körperlich "leichter" und "entspannter" anfühlen zu lassen. Im Englischen gibt es das Wort "to relief" (erleichtern / loslassen) dafür. Bei den Werten ist jedoch darauf zu achten, dass wir sie nicht überziehen, denn dann mutieren sie zu Unwerten (negative Verhaltensweisen).
  • Bedürfnisse wollen gesehen werden, auch wenn sie nicht gleich erfüllt werden. Stelle dir die Frage: "Wo fühle ich die Emotion oder das schon interpretierte (erkannte) Gefühl im Körper?"
    "Wie fühlt es sich an?" 
    "Fühle ich mich?" 
    Spüre, z. B. anhand von Emotions- und Gefühlslisten eine körperliche Resonanz. Wir können dadurch emotionale Intelligenz (EQ) (Gefühlsbewusstsein) erlernen, die für das Zusammenleben wichtiger als der IQ ist.
  • Denke von der Emotion zum Gefühl zum Bedürfnis oder zum Wert: Sage: „Ich spüre im Körper eine Aufregung. - Ich fühle mich angespannt ...“, hat das vielleicht mit dem Bedürfnis nach mehr "Verlässlichkeit" oder "Vorbereitung" und "mehr Zeit" zu tun? Gehe die Werte- und Bedürfnisliste durch und du wirst bei dem dir wichtigen stimmig-emotionalisierten Bedürfnis oder Wert eine starke innere Resonanz spüren: „Ja, das ist es: Ich brauche mehr Verlässlichkeit, Vorbereitung und Zeit!" So baust du eine Bedürfnisintelligenz auf. Prof. Scharmer spricht von spiritueller Intelligenz (SQ), die man im Hier und Jetzt für die bestmögliche Zukunft erspüren kann.
  • Es ist dabei wichtig, die Verantwortung für die Emotion, das Gefühl, dem Bedürfnis und den gemeinschaftlichen Werten, die ich gerade in der Situation vertrete, ohne sie zu übertreiben und zu entwerten, zu übernehmen (Selbstverantwortung für das Gefühl und Bedürfnis).
  • Oft überziehen oder überkompensieren Menschen ihre Werte, so dass sie zu Unwerten (negative Verhaltens- und Reaktionsmuster) ausarten. Im Unwert können Menschen weniger klar denken und entwickeln unstimmige und für sie "destruktive" Diskrepanzgefühle und Verhaltensweisen, die nicht lebensdienlich, sondern eher lebenstrennend und lebenszerstörerisch sind. 
  • Es gibt viele Wege sich in Selbstverantwortung zu trainieren: Die Emotion und das Gefühl sind die Botschafter zum Bedürfnis bzw. zu unseren Gemeinschaftswerten. Beides auszudrücken, heißt auszudrücken, WAS auf diesen zwei Ebenen in MIR los ist. Wer das kann, kann es auch bei anderen automatisch besser ablesen und somit auch die Gefühlsmatrix der anderen besser durchschauen. Auch wenn wir nicht genau ablesen können, wie der andere sich fühlt, können wir nachfragen, weil wir eine Unstimmigkeitsresonanz haben. Menschen, die an Gefühlsblindheit (Alexithymie) leiden oder starke narzisstische Muster entwickelt haben, können und wollen auch nicht immer mitfühlen, was andere fühlen. Es könnte auch sein, dass sie sogar absichtlich anderen schaden wollen, weil sie selbst in der Vergangenheit "Schaden" davongetragen haben. Deshalb ist es elementar wichtig, zuerst Selbstempathie zu lernen. Zu spüren, was wir in Wahrheit spüren. Dann kann das Gefühl in Selbstmitgefühl überführt werden, damit das Gefühl als Wohlschmerz in der Belohnungsmatrix sich bemerkbar machen kann. 
  • Selbstempathie kommt aus der Schmerzmatrix, während Selbstmitgefühl aus der Belohnungsmatrix stammt. Beides zu können, bedeutet das Menschen die Kompetenz haben, empathisch, wenn notwendig, jedoch hauptsächlich mitfühlend (möglichst weniger oder gar nicht zu leiden) zu reagieren und zu SEIN! Wir können lernen, weniger zu leiden und aus dem "Rand des Schmerzes" zu reagieren.
  • Senden von echten Ich-Botschaften: 
    Beispiel: Ich fühle mich etwas traurig / verzweifelt / betrübt / bedrückt / bekümmert / ängstlich / enttäuscht ..., weil ICH brauche …, weil ICH gerne hätte …, weil MIR wichtig ist ..., weil MIR … von Bedeutung ist, weil ICH denke, dass ICH mehr … möchte, weil es MIR darum geht …, weil ICH mir … wünsche, weil MEINE Motivation / Intention ist ..., weil WIR vereinbart haben (wenn es so ist) …, weil unser / mein Anliegen ist ..., weil meine Absicht ist …, weil ICH wert auf diesen Wert (Pünktlichkeit) lege …, weil MEIN Bedürfnis ist, dass wir verlässliche Aussagen machen …, weil mir (den Wert positiv benennen:) Verlässlichkeit für unsere Zusammenarbeit wertvoll ist. Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie Kommunikation gelingen kann, wenn wir sagen, was wir möchten und nicht, was beim anderen nicht stimmt bzw. was er "falsch" macht.
  • Verantwortung für das Ausredenlassen übernehmen, was dazu führt, dass jeder seinen Satz bis zum Ende sagen kann. Wir kommen nicht zu kurz. Wir können jederzeit sagen: "Ich möchte meinen Satz noch zu Ende ausführen ..." Auf keinen Fall sagen: "Lass mich endlich ausreden! Nie lässt du mich ausreden!", "Immer redest du dazwischen!", ... 
  • Beispiel wie man es sagen kann, wenn jemand laut und ungehalten wird: "Ich erschrecke mich, wenn du so laut sprichst, weil ICH MIR einen wertschätzenden Umgangston gerade in dieser stressigen und uneinigen Situation wünsche. In diesem Fall ist das Gefühl ein emotionaler Schmerz. Der missachtete Wert ist der "wertschätzende Umgangston auch in stressigen Situationen". Der stimmige Appell lautet: "Könntest du einen ruhigeren Ton wählen? Das würde mir den Austausch erleichtern und mich besser konzentrieren lassen." 
  • Sollte, der andere tatsächlich ruhiger werden, dann ist es wichtig, sich auf jeden Fall dafür zu bedanken. Bleibe stets Vorbild und benenne deine Werte stets POSITIV. In diesem Fall ist es die "Dankbarkeit"! Deshalb spreche ich von einer positiven Wertekommunikation.
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1.2 Die Selbstverantwortung für die Emotion und das Gefühl

Die Selbstverantwortung können wir uns auch bewusst machen, indem wir überlegen, wie genau sich die Nicht-Verantwortung für die Emotion und das Gefühl ausdrückt: „Ich habe das Gefühl, dass du nicht willst!“.

Die Verstrickung ist perfekt, wenn Menschen wie folgt denken: „Rate und wisse, was ich brauche und wehe dir, wenn du dann daneben liegst.“ – „Kannst du mir nicht von den Augen ablesen, was ich möchte?“ Nein, das können in der Tat nur sehr wenige Menschen. Wir müssen schon sagen, was wir möchten, um zu bekommen, was wir wollen bzw. um einen Kompromiss zu finden, weil die anderen ja auch Bedürfnisse haben. Denkrichtungen in Nicht-Verantwortung: „Du bist schuld, dass es mir schlecht geht.“ – „Ich bin frustriert und traurig, weil DU …“ – „Ich fühle mich nicht gesehen, weil du mich heute Morgen nicht richtig gegrüßt hast.“– „Ich bin enttäuscht von DIR …“ Es ist einfach, wenn andere SCHULD sind bzw. nicht in unserer Bewertung die Verantwortung übernehmen. Dann gehen viele aus dem Kontakt und übernehmen auch keine Verantwortung, wieder in den Kontakt zu gehen, um die Dinge zu klären.

Diese Glaubenssätze sind auf beiden Seiten trennend und nicht verbindend. Ein Konflikt im Außen ist immer auch ein Konflikt mit uns selbst. Es bringt nichts, Ratschläge für eine gelingende und Inklusive Kommunikation zu geben, wenn die Menschen trennende Glaubenssätze haben und adultistische Kommunikationsmuster (siehe Adultismus, Modul 2) senden.

Menschen schieben gerne anderen für ihre unstimmigen Diskrepanzgefühle die Schuld zu. Wir können in reinen Ich-Botschaften ausdrücken, wie wir uns stimmig fühlen und darüber auch noch das "Gold" dahinter bergen: Unsere Bedürfnisse, die gesehen und erfüllt werden wollen. Sobald wir dies tun, kommen wir nicht nur in die Selbstverantwortung, sondern auch in die Erleichterung.

Die Verantwortung für das Gefühl setzt auch die Verantwortung für unsere Bedürfnisse und Motivationen voraus.

Menschen, die keine Verantwortung übernehmen denken und fühlen so:
Rate, was ich brauche und wehe dir, wenn du daneben liegst. Du bist schuld, dass es mir schlecht geht. Ich bin frustriert und traurig, weil du … Ist es nicht einfach, wenn immer andere SCHULD sind? 

Menschen, die Verantwortung für die Emotionen und das Gefühl übernehmen denken und fühlen so:
Ein Konflikt im Außen ist jedoch auch immer ein Konflikt mit uns selbst. Das Gefühl zum Bedürfnis auszudrücken, heißt auszudrücken, was in MIR los ist, was es mit mir macht: „Ich fühle mich traurig, weil ICH brauche …, weil ICH gerne hätte …, weil MIR wichtig … ist, weil MIR … von Bedeutung ist, weil ICH denke, dass ICH mehr … möchte, weil es MIR darum geht …, weil ICH … wünsche, weil MEINE Motivation ist ..., weil WIR vereinbart haben (wenn es so ist) …“ … Genau das lernst du in der nächsten Lektion: Wie man seine Motivationen, die aus den Bedürfnissen hervorgehen ausdrückst.
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Verinnerliche folgende Meta-Sätze:

Ich werde täglich weiser in Bezug auf meine Emotionen und meine interpretierten Gefühle.
Ich werde täglich weiser in Bezug auf meine stimmigen und unstimmig-interpretierten Gefühle. 
Ich kultiviere täglich immer mehr stimmige und positive Gefühle, weil ich weiß wie ich unstimmige in stimmige verwandeln kann.
  Ich fühle mich mehr in Balance, wenn ich die Herzgefühle sende und spüre. Es ist ein Wohlschmerz, der heilt, weil ich meine stimmigen Gefühle zulasse.
  Ich komme durch das Bewusstsein immer mehr und mehr in meine Herzkohärenz.
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1.3 Alle Gefühle sind GUT!

Immer wieder wirst du hören oder lesen, dass Gefühle schlecht oder negativ sind. Das entbehrt jeder Grundlage. Alle Gefühle, UND GERADE die stimmigen Diskrepanzgefühle (Traurigkeit, Verzweiflung, Enttäuschung, Angst, Ohnmacht ...), sind GUT und warum das so ist, erfährst du in diesem Kapitel. 

Sobald wir ein freundliches Bewusstsein gegenüber diesen Emotionen und stimmig interpretierten Diskrepanzgefühlen lernen zu entwickeln, verändert sich viel, wenn nicht sogar bei intensivem Training alles.

Diskrepanzgefühle sind bewusst gewordene Emotionen. Emotionen helfen uns, Probleme zu bewältigen und sie zu lösen, wenn wir konstruktiv damit umgehen. Der Schlüssel die Emotionen und Gefühle mit einer negativen Valenz in Konstruktive umzuwandeln, ist die BEWUSSTWERDUNG durch Achtsamkeit gegenüber dieser Emotionen und unserer Interpretationen, die wir damit verbinden. So entsteht in uns einer immer bessere Resonanz, um welche Emotion oder Gefühl handelt es sich? Ist es ein echtes oder eher ein unechtes, dass sich in Form von negativen Glaubenssätzen entpuppen kann? Alles Unechte kann in ein echtes Gefühl transformiert werden. Das echte Gefühl kann sich dann von der Gebundenheit des Körpers lösen und in die Ungebundenheit der Ewigkeit hinausfließen.

Wenn wir den Emotionen und deren Interpretationen aus dem Verstand nicht bewusst werden, dann reagieren wir in eine Art und Weise, die wir später evtl. bereuen. Diese Kompetenz zu entwickeln, seine eigenen Emotionen und Gefühle zu lesen und in stimmige Gefühle durch Resonanz zu übersetzen, ist der Schlüssel zu einer verbindenden Kommunikation und zur emotionalen Befreiung, die am Ende zum inneren Frieden führt. Das nennt Gerald Hüther "Selbstverbundenheit". Nur Menschen, die mit sich selbst verbunden sind, können sich mit anderen verbinden und sind dann ein Geschenk für andere. 

Im Laufe des Prozesses wird uns sicherlich nicht jede vergangene Emotion (Körperantwort) bewusst werden und ist auch gut so. Das würde unser System überfordern. Doch wichtige und starke Emotionen drängen regelrecht in die Sichtbarkeit. Sie wollen gesehen werden. Je intensiver die Diskrepanz zwischen unserer Erwartung / unserem Bedürfnis und dem, was wir tatsächlich erleben, umso bewusster wird uns die Emotion, wenn wir achtsam und aufmerksam damit in Resonanz gehen. 

Für das Gelingen der Kommunikation teilen sich die Diskrepanzgefühle in „stimmige und unstimmige Diskrepanzgefühle“. Stimmige sind primär. Unstimmige sind sekundär und Pseudogefühle. Weitere Feinheiten folgen später. Da zu diesen beiden Diskrepanzgefühlen (primär und sekundär) unterschiedliche Aktivitätsmuster in verschiedenen Gehirnbereichen sind, fällt auch die Kommunikation, je nach Bewertung, unterschiedlich aus. 

Es folgen nun zusammengestellte Gedanken und Weisheiten zum Thema Primär- und Sekundärgefühle.

  1. Es gibt keine "schlechten Gefühle". Du kennst sicherlich den Ausdruck: "Das macht mir schlechte Gefühle." Sie als „schlecht“ zu interpretieren, bedeutet, dass wir aus dem Selbstkontakt bzw. aus dem Kontakt zum anderen gehen und nicht fühlen wollen, welche echten Gefühle und unerfüllten Bedürfnisse hinter diesem "sich-schlecht-fühlen" verbergen. Wir haben dann keine Gelegenheit sie in positive Motivationen, die wiederum ein Wohlfühlgefühl ergeben, umwandeln. 
  2. Auch unstimmige Diskrepanzgefühle sind wertvoll sie zu erkennen. Viele sprechen von Störgefühle. Es gibt keine "Störgefühle". Wer will schon, dass etwas stört? Selbst die unstimmigen Diskrepanzgefühle sind erstmal gut, denn sobald sie den Menschen bewusst werden, weil sie die Kompetenz haben oder entwickeln, sie in stimmige Diskrepanzgefühle herunterbrechen, fühlen sie ihr stimmiges Diskrepanzgefühl. Dies zeigt zum Bedürfnis bzw. zur Intention die als Möglichkeit von vielen gesehen werden will. Dieser Prozess setzt eine hohe Reflexionsfähigkeit aus dem Herzen durch Gewahrsein voraus. Dennoch kann jeder, der es will und in der Lage ist, kognitiv Emotionen zu formulieren, es lernen und sich somit von Altlasten zu befreien. 
  3. Die Inklusion aller Emotionen und Gefühle. Alle Emotionen und Gefühle wollen als zu uns zugehörig angenommen werden (GERADE der Schmerz, die Angst u. a.).
  4. Emotionen und Gefühle wollen umarmt werden!
  5. Emotionen und Gefühle benennen. Emotionen und Gefühle wollen dem anderen authentisch vermittelt werden. So zeigt der Mensch, dass das uns wichtige Bedürfnis- und Wertebedeutung unerfüllt, unbefriedigt und unbeachtet ist bzw. nach Erfüllung und Befriedigung ruft. Es geht jedoch nicht darum, dass alle Bedürfnisse erfüllt werden. Das ist nicht möglich. Es geht darum, dass alle Bedürfnisse gesehen und ausgesprochen werden. Das erleichtert für den ersten Moment enorm.
  6. Gefühle haben dann eine negative Valenz, weil etwas fehlt oder frustriert ist. In einem Konflikt sind wir in Wahrheit oft enttäuscht (von uns selbst), traurig bis tief verletzt oder wir haben Angst vor Konsequenzen, wollen das aber nicht fühlen oder wahrhaben. Die anderen könnten das als Schwäche bezeichnen. Die Bandbreite der echten Gefühle und ihre Erregungskurve kann bei jeden Konflikt sehr unterschiedlich ausfallen. Das Bedrohungssystem - die Schmerzmatrix - ist je nach Bedeutungsinhalt und Beziehung mal mehr oder weniger stark aktiviert. Der Schmerz will von Menschen, die sich abgeschnitten haben, nicht gefühlt werden oder sie können ihn gerade nicht fühlen, deshalb reagieren diese Menschen mit "Sauersein", "Genervtsein", Rache, Wut bis Verachtung.
  7. Gefühle sind die Resonanz für das unerfüllte Bedürfnis. Das Fürsorgesystem ist das größte emotionale System mit dem wir in Resonanz gehen. Denn hauptsächlich sind es Bedürfnisse aus dem Fürsorgesystem (Bindungssystem), die frustriert werden (Verbundenheit, Gemeinschaft, Gruß). DOCH auch Bedürfnisse aus dem Antriebssystem können unerfüllt sein (Weiterentwicklung). Natürlich gibt es auch noch andere Systeme (Gleichgewichts-, Wahrnehmungssysteme usw.), die für den Menschen überlebenswichtig sind und die dazu beitragen können, dass sie sich so fühlen, wie sich sich gerade fühlen. Doch Gerade im sozialen Miteinander sind wir sehr schnell frustriert und im empathischen Stress, wenn Bedürfnisse aus dem Fürsorgesystem bedroht sind. Ohne den Schmerz der Traurigkeit oder der Verzweiflung zu fühlen, würden die Menschen nicht merken und spüren, welche Bedürfnisse bzw. welche kollektiven oder individuellen Werte, die ihnen in der jeweiligen Situation von emotional wichtiger Bedeutung sind, unerfüllt geblieben sind oder schlicht und einfach missachtet / nicht-erkannt, nicht-gesehen und nicht-gehört wurden. 
  8. Das konstruierte "unbewusste Gefühlsgedächtnis" macht uns gefühls- und bedürfnisblind. Wir wissen oft nicht, warum wir so oder so fühlen oder so reagieren und warum wir uns so „komisch“ fühlen. Was genau bedeuten diese "gemischten Gefühle"? Die Frage ist: Was können wir bewusst tun, um diese gemischten Gefühle in echte Gefühle zu transformieren? Welche Ersatzgefühle benenne ich ständig, um nicht die echten und stimmigen Diskrepanzgefühle zu fühlen und zu äußern?
  9. Gefühle sind von Glaubenssätzen bestimmt. Welche Glaubenssätze bestimmen diese Gefühle? Welche Gefühlsbotschaft hast du als Kind verinnerlicht?
  10. Auch alexithymischen Menschen kann geholfen werden. Was brauchen Menschen, um Gefühle erst einmal wieder zuzulassen, weil sie alexithymisch geworden sind? Alexithymie wurde in Lektion 4 behandelt.
  11. Gefühlsbewusstsein braucht Training. Es braucht ein achtsames Resonanz-Bewusstsein weil die Emotionen, Gefühle, Werte und Bedürfnisse tief im limbischen System und in den Basalganglien verankert sind, während die bewussten Gefühle im Parietal- und Frontallappen (Stirnhirn) repräsentiert werden. Wir müssen nicht nur die stimmigen Diskrepanzgefühl fühlen lernen, sondern zum Teil auch die Wohlfühlgefühle kultivieren. Viele Menschen sagen mir, ich kenne höchstens 5 Gefühle, dann hört es auf. Natürlich haben sie ein intuitives Wissen darüber. Aber sie benutzen die Sprache der Gefühle kaum im Alltag. "When you not use, you loose."
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Verinnerliche folgende Meta-Sätze:

Ich werde mir meine Emotionen und Gefühle bewusst, weil ich es will.
 Ich weiß, der Schlüssel zu meinen Emotionen und Gefühle ist die Bewusstwerdung.
 Ich übersetze meine Emotionen und Gefühle in positive Absichten und Motive.
 Ich kann verschiedene Variationen von Emotionen und Gefühle wahrnehmen.

  Ich kann mein Emotions- und Gefühlsvokabular erweitern.
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1.4 Die Übertragung von Gefühlszuständen

Die Gefühlszustände übertragen sich über das Resonanzneuronensystem von Mensch zu Mensch durch die empathischen Areale (Insula ...). Menschen können bei einer hohen Empathie, wenn sie zu sehr leiden, sich abgrenzen lernen, damit sie nicht allzu sehr die Emotionen und Gefühle der anderen übernehmen. Viele berichten, dass sie dann wie verschwinden und ganz beim anderen sind. Sich empathisch abgrenzen zu können bzw. es zu lernen, ist dann ein Segen.

Wie werden Gefühlszustände übertragen?

  • Der Körper strahlt die Resonanzenergie aus. 
  • Gute Laune, Lächeln, Begeisterung, Wohlbefinden … ist übertragbar.  
  • Der Stress, die Angst und der Schmerz auch. Gerade die verurteilenden Sekundärgefühle sind sehr leicht übertragbar. Jemand ist wütend / sauer und ich werde auch wütend / sauer.
  • Wenn ich etwas aus einer guten Laune heraus sage, sende ich eine andere Botschaft, als wenn ich etwas mit schlechter Laune sage. Dann ist die Wirkung meiner Sprache, Gestik und Mimik eine andere. Das Priming bei mir und beim anderen ist dann fröhlicher und verbindener.
  • Wenn die Lehrer müde sind, werden die Schüler auch müde.
  • Wenn wir begeistert und entflammt sind, dann begeistern und entflammen wir auch andere.
  • Alles was du heute bist und fühlst, ist das Resultat deiner Gedanken, Gefühle und deines Verhaltens in der Vergangenheit.
  • Demnach ist alles, was du morgen sein wirst, das Resultat dessen, wie und was du heute denkst und fühlst und so wie du heute handelst. Wie ist heute deine Gefühlsvoraussage für morgen?
  • Entscheide dich täglich für gute Gefühle und gleichzeitigt auch für die Annahme der Unwohlfühlgefühle (stimmigen Diskrepanzgefühle) sowie für eine positive Sichtweise auf die Vergangenheit, dann kommen die positiven Wohlfühlgefühle täglich immer mehr und mehr an die Macht. Anteilnahme ist wichtig, jedoch ohne zu leiden (Mitgefühl).
  • Der positive innere Zustand bringt mentale und psychische Gesundheit hervor.
Welche Gefühle trainierst du GERADE? 
Sind es eher die konstruktiv-stimmigen oder die destruktiv-unstimmigen? 
Bist du dir dessen bewusst, welche Gefühle du nach innen wie nach außen sendest?
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Verinnerliche folgende Meta-Sätze:

  Ich entscheide mich, mehr gute Emotionen und Gefühle in mein Leben einzuladen.
  Es sind nicht die Emotionen an sich, die wir als konstruktiv-stimmig oder destruktiv-unstimmig bezeichnen und interpretieren, sondern es sind die Beziehungen, die wir zu den beiden Emotionen haben, die sich dann als destruktiv erweisen können. Selbst wenn du konstruktive Emotionen hast, erlaubst du sie dir? Oder sagst du: "Ach so gut, war ich auch wieder nicht!"
  Emotionen und Gefühle sind der Stoff der lebendigen Farben in unserem Innenleben. Wenn alle Farben da sein dürfen, dann wird aus allen Farben weiß (Reinheit der Gefühle). Wenn sie nicht da sein dürfen, dann wird daraus schwarz (das sind die noch nicht betrachteten und inkludierten Gefühle).
  Ich kann mein Verstand nutzen; ich kann innehalten, um mir meiner Emotionen und Gefühle bewusst zu werden. Diese Kompetenz habe ich. Ich habe Gefühlserkennungskompetenz.
  Ich finde über die Primärgefühle heraus, was ich in Wahrheit möchte. Somit erkenne ich auch meine Glaubenssätze und finde den Weg zu einer Lösung, die eine Veränderung erlaubt.
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2 Was sagt die heutige Forschung?


Emotion ist ein seltsames Wort. Fast jeder denkt, er versteht, was es bedeutet, bis er versucht, es zu definieren. Dann behauptet praktisch niemand mehr, es zu verstehen.“ 

Wenger, Kones und Jones 1962, S. 3 „Everyone knows what an emotion is, until asked to give a definition.“ Fehr und Russel 1984, S. 464.


  Warum sind viele Emotionen erst einmal unbewusst?


Auf viele Reize reagieren Menschen tatsächlich unbewusst. Lt. Joseph Le Doux "denkt die Evolution an uns." Die Amygdala und weitere Bereiche aus dem limbischen System registrieren einen erschreckenden Anblick, noch bevor dieser im Großhirn bewusst wird.

Die Amygdala gibt die Signale an den schnellen Weg zum Hypothalamus weiter, um unverzüglich bei Gefahr reagieren zu können. Doch vieles ist nicht so gefährlich, wie unser Unbewusstes dachte. Es wird niemals so heißt gegessen, wie gekocht wird. 

Wissenswertes: Sobald wir in Gefahr sind, reagieren wir schon. Wenn wir uns erschrecken, dann durchlaufen wir beide Wege, welche die Amygdala nehmen kann. Einmal den direkten und sehr schnellen Weg zum Hypothalamus und dann folgt erst der zweite Weg über die Neocortex und die Entspannung setzt ein: "Das war ja zum Glück nichts Schlimmes." Wir freuen uns dann, dass der Schreck "umsonst" war. 

Vieles was in den 1960er Jahren erforscht wurde, z. B. die Basisemotionen nach Paul Ekman verlieren heute immer mehr ihre Gültigkeit. Die Theorie der konstruierten Emotionen nach Lisa Feldman Barrett setzt sich immer mehr durch und wenn ich selbst nach 17 Jahren Seminarerfahrung zu diesem Thema zurückblicke, dann kann ich Barrett nur zustimmen. 

Jeder entwickelt Emotionen und Gefühle anders und es gibt auch eine Unterscheidung im Ausdruck. Die Universalitätsthese stimmt nicht. Wir können Wut spüren, ohne dass der Puls steigt. Jeder zeigt Freude, Wut, Angst, Traurigkeit anders und der Interpretationsspielraum der Emotionen und Gefühle ist immens. Sie ist kaum in eine vollständige Liste zu fassen, weil jeder anders interpretiert: "Ich fühle mich wie Abwaschwasser" habe ich neulich gehört. 

Das Bildungsinstitut für Empathie hat innerhalb von 10 Jahren über 1000 Gefühlsworte identifiziert. Das angehende Projekt im Juni 2024 mit 20 pädagogischen Fachkräften "Die Gefühlsmatrix verstehen - Ich fühle, also bin ich" wird weitere Erkenntnisse liefern. 

2.1 Unterschied von Emotion und Gefühl

 
William McDougall (Entwicklung der Theorie des Instinkts) hat schon 
1923 auf die Unterscheidung von Emotion und Gefühl hingewiesen. 


Gefühle sind das subjektive Erleben und die subjektive Interpretation eines Reizes oder einer Situation, während die Emotion der Oberbegriff dahinter ist bzw. nach Tania Singer die unbewusste Vorstufe eines später interpretierten Gefühls. 

Nicht jede Emotion aus dem limbischen System wird dem Menschen bewusst. Es kommt auf die Intensität (Erregungsgrad) und auf die unbewusste Erfahrungsbewertung an, ob sie über den Thalamus in die Neokortex sprich in das Bewusstsein aufsteigt. 

Die Mimik und Gestik ist jedoch von der Emotion (Körperantwort) und der später einsetzenden Gefühlsinterpretation abhängig. Emotionen und Gefühle sind nicht vorprogrammiert, sondern von uns "konstruiert" und können keinen verlässlichen Gesichtsausdruck zeigen. Menschen können auch ihre Emotionen gut verstecken, so dass keiner sie sehen kann.

Der Versuch der Definitionen nach Schmidt-Atzert und Peper


1. Emotion

Eine Emotion ist ein qualitativ näher beschreibbarer Zustand, der mit Veränderungen auf einer oder mehreren der folgenden Ebenen einhergeht: Gefühl, körperlicher Zustand und Ausdruck.

2. Gefühl

Ein Gefühl ist ein Zustand, der von der betroffenen Person selbst qualitativ näher beschreibbar oder benennbar ist. Aus der Beschreibung bzw. Benennung muss für andere hervorgehen, dass es sich um einen emotionalen und nicht um einen anderen Zustand handelt.

Der Neurowissenschaftler António Damásio an der University of Southern California unterscheidet zwischen Emotionen und Gefühlen: Emotionen, sagt er, seien körperliche Reaktionen, die auf einen Reiz folgen und nach außen sichtbar sind; Gefühle hingegen entständen, wenn das Gehirn die Reaktionen des Körpers analysiert und bewusst wahrnimmt. 

Gefühle sind also schon die Analyse und jeder analysiert je nach Kontext und Sozialisation und erlernten Sprachmuster anders. 

Emotionen werden im limbischen System oft als körperlicher Zustand generiert, das nicht dem Bewusstsein untersteht. Sie werden als Ausdruck sichtbar (Mimikmikroresonanzen). 

Wir sehen den Ekel im Gesicht, auch wenn der Mensch nicht zeigen will, dass er sich vor einer Aussage geekelt hat. Erst das Hinzuschalten der Hirnrinde macht die Gefühle dem Menschen bewusst. 

Dennoch sprechen viele Menschen, wie sie sich fühlen, ohne ein Bewusstsein zu haben, welche Gefühlsworte sie tatsächlich benutzen und wie diese beim anderen wirken. "Ich fühle mich verkannt." - "Ich fühle mich vorgeführt." - "Ich fühle mich gequält." - "Ich fühle mich wie zerschlagen!" ...

Wir können lernen, die interpretierten Emotionen als Gefühl emotional intelligent-stimmig und authentisch auszudrücken. Wer dieses Wissen besitzt, hat den 6er im Kommunikationslotto.

Teilweise sind es schreckliche Sätze nach innen wie nach außen. Wenn den Menschen die Worte gespiegelt werden, dann sagen sie oft: "Was, das habe ich gesagt? Das habe ich nicht gesagt!" Es fehlt ihnen das Bewusstsein über die Wirkung der Gefühlsworte, die überwiegend unstimmig-unangebracht ausgedrückt werden. 

Die stimmig-interpretierten Gefühle sind eher verbindend-authentisch und gehen mit uns selbst und mit den anderen Menschen in eine positivere Resonanz als die unstimmig-sozial-unangebrachten-interpretierten Gefühle: "Ich fühle mich zerstört, ungesehen, nicht-gewollt, nicht-respektiert, zertrampelt und ungehalten. Ich fühle mich provoziert. Ich fühle mich wie Luft-" ... siehe weitere beim Gefühlskompass oder die Gefühlskarten, bzw. die Gefühlsschnecke, die Teilnehmer entworfen haben.

Zurück zur Theorie: Bei Ekman und Damásio sind die Emotionen angeboren und sie produzieren ein von außen beobachtbares körperliches Verhalten (Körperantwort). Sie beruhen auf Empfindungen bzw. auf den VORbewussten interpretierten Gefühle. Die unbewussten Emotionen oder die vorbewussten Gefühle werden bewusst später in der Reflexion entsprechend interpretiert (entweder stimmig-authentisch-angebracht oder unstimmig-nicht-authentisch und unangebracht). Sobald Menschen ein Bewusstsein darüber entwickeln, verändert sich vieles.

Diese wissenschaftliche Haltung, dass Emotionen wie Wut angeboren sind, ist jedoch schon längst überholt. Lisa Feldmann Barrett, Neurowissenschaftlerin, die 30 Jahre zu Emotionen geforscht hat und mehrere Meta-Studien analysierte, hat den Beweis erbracht, dass Emotionen nicht-universell und nicht-angeborenen sind, da diese durch die Umwelt vom Menschen konstruiert werden. 

Mehr dazu im Projekt: "Die Gefühlsmatrix verstehen: Ich fühle, also bin ich." Diese Erkenntnis hat eine andere Praxisbedeutung als die Vorstellung, dass die Wut nun mal angeboren sei und wir könnten sie höchstens nur zähmen oder wir können schließlich nichts dafür, dass wir in bestimmten Situationen wütend werden. 

Sie behauptet, dass wir der Architekt unserer Emotions- und Gefühlserfahrungen sind und wir jederzeit neue Voraussagen über den gewünschten Emotions- und Gefühlszustand treffen können. Mehr dazu in der hochgeladenen PDF am Ende der Lektion bzw. in der überarbeiteten Präsentation: Der Gefühlskompass - Die Bedeutung emotionaler Intelligenz.

Manche Emotionen und Gefühle ermöglichen Schutzstrategien gegen Gefahren von außen. Diese Schutzstrategien werden nicht immer stimmig-authentisch ausgesprochen und auch das Verhalten ist oft sozial-inadäquat. Menschen können lernen, ihre Gefühle stimmig-authentisch und angebracht-emotional intelligent zu kommunizieren. 

Was ist eine Emotion?

Die Emotion wird als eine innere körperliche Bewegung - die somatische E-Motion bezeichnet (zittern, spürbare Hitze im Körper, ein Beben am Mundwinkel, ein Schauer läuft über den Rücken, einen Kloß im Hals, ein Ziehen in der Magengrube usw.) bezeichnet. 

Was ist ein Gefühl?

Das Gefühl hingegen wird als die geistig-rationale Reaktion verstanden. 

Das Gefühl, ist unsere interpretierte Emotion bzw. wie ich bewusst über die präfrontale Kortex die Emotion, die sich körperlich bemerkbar machte, interpretiere. Oft interpretieren Menschen unstimmige und seltener stimmig - über das offene Herz.

Es gibt auch die Halsgefühle - das sind die Dazwischengefühle - wir nennen sie "Opening-Heart-Gefühle", weil sie so langsam das Herz öffnen. Die Enttäuschung ist in Wahrheit die Trauer der Seele. Die Menschen sagen: ich bin enttäuscht, überfordert ..., weil sie ihr wahres Gefühl noch nicht sagen wollen. Doch das Halsgefühl ist dem Herzen näher als der Verstand. Ansonsten würden die Menschen evtl. sagen: Ich fühle mich vereimert. Ich fühle mich auf den Arm genommen ... usw.

Halsgefühle sind also noch nicht im Herzen angekommen, aber sie sind auf dem Weg dorthin und sie wirken beim Gegenüber weniger unstimmig. Kommt ein Halsgefühl unstimmig an, kann es immer noch in ein Herzgefühl umgewandelt werden.

Es ist oft der aktuelle Gemütszustand, der das konkrete stimmig-authentische (echte) Gefühl z. B. des Traurigseins, des Ängstlichseins, des Fröhlichseins und Erleichtertseins bzw. hervorruft. Selbstverständlich gibt es in der Intensität noch Variationen. "Ich fühle mich etwas traurig oder zu Tode betrübt", "Nun bin ich schon etwas erleichtert." 

Je nach Schmerzwahrnehmung (Interozeption) und erlernter Erfahrung interpretieren bzw. konstruieren viele den aktuellen Gemütszustand unstimmig und das kann die Reaktion des Ärgers, des Sauerseins, der Wut, der Rache und des Hasses bzw. des Ekels bis zur Verachtung hervorrufen.

Bedauerlicherweise werden in der Forschung 
Emotion und Gefühl oft als „Synonyme“ verwendet: „feeling“, „emotion“ und „affect“. 


Die Unterscheidung liegt jedoch in "emotion / affect" und in "feeling / cognition" (wie spreche ich die Emotion bewusst aus?). "Ich bedauere ..." wäre stimmig, jedoch "Ich rege mich darüber auf - das geht mir auf den Kecks!" wäre unstimmig, weil die Kommunikation dann weniger verbindend wirkt und die unstimmigen Gefühlsäußerungen zu mehr Konflikten und Missverständnissen führen als erwünscht.

Auch interessant und bestätigt die These, dass die Reaktionen von Emotionen angeboren sind
Katzen ohne Hirnrinde können durchaus Emotionsausdruck zeigen, indem sie fauchen und versuchen zu kratzen. Dies demonstrierte der Physiologe Walter Cannon (1871 − 1945) bereits in den 1920er Jahren. Ob Angst, Freude oder Hass empfunden wird, hängt davon ab, welche Bereiche des Cortex aktiv sind. Siehe auch: www.dasgehirn.info

Lisa Feldman Barrett würde hier von "core affect" sprechen. Core affect sind Grundstimmungen und wirkungen, die aus dem Körper des Kleinkindes stammen. Es sind noch keine Bedeutungen hinterlegt.

Babys können über die Physiologie ihres Körpers einfache Emotionen wie Gelassenheit, Aufregung, Missmut, Anspannung, Unbehaglichkeit ... ausdrücken. Doch diese einfachen Emotionen sind noch keine bewussten Gefühle.

Es sind nur grundlegende Zusammenfassungen des Körperzustandes (core affect), wie bei einem Barometer. Es sind noch keine vorhersagbaren Schlüsse, die durch die Umwelt kommen.

Laut Barrett sind Gesichtsausdrücke zur Erkennung von Emotionen nicht zuverlässig und aussagekräftig genug, da sie stark vom Kontext und der individuellen Interpretation abhängen. Sie sind noch nicht reflektiert. Sie sind nur eine allgemeine Stimmung oder Erregung. Sie bewegen sich entlang zweiter Dimensionen: Valenz und Erregung.

Wiederholung der Definition Valenz.

Valenz ist die subjektive Einschätzung eines Ereignisses oder Reizes. Es ist die emotionale Qualität, die sich von angenehm bis unangenehm erstrecken kann.

1. Valenz (angenehm bis unangenehm) 
2.
Erregung (hoch bis niedrig). 

Diese Dimensionen kombinieren sich, um eine Vielzahl von Gefühlszuständen zu erzeugen.

Grundlage für Emotionen: 
Core affect bildet die Grundlage für die Konstruktion von spezifischen Emotionen. Das Gehirn interpretiert diese grundlegenden affektiven Zustände in Verbindung mit situativen Kontexten, Erinnerungen und kulturellen Einflüssen, um komplexere Emotionen zu erzeugen.

Bewusstheit und Interpretation: 
Während core affect selbst oft unbewusst ist, können Menschen diese affektiven Zustände durch kognitive Prozesse und soziale Interaktionen bewusst wahrnehmen und benennen, wodurch spezifische Primäremotionen wie Freude, Trauer, Angst entstehen, die dann bewusst entweder primär-verbindend oder sekundär-trennend (oft) interpretiert werden.

Beziehung zu Emotionen: 
Valenz spielt wie berichtet eine wichtige Rolle bei der Konstruktion spezifischer Emotionen. Ein hohes Maß an positiver Valenz ist in der Regel mit Emotionen wie Freude, Dankbarkeit, Liebe, Verbundenheit, verbunden, während eine hohe negative Valenz mit Emotionen wie Schmerz oder Angst assoziiert wird, die zu Wut, Manipulation und andere Reaktionsmuster führen.
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2.2 Emotion ist unbewusst – Gefühl ist bewusst

1. Emotion: unbewusst (Amygdala, Insula, TPJ, Hypothalamus und Hirnstamm)

2. Gefühl: vorbewusst und bewusst (orbitofrontaler, parietaler und cingulärer Cortex)

Weitere Wörter, die in Bezug auf Emotionen und Gefühle verwendet werden, sind: Wohlbefinden, Stress, Empfindungen, Emotionsausdruck, Spüren, Fühlen, Stimmungen (moods), Interpretationsgefühle, Pseudogefühle, Als-ob-Gefühle, Ersatzgefühle, Sekundär- und Primärgefühle, angebrachte und unangebrachte Gefühle, konstruktive und destruktive Gefühle (Begriff, den ich nicht vertrete), stimmige Diskrepanzgefühle (Herzgefühle) und unstimmige Diskrepanzgefühle (Kopfgefühle), vorbewusste oder Dazwischengefühle (Halsgefühle), abwehrende und abgewehrte Gefühle (Schulz von Thun) …

Der Satz: Wie geht es dir? zeugt mehr von einem Emotionsprozess als von einem Zustand. 

Besser wäre zu fragen: Wie fühlst du dich? Eine wichtige Resilienzquelle, die in der Positiven Psychologie beim PERMA-Modell trainiert werden sollte, ist: "Ich fühle ..." Ich fühle alle meine Gefühle ... Ich fühle mich ... Ich fühle, dass es gut wird ... usw. Das P beim PERMA-Modell steht für Positiv Emotion!

Durch Achtsamkeit, Atemtechniken und durch die Entscheidung bewusster zu „empfinden“, zu „fühlen“ und zu „spüren“ können die Menschen lernen, ihre inneren Zustände besser somatisch-emotional zu beschreiben. Sie finden eher Worte für ihre Gefühle oder Symbole, Bilder, Töne, Namen ... Es fühlt sich an wie ... Es kann auch nur ein Etwas sein, was ich noch nicht beschreiben kann. Das ist schon mal den ersten Schritt das limbische System aufzuwecken. Es braucht die Innenschau, um festzustellen, welchen Zustand (states) wir gerade wahrnehmen. Es braucht der Annahme, auch wenn es gerade etwas weh tut. Es braucht die Inklusion aller Gefühle und es hilft, die Hand auf die Körperstelle zu legen, die gerade schmerzt und den Gedanken dazu zu sagen: Es ist o.k., dass ich dieses Gefühl spüre. So lernen Menschen nach und nach eine zunächst unbewusste Emotion in ein bewusstes Gefühl auszudrücken. Wenn sie erstmal die Worte dazu haben, dann finden sie auch ein Weg aus dem Gefühl in die Freiheit hinaus. 

In allen meinen Seminaren wird klar, dass den Menschen das passende Gefühlsvokabular fehlt. Die wenigsten kennen den Unterschied zwischen Primär- und Sekundärgefühl. Denn, wie schon erwähnt kann das Gefühl stimmig-angebracht oder unstimmig-unangebracht in der Kommunikation ausgedrückt werden. 

Es werden oft irgendwelche Gedanken ausgesprochen "Ich habe das Gefühl, dass der andere mich nicht will" oder es werden dazu die schönsten Geschichten erzählt, anstatt das echte Gefühl spüren zu wollen, um es im nächsten Schritt auch auszudrücken. Selbstverständlich liegt das daran, dass Menschen glauben, Gefühle zu zeigen, sei Schwäche. Doch genau das Gegenteil ist der Fall.

Stimmige Gefühle zu lernen, auszudrücken, bedeutet dem Geheimnis einer gelingenden und verbindenden Kommunikation auf der Spur zu sein. Es bedeutet seine eigene gestrickte Gefühlsmatrix zu durchschauen.

Gerade weil viel Menschen diesen wichtigen Unterschied nicht kennen gehen Beziehungen oft in die Brüche. Die Menschen wundern sich, dass die Beziehungen oft "schwierig" sind und von viel Leid, unaufhaltsamer Schmerz und Trennung definiert sind. Wenn es allzu toxisch wird, suchen die Menschen sich unbewusst die nächste toxische Beziehung. Es ändert sich erst, wenn der Mensch, sich seiner echten Gefühle bewusst wird und auch bereit ist, diese zu transformieren.

Glaubenssatz:
Wenn ich heile, dann heilst du auch!

Ein emotionaler Zustand kann durch die Dauer, durch den Zeitpunkt des Beginns und des Endes sowie durch den Verlauf beschrieben werden. 

Wenn der Beginn des emotionalen Zustandes nicht klar ist, kann eine Latenzzeit bestimmt werden. Latenzzeit: Die Aktion ist verborgen und wird erst durch die Reaktion deutlich. 
Beispiel: Wir ärgern uns heute über den unfreundlichen Briefträger, sagen aber nichts. Erst Tage später werfen wir ihm vor, was er alles falsch gemacht hat, während dieser völlig verdutzt aus allen Wolken fällt. Oder wir treffen jemand anderes, der viel weniger unfreundlich als der Briefträger ist und weil es schon das zweite Mal heute vorkommt, bekommt der andere es ab. Oft sind es diejenigen Menschen, die scheinbar schwächer als wir selbst wirken. 

Allein schon dieser Gedanke ist unstimmig! Wer authentisch lebt, nutzt die Schwäche anderer nicht aus.

Wie kann die Latenzzeit noch genauer beschrieben werden?

Wir haben je eine Schüssel mit heißem und kaltem Wasser. Tauchen wir z. B. zuerst die Hand in heißes Wasser (Latenzzeit), werden wir nicht gleich die Eiseskälte im kalten Wasser spüren. Ohne Bewertung des Reizes keine Emotion: Wenn etwas kalt ist, wird sofort auf das kalte Wasser reagiert. Emotionen sind jedoch von den äußeren Rahmenbedingungen ebenso abhängig. Physischer und psychischer Schmerz haben jeweils eine Latenzzeit.

2.3 Wie hängen Kognition und Emotion zusammen?


Das Gefühl ist in den Verstand eingebaut und nicht umgekehrt. Unstimmige (sekundäre) Diskrepanzgefühle werden durch Denkprozesse ausgelöst, bei denen aus gespeicherten Repräsentationen sensorische Vorstellungsbilder erzeugt werden. Diese lösen über die Amygdala und das zugehörige Schmerzzentrum unbewusste Körperreaktionen aus. Diese unbewussten Körperreaktion sind primär, nur wir drücken sie oft nicht aus, weil wir es in der Vergangenheit nicht gelernt haben. Viele haben gelernt Emotionen zu unterdrücken, sie zu vergraben oder zu überspielen. 


Der Kreislauf von Emotion zu Kognition: Durch die Rückmeldungen des autonomen Nervensystems (Sympathikus und Parasympathikus) werden die Emotionen dann in Form von Gefühlen über den Gyrus Cinguli vorbewusst und bewusst über die präfrontale Kortex. Doch auch wenn sie uns schon bewusst sind, ist es immer noch eine achtsame-rationale Entscheidung, sie auch auszusprechen. Entweder in Form von somatischen Emotionen und im Idealfall in Form von stimmigen Diskrepanzgefühlen oder Wohlfühlgefühle.

Die Emotionsforschung spricht von einem „Drei-Systeme-Prinzip“ und dies macht die Beschreibung einer Emotion mit dem interpretierten Gefühl sehr komplex. 


Das Drei-Systeme-Prinzip besagt, dass Emotionen und Gefühle anhand der verbalen Beschreibung (Kommunikationsmuster), des beobachtbaren Verhaltens (Verhaltensmuster) und physiologischer Reaktionen (Körperantworten) festgestellt werden können. 

Es sei eine Messung auf allen drei Ebenen notwendig, da die Affekte und Reaktionen jedes einzelnen Systems allein nicht ausreichen, um eine Emotion umfassend zu definieren. 

Dieses Prinzip kann jedoch nicht verallgemeinert werden, da Personen durchaus ein anderes Verhalten zeigen, als sie fühlen. Emotionen nicht zu zeigen, obwohl wir sie fühlen, macht den Menschen Stress. Jemand der gelernt hat, seinen Ärger und seine Wut nicht zu zeigen, wird ein angepasster „Lieb-und-Gut-Mensch“ nach außen hin spielen. Es braucht schon Mimikmikroresonanz-Fertigkeiten, um dies zu erkennen. Doch auch kulturell (Asien) kann es gelernt sein, Emotionen nicht zu zeigen. Auch länger anhaltende Stimmungen können unterdrückt werden, weil Anpassung gewünscht oder der Mensch auf Anerkennung angewiesen ist und sich deshalb anpasst. Das kann zu psycho-somatischen Störungen führen oder Menschen reagieren unbewusst oder bewusst passiv-aggressiv. Sie haben nicht gelernt, ihre Emotionen und Gefühle auszudrücken, doch sie machen es ständig subtil mit Vorwürfen. "Ah, bist du auch schon da?" Zu passiv-aggressiv hat Verena König ein Video gedreht, dass ich im Literaturverzeichnis verlinke.

Hinweis: Eine Stimmung unterscheidet sich von einer Emotion, weil sie als eine Art von „Dauertönung des Erlebens“ bezeichnet werden kann (vgl. Schmidt-Atzert und Peper in Emotionspsychologie: Ein Lehrbuch.)
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3 Unterscheidung stimmige und unstimmige Diskrepanzgefühle

Sollte dir die Unterscheidung nicht gleich klar sein, lass dich nicht entmutigen. Alle weiteren Fragen klären wir im Präsenzmodul oder in den Zoom-Sessions (RESCUE  -Trainer-Circle).

Ich proklamiere folgende Haltung: ALLE GEFÜHLE SIND GUT. Wenn ich die unstimmigen fühle und annehme, dass ich gerade so denke oder fühle, dann erst bin ich bereit, das unstimmige Gefühl nochmals in ein stimmiges Gefühl herunter zu dividieren.

Die unstimmigen Diskrepanzgefühle unterscheiden sich nach Schulz von Thun unter Heranziehung der Positiven Psychologie in zwei Gruppen:
  1. Stimmig-angebrachte Diskrepanzgefühle (Herzgefühle): Herzgefühle (Primärgefühle). Diese werden oft abgewehrt und nicht gefühlt, obwohl die Emotion da ist. 
  2. Unstimmig-unangebrachte Diskrepanzgefühle (Kopfgefühle): Kopfgefühle (Sekundärgefühle). Im Alltag werden hauptsächlich die vermeintlich "destruktiven" und unstimmigen Diskrepanzgefühle geäußert, was zu vielen Konflikten führt. 
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Verankere die Meta-Sätze:

 Ich unterscheide immer mehr und mehr stimmige von den unstimmigen Diskrepanzgefühlen.
 Je mehr Wohlfühlgefühle ich habe, umso mehr Empathie und Mitgefühl kann ich entwickeln.
 Ich weiß, dass Mitgefühl zu entwickeln, und besonders, wenn sie danach handeln (starkes Mitgefühl leitet sich von einem starken Selbstmitgefühl ab), die höchste Form des Glücksgefühls ist. Ich mache andere glücklich, deshalb bin auch ich glücklich (Transzendenz). Denn, wenn du deine Zugspitze erreicht hast, feiere, steige hinunter und zeige anderen den Weg zur Zugspitze. Das ist pures Glück.
 Ich weiß, dass Mitgefühl die Belohnung in sich trägt.
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3.1 Gefühle sind interpretierte Emotionsformen

Wann immer ein Ereignis oder ein Auslöser passiert, wird interpretiert - ob positiv, stimmig oder unstimmig. Die Frage ist, wie wir es tun und welche Strategie wir haben, es anders zu tun? Wie gut sind wir schon in der Gefühlsrefamingskompetenz? 

Die Kopfgefühle sind unstimmige und unauthentische Ersatzgefühle, Sekundärgefühle, Pseudo- und sozial-unverträgliche Interpretationsgefühle, die andere dazu bringen, ebenso unstimmig in Resonanz zu gehen (aufgrund der empathischen Areale und Spiegelneuronen) sowie auch nicht-adäquate Reaktionen in Form von Schuldzuweisungen, Rechthabereien und vom "Ich-bin-jetzt-sauer-Gesicht" bis zu Rache und Hass und vielem mehr. Es gibt unstimmige Diskrepanzgefühle wie Sand am Meer, während die stimmigen sich auf einige wenige authentisch-wahrheitsgemäß beschränken. 

Menschen gehen beim Aussprechen solcher unstimmiger Gefühle selten in eine stimmige, emotionale Resonanz oder in die kognitive Nachvollziehbarkeit einer Sache oder einer Situation, sondern eher in den Angriff und sogar in Konkurrenzverhalten. Je nach Beziehung kann es dennoch möglich sein, dass der andere gut versteht, wenn jemand sagt: „Ich fühle mich von dir überrollt, klein- und plattgemacht.“ 
Für die stimmige, Inklusive Kommunikation ist es dennoch nicht empfehlenswert, Kopfgefühle zu senden und auch bei Halsgefühlen sollten wir gut aufpassen, wie sie beim anderen ankommen. Kopfgefühle werden oft auch mit „nicht“ ausgedrückt: „Ich fühle mich nicht wertgeschätzt.“ oder mit negativen Vergleichen. Auch hier gilt es, nochmals das unstimmige Gefühl in ein stimmiges zu übersetzen, damit die Kommunikation eine Chance des Gelingens hat.

3.2 Vier Gefühlserkennungsmerkmale nach der Inklusiven Kommunikation, 
die von Emotionen ausgelöst werden

Die Inklusive Kommunikation unterscheidet vier Gefühlsarten, die von den Emotionen ausgelöst werden können:
  1. Die Wohlfühlgefühle sind positive und freudebringende Herzgefühle. Sie sind ansteckend und meistens wohlwollend – es sei denn, sie arten zu lange in Euphorie aus. Es gibt Menschen, die glücklich gestimmte Menschen nicht ertragen können. Wohlfühlgefühle lösen Freude und Zufriedenheit in uns aus, weil wir unsere Motive eindeutig spüren und sie zufriedenstellen können.
  2. Die stimmigen Diskrepanzgefühle lösen, wie der Name schon sagt, eine Diskrepanz bzw. eine Ambivalenz - ein Unwohlsein aus. Sie gehen, je nach Typus (Empathizer oder Systemizer) fast immer in die emotionale Resonanz beim Gegenüber und werden in der Psychologie auch Primärgefühle genannt. Es ist wichtig, im Training das Gefühl hinter dem Gefühl zu verbalisieren. Wie das genau funktioniert, wirst du in der Praxis detailliert über viele Trainingsresonanzmethoden, wie die Empathieleiter, erfahren. Unwohlgefühle kommen deshalb zustande, weil oft mehrdeutige unerfüllte Motive in uns vorhanden sind, durch die Schmerzmatrix repräsentiert werden. Je nach bewusst gewordener Körperantwort wird stimmig-angebracht oder unstimmig-unangebracht interpretiert. Menschen können lernen, ein Bewusstsein darüber zu bekommen, wie sie ihre Emotionen als Gefühle interpretieren, weil sie dadurch mit anderen in unterschiedliche Resonanzen gehen. Unstimmige Gefühle bringen mehr Unfrieden hervor, während stimmige eher Kompromisse finden.
  3. Die Halsgefühle sind Mischgefühle bzw. Opening-Gefühle, die schon den Kopf etwas verlassen haben, doch noch nicht ganz im Herzen angekommen sind. Sie sind stark beziehungsabhängig und können in eine verbindende Resonanz gehen. Wenn nicht, können sie nochmals in Herzgefühle herunterdividiert werden. Ein Halsgefühl ist z. B. „Ich fühle mich überfordert.“ Das ist noch kein echtes Herzgefühl, dennoch versteht jeder die Überforderung des Verstandes. Sagt jemand ständig, dass er sich überfordert fühlt, kommt die emotionale Resonanz nicht mehr an und das Gegenüber antwortet vielleicht mit: „Dann such dir einen anderen Job!“ Das Halsgefühl wird vom Gegenüber dann in einen Gegenangriff umgeleitet. Die Dazwischengefühle können also, je nach Beziehung und Situation (tagesabhängig), entweder als Herz- oder als Kopfgefühl gefühlt, erlebt und gesendet werden. Der scheinbar unscheinbare Satz: „Ich bin überfordert!“, kann als Herz- und als Kopfgefühl verstanden werden. Wenn jemand ständig überfordert ist, kommt dieses Überforderungschemata in der Regel beim anderen unstimmig an. Auch bei den Gefühlen zählt: Auf die richtige Dosis (Mittelwert) kommt es an. Wenn jemand ständig sagt: "Ich bin so verletzt", hat er vielleicht ein Leidmuster und braucht Unterstützung, um das erfahrene Leid zu verarbeiten.
  4. Die unstimmigen Diskrepanzgefühle sind Verschleierungsgefühle und Ersatzgefühle. Wir nennen sie auch Undercover oder Neurotic Feelings. In der Psychologie werden sie auch als sekundäre Diskrepanzgefühle bezeichnet. Wir wollen nicht fühlen und sagen, wie es uns wirklich geht bzw. manche Menschen haben die echten Gefühle nicht einmal gelernt. Sie sind distanziert und wirken unberührbar. Die unstimmigen Diskrepanzgefühle sind "Als-OB-Gefühle" oder "Ich-habe-das-Gefühl- dass-Gefühle": „Ich fühle mich so, als ob man mir auf die Knochen gebissen hätte.“ – „Ich fühle mich, als ob ich gleich die Krise bekomme.“ – „Ich fühle mich als Opfer.“ - "ich habe das Gefühl, dass ich gleich durchdrehe ..." … 

    Komponenten von unstimmigen Ersatzgefühlen findest du im folgenden Kapitel.
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3.3 Komponenten von unstimmigen Diskrepanzgefühlen

  1. Verhaltens-, Gedanken- und Kommunikationsmuster werden von Kindern schon unbewusst mit 2 ½ Jahren übernommen. Deshalb ist es für eine gesunde Entwicklung wichtig, darauf zu achten, WIE gesprochen wird. Jedes Wort hat seine Schwingung, seine Wirkung, sein Priming und seine Resonanz. Es ist für die Folge des Verhaltens relevant, welche Emotionen und Gefühle (herzstimmig oder mental-interpretativ-unstimmig) kommuniziert werden und darüber braucht es ein neues gesellschaftliches Bewusstsein jenseits der Psychologie- und Psychotherapiebranche u. ä. Berufe, die dieses Wissen schon zum größten Teil haben.
  2. Ebenso sind der Ton, die Mimik und Gestik ausschlaggebend, ob die Kommunikation gelingt, weil die körperlichen Komponenten eine große Rolle in der Beziehungsbotschaft spielen. Was du sagst, ist nicht entscheidend für eine gute Beziehung, wenn das Gesagte deinen Bedürfnissen entspricht und du bei dir bleibst und sie stimmig ausdrückst. Es ist entscheidend für die Beziehung, wie, in welchem Ton und in welcher Stimmig- oder Unstimmigkeit du es sagst.
  3. Unstimmige Diskrepanzgefühle sind oft negative Glaubenssätze und Überzeugungen: „Ich fühle mich zu nichts zu gebrauchen.“ bzw. mentale Interpretationen und Schuldzuweisungen. Der andere ist schuld und die Menschen übernehmen dann kaum Verantwortung für ihre Emotionen und Gefühle und für ihre Bedürfnisse. Ein weiteres Beispiel ist der Gefühlsglaubenssatz: „Ich fühle mich klein.“ Da erkennt fast jeder, dass dies kein Gefühl, sondern ein negativer stark limitierter Glaubenssatz ist. Frage dich bei dem Gedanken, wenn du dich klein fühlst: "Wie fühle ich mich wirklich, wenn ich mich klein und unbedeutend oder sogar wertlos fühle?" Das Gefühl hinter dem unstimmig-interpretierten Gefühl zu spüren, ist die Andeutung zum gesucht echten Gefühl. Dies ist der erste Unterschied, welcher den feinen Unterschied in der Kommunikation ausmacht. Wenn du so reflektierst, wirst du für die Zukunft andere Voraussagen treffen. Hauptsächlich stimmige Diskrepanzgefühle wie: „Ich bin etwas betrübt, weil ich mir eine Lösung gewünscht hätte“ führen dazu, dass der andere eher in die Nachvollziehbarkeit der Sache, in die Empathie oder in die herzliche Verbindung geht und uns sogar mitfühlend unterstützt.
  4. Unstimmige Diskrepanzgefühle sind in der Regel Anschuldigungen: "Der fühlt sich überheblich, arrogant, ignorant … wie ein König …" Anschuldigungen machen viele Menschen oft „aggressiv“ und es entsteht die Haltung: „Der soll mir noch einmal mit etwas kommen!“ oder „Wenn der mir nochmals in die Finger kommt, der kann er etwas erleben!“
  5. Es sind auch erlernte Hilflosigkeiten: „Ich fühle mich unbeholfen!“, ist oft eine gelernt negative Interpretation. Auch hier ist es ratsam, nochmals das Gefühl des Unbeholfenseins herunterzubrechen. In der Regel ist der Mensch über sich selbst enttäuscht, weil er die Dinge selbst hinbekommen möchte: Bedürfnis nach Wachstum, Selbstwirksamkeit, Effektivität und Entwicklung ... könnten unerfüllt sein.
  6. Unstimmige Diskrepanzgefühle sind Nicht-Sätze. 
    Ich spreche gerne von: Nicht-Gefühlen (siehe die Auflistung im nächsten Kapitel). Davon gibt es wie Sand am Meer.
  7. Alle Sätze die entwertende Gedanken enthalten: „Ich habe das Gefühl, dass …“ – „Ich habe das Gefühl, mich zu rächen zu müssen …“ – „Ich habe das Gefühl, dass ich verabscheut und verachtet werde.“ – „Ich habe das Gefühl, dass ich gleich kotze.“
  8. Unstimmige Diskrepanzgefühle brauchen also nochmals eine Übersetzungsleistung und können jederzeit mit stimmigen Gefühlen subsummiert werden. 
  9. Unstimmige Diskrepanzgefühle sind Worte, die trennend wirken. Es wird nach Carl Rogers empfohlen, das Gefühl hinter dem Gefühl zu identifizieren und zu finden. 
  10. Bei den „unstimmigen Gefühlen“ ist es wichtig, diese in ein stimmiges Diskrepanzgefühl (Herzgefühl), zu reflektieren und undercover zu gehen: Es braucht jedoch die Gefühlsbereitschaft dazu: „Was ist das stimmige Herzgefühl hinter dem unstimmig-interpretierten Gefühl (Kopfgefühl / Sekundärgefühl / Pseudo-Gefühl)?“ Wiederholung: Vereinfacht gesagt und gefragt: Was ist das Gefühl hinter dem Gefühl? 
  11. Es gibt auch die Geschichtenerzähler über diese Ersatzgefühle: „Ich habe das Gefühl, dass ich mich wie beim Wettlauf mit Hase und Igel fühle.", "Egal wo ich hinkam, mein Ex war immer vor mir da.“ – „Ich fühle mich wie ein Suppentopf, aus dem jeder etwas rausnimmt und nichts wieder reintut.“ ... Finde weitere Gefühls-Geschichten.
  12. Unstimmige Diskrepanzgefühle sind Degradierungen, die oft gedankenlos geäußert werden: "Ich fühle mich besch … Ich fühle mich vera … Ich fühle mich untergeordnet …" Jedem ist das logisch, dass diese Formulierungen keine Gefühle sind, dennoch werden sie immer wieder im Alltag benutzt. Die Menschen wundern sich dann, dass die Kommunikation misslingt. 
  13. Unstimmige Diskrepanzgefühle sind glückshinderliche Gedankenassoziationen: „Ich fühle mich nicht entsprechend meiner Kompetenzen adäquat behandelt.“, „Ich habe das Gefühl, mich dem gegenüberstellen und ihm eine reinhauen zu müssen, weil …“, „Ich fühle mich zwischen den Stühlen!“ (kann stimmig ankommen!), „Ich fühle mich nur als Ersatz.“ ... „Ich fühle mich unterlegen.“, „Ich fühle mich am Boden zerstört.“, „Ich fühle mich an den Pranger gestellt.“, „Ich fühle mich in die Ecke gedrängt.“, „Ich fühle mich getrieben und gehetzt.“ … All diese Formulierungen sind noch harmlos im Vergleich zu dem, was der bunte Alltag uns an gedanklichen und kommunikativ-negativen Interpretationen und Glaubenssatzmustern bringt.
  14. Unstimmige Diskrepanzgefühle liegen den Menschen leider schneller auf der Zunge als die stimmigen. Adultistisches Verhalten (siehe Lektion zu Adultismus) ist selbstverständlich und sogar zum Teil gesellschaftlich akzeptiert: „Sei still und halt endlich den Mund!“ Adultistisches Verhalten ist durchsetzt von unstimmigen Diskrepanzgefühlen. Sie verletzen den Menschen selbst und ihre Mitmenschen. Selbstverletzung ist ein verinnerlichter Adultismus: „Ich fühle mich unfähig und nutzlos. – Ich fühle mich ausgepresst wie ein Zitrone.“
  15. Fremdverletzung ist ein veräußerlichter Adultismus: „Ich fühle mich von dir über den Tisch gezogen!“ Hier ist der andere schuld. Beispiel: „Ich fühle mich ignoriert von dir!“, "Ich fühle mich enttäuscht von dir!" Was steckt z. B. hinter der gefühlten Ignoranz? Genau diesen leichten, vielleicht auch nur süßen Schmerz wollen viele Menschen eben nicht fühlen und das ist Teil des Leides in der Welt. Gerade das stimmig-echte Gefühl dahinter ist die Herausforderung. Die Inklusive Kommunikation mit ihren acht Schritten (Empathieleiter) lehrt Primär- von Sekundärgefühlen zu unterscheiden und zu kommunizieren. Würden wir das Gefühl hinter der Ignoranz kommunizieren: „Ich bin enttäuscht, weil ICH (nicht weil Du) mir die Einhaltung der Vereinbarung gewünscht hätte. Könnten wir morgen nochmals darüber sprechen?“, wäre diese Formulierung eine andere Botschaft an uns selbst und an das Gegenüber. Der Teufelskreis wäre eher durchbrochen und die Kommunikation geht in eine konstruktivere Richtung. Es wäre vielleicht der Sechsertreffer im Kommunikationslotto.
  16. Unstimmige Diskrepanzgefühle führen zu destruktivem Verhalten, zu Rückzug, zu Blockaden, zu Abwehr, zu Kontaktvermeidung aber auch sehr oft zu Angriffen. Es widerspricht dem, was wir in Wirklichkeit aufgrund der Tatsache, dass wir soziale Wesen sind, wollen.
  17. Sind oft Herablassungen und Vorführungen: Z. B. wenn wir andere bloßstellen und vorführen, manipulieren und herabsetzen, erniedrigen.
  18. Erlernte Hilflosigkeit: Ja, ich bin schuld.
Sich zu entscheiden, die stimmigen Gefühle hinter den unstimmigen Gefühlen zu erkennen, zu fühlen, sie anzunehmen und wenn für den Kompromiss oder den Konsens erwünscht, sie auch zu kommunizieren, ist Potenzialentfaltung und Ressourcenaktivierung. Die Welt wird dann in mir und außerhalb von mir friedlicher, harmonischer und zufriedener. Wir werden zu Friedensstifter. Wir müssen uns nicht mehr verurteilen und mit anderen kämpfen. Wir sehen die Welt realistischer, so wie sie ist, ohne sie zu überziehen. Wir haben dann die Wahl, ob wir so oder so reagieren wollen oder nicht. Dies ist schon mal ein großer Gewinn für ALLE. Im Wort ALLE sind wir selbst eingeschlossen. Jeder ist seines Gefühls Schmid. 
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3.4 Ausdruckseigenschaften und Hilfestellungen für das Erkennen von für unstimmigen Diskrepanzgefühlen

Generell gibt es keine allgemeingültige Regel. Dennoch gibt es ein paar Hinweise, welche Gefühlswörter eher unstimmig bei anderen ankommen. 


Viele Wörter, z. B. mit der Silbe „ge“: "Ich fühle mich ausgenutzt.", "Ich fühle mich gestört.", "Ich fühle mich alleingelassen.", "Ich fühle mich ausgegrenzt." ...

Alle MISS-Gefühle: "Ich fühle mich misshandelt, missbraucht, missverstanden, misstrauisch ..."

Weitere unstimmige Silben werden auf den folgenden hochgeladenen Bildern bewusst gemacht. 

Schaue dir die Beispiele zu den unstimmigen Diskrepanzgefühlen an und mache dir Notizen. Wenn du dir "unsicher" bist, ob es stimmig ist oder nicht, dann bringe deine Frage in das Präsenzseminar mit oder sprich mit deinem RESCUE -Mentor oder in deinem RTC-Circle darüber. 

Ob etwas stimmig oder unstimmig ankommt, liegt auch manchmal am Gegenüber, wie das Gefühl bei ihm in Resonanz geht. Hat es eine positive oder eine negative Valenz? Selbst ein stimmiges Gefühl kann unstimmig beim anderen ankommen. Dann einfach ein anderes ausprobieren. Als Gefühlsexperte, der die Gefühlsmatrix immer besser versteht, hast du die Wahl der Entscheidung. Hauptsache die Kommunikation gelingt und der andere versteht dich wenn nicht aus dem Herzen, dann wenigstens aus dem Verstand oder ihr werdet euch einig, dass ihr euch gerade uneinig seid und dennoch in Beziehung bleibt. Die Liebe sollte immer größer als die interpretierte Resonanz, denn diese kann täuschen.

3.5 Umgang mit unstimmigen Diskrepanzgefühlen


Die unstimmigen Diskrepanzgefühle werden vom Trainer oder vom Trainee erkannt und nochmals auseinanderdividiert und heruntergebrochen. 


Oft folgt ein unstimmiges Diskrepanzgefühl nach dem anderen. Die nachfolgenden unstimmigen und oft abwertenden Diskrepanzgefühle sollten eher in der Kommunikation vermieden werden. Keiner geht in die Empathie, wenn wir denken oder sagen: „Ich fühle mich veräppelt von dir!“ Erstaunlicherweise erwarten die Menschen dennoch Empathie!

Unstimmige Diskrepanzgefühle zeigen nicht den Weg zu den Werten, Bedürfnissen, Zielen, Kompetenzen, positiven Absichten …, sondern sie sind nicht mehr und nicht weniger eine negative Strategie bzw. eine erlernte Art und Weise, um sich der Frustration Luft zu machen. 


Diese negative Strategien werden gerade durch unerfüllte Bedürfnisse ausgelöst oder durch mangelnde Absichtserklärung und Willenskraft. Menschen haben in der Regel mehr negative als positive Strategien der Bedürfniserfüllung im Laufe ihres Lebens entwickelt. Diese sind an glückshinderliche Glaubenssätze gebunden, die den Menschen ebenso unbewusst sind. Deshalb ist die Welt durchzogen von Leid und Krieg. Ausschwitz war ein Beispiel dafür, wozu Menschen fähig sind, wenn sie die Empathie und das Mitgefühl verlieren und aufhören zu fühlen und wenn sie aufhören, auf ihre wahren kollektiven Bedürfnisse (Gemeinschaftswerte) zu hören.

Die stimmigen Diskrepanzgefühle sind die Autobahn zum Bedürfnis bzw. zu den Werten, die uns wichtig sind. Diese müssen dann nur noch positiv kommuniziert werden (positive Wertekommunikation). Menschen können psychisch krank werden, wenn sie ihre Emotionen und Gefühle nicht fühlen und sogar leugnen, weil sie gleichzeitig dann auch nicht ihre Bedürfnisse, Werte, Stärken und Ressourcen kennen und leben.

Stimmige wie unstimmige Diskrepanzgefühle können mit dem Selbstempathieprozess in Wohlfühlgefühle transformiert werden. Alles hat zwei Seiten. Auch die unstimmigen Diskrepanzgefühle haben eine schöne Seite. Ich lerne sie durch diese Übersetzungsleistung kennen. Das innere gewaltige Monster wird zu einem schönen freundlichen Monster. Unstimmige in stimmige und dann in Wohlfühlgefühle durch Identifizierung des Bedürfnisses + Umsetzungskraft ergibt das exzellente Wohlfühlgefühl, das wir uns zum Teil jeden Tag aufs Neue generieren müssen. Es ist wichtig, es wie eine Pflanze zu kultivieren. Immer dann, wenn es uns verloren geht, sollten wir es umsorgen und kultivieren. Deshalb ist es wichtig, achtsam zu bleiben, um so für die eigene eudaimonische Glückswirksamkeit zu sorgen (siehe Eudaimonie, Modul 5, Lektion 1).


Wir sind soziale Gefühlswesen und wir brauchen anderen Menschen. Die anderen Menschen sind von unserer Art zu fühlen abhängig. Sei im Gefühl des Seins. Halte das Gefühl des Seins. Sei dir voll deiner Gefühle bewusst. Sei dir bewusst, dass Gefühle kommen und gehen. Spüre diesen Fluss ... halte ihn bis er von selbst weiterfließt.
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Verinnerliche folgende Meta-Sätze:

 Ich kultiviere meine konstruktiven Gefühle.
 Ich öffne mein Herz mit meinem klaren Verstand und werde mir meiner Gefühle bewusst.
 Ich öffne mein Verstand und bekomme dadurch mehr Weisheit über meine Emotionen, Gefühle, Bedürfnisse und mein Sein.
 Ich verändere meine Glaubenssätze in Bezug auf Emotionen und Gefühle. 

  Gefühle sind nicht peinlich, sondern natürlich: Ich habe einen Zugang zu all meinen natürlichen Gefühlen.
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3.6 Komponenten von stimmigen Diskrepanzgefühlen

Stimmige Diskrepanzgefühle sind Herzgefühle und deshalb auch Primärgefühle mit stimmigen Resonanzen, die der Verbindung und der Lösung dienen. Sie stammen entweder aus der Angstfamilie, aus der Schmerzfamilie oder aus der Irritationsfamilie. Stimmig und passend eingesetzt wirken Gefühlsworte magisch.

  • Stimmige Diskrepanzgefühle haben verbindende Kräfte und wollen gefühlt werden. Der Verstand ist sich der stimmigen Gefühle voll bewusst und hört zu. Er bleibt bei diesem Gefühl, ohne es zu verdrängen und bewerten zu wollen. 
  • Wenn Menschen durch Bewusstsein sie in Konflikten aussprechen, dann verletzen sie weniger als die adultistischen, unstimmigen Diskrepanzgefühle. Sie sind weniger angreifend, nicht-anschuldigend, nicht verurteilend und weniger negativ-interpretativ.
  • Menschen können dann auch eher Wohlfühlgefühle äußern: "Ich würde mich freuen, wenn wir Zeit hätten über den Konflikt von gestern zu sprechen."
  • Die Erfahrung zeigt, dass die Menschen mit stimmigen Diskrepanzgefühlen (Aktivierung der Empathie auf der insulären Kortex) weniger in Angriff oder in Rückzug gehen. Auch Menschen, die gelernt haben "einzufrieren", können lernen über ihr stimmiges Gefühl zu sprechen: "Ich fühle mich ohnmächtig." Dadurch, dass Gefühle in der Tat in der Kommunikation benannt werden, gehen wir sogar in den inneren Abstand zu diesem Gefühl und können es besser regulieren.
  • Durch die stimmigen Gefühlen können andere die Situationen kognitiv besser nachvollziehen und verstehen (ToM). Deshalb erhalten wir dann auch mehr Verständnis von anderen sogar bei unterschiedlichen Meinungen, weil der andere auch unsere Perspektive nachvollziehen kann.
  • Stimmige Diskrepanzgefühle wirken positiver und heilsamer. Es sind positive Gefühlsworte, obwohl unsere Bedürfnisse zunächst unerfüllt sind. Es ist erstmal nur wichtig, die Gefühle zuzulassen (Selbstempathie), auch wenn sie in uns ein Unwohlsein oder eine Diskrepanz / Ambivalenz und Uneinigkeit auslösen. Es ist salutogen, diese Gefühle wahrzunehmen und anzunehmen, um später das frustrierte Bedürfnis zu entdecken. "Ich fühle mich unsicher, weil ich WAS brauche?"
  • Weiteres Beispiel: Wenn wir eine innere Verzweiflung spüren, ist das gut und richtig, weil wir dadurch merken, dass wir uns vielleicht nur nicht entscheiden können. Erst wenn wir unsere Verzweiflung wahrnehmen, fühlen und annehmen (inkludieren), werden uns die unerfüllten Bedürfnisse bzw. die verletzten Werte eher bewusst. Bedürfnisse und Werte sind den Menschen oft unbewusst und es braucht etwas Anstrengung und Achtsamkeit, um sie zu erkennen und etwas Willenskraft, um sie zu formulieren oder Schritte einzuleiten, sich die Bedürfnisse zu erfüllen (strong Selfcompassion).
  • Sobald die Bedürfnisse den Menschen bewusst werden, können wir etwas unternehmen, um die empfundene innere Verzweiflung zu beenden (Prozess des Selbstmitgefühls). Wer fühlt, was er braucht und dann noch in positiver Weise etwas unternimmt, sorgt für Erleichterung und kann besser innerlich frei reagieren - hormonell wird wieder mehr Dopamin, Serotonin und besonders Oxytocin ausgeschüttet.
  • Stimmige Diskrepanzgefühle sind demnach in der Regel für beide Seiten konfliktlösend und gewinnbringend. Beide Seiten gehen eher in einigender Resonanz. Es werden schneller Kompromisse und Konsense gefunden. Auch Lösungslosigkeiten und Blockaden werden anerkannt.
  • Wiedergutmachungstendenzen werden durch stimmige Gefühle aktiviert: Es tut uns leid, wenn wir etwas gesagt oder getan haben, was den anderen verletzen oder enttäuschen könnte. Dennoch verbiegen sich gefühlsbewusste Menschen nicht. Menschen sind eher gewillt, uns zu vergeben, wenn sie den Wunsch nach Wiedergutmachung aussprechen. Denn zu einem Konflikt gehören immer noch zwei.
  • Es braucht am Anfang etwas Mut, um stimmige Gefühle auszudrücken, besonders wenn Menschen es nicht gewohnt sind, oder Gefühls-Glaubenssätze vertreten wie: „Gefühle sind peinlich - Niemand hat es zu interessieren, wie ich im fühle.“
  • Wenn Menschen lernen, ihre stimmigen Gefühle auszudrücken, empfinden sie das Gefühl einer inneren Stärke, gerade weil sie sagen können: "Das hat mich emotional betroffen oder verletzt. Ich möchte, dass wir es gut lösen." Sie empfinden sich als offener und lebendiger.
  • Eine nun ausgebildete RESCUE  -Trainerin hat mir berichtet. "Ich fühle mich nicht mehr so, als ob ich in Watte gepackt wäre. - Das Leben fühlt sich viel freier und verbindender an. - Andere Menschen lächeln mich einfach auf der Straße oder beim Einkaufen an. Diese Erfahrung hatte ich früher fast nie, weil ich wohl eine andere Ausstrahlung hatte."
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Verankere den Meta-Satz:
 Ich liebe meinen empathischen Schmerz.
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3.7 Beispiele von stimmigen Diskrepanzgefühlen

In der folgenden Tabelle stehen Erfahrungswerte aus der positiven und humanistischen Psychologie, wie Gefühle stimmig ausgedrückt werden können. Sie macht Optimierungsvorschläge. 

Für die stimmige Resonanz in Gestik, Mimik und Haltung ist trotz der Optimierung jeder selbst verantwortlich. Wenn wir bspw. astrein kommunizieren, die Haltung jedoch etwas anderes sagt, dann nützen die schönsten Optimierungsworte nichts. 

Die Tabelle ist nicht vollständig und keine Garantie, dass die Kommunikation immer gelingt. Sie kann jederzeit mit individuellen Wortkreationen noch ergänzt werden.
Schmerzfamilie

Spektrum und Variationen: 
Von etwas betrübt oder enttäuscht sein bis hin zu tiefster Traurigkeit und Weltschmerz ist alles dabei.
 
  • Ich bin voller Schmerz. 
  • Es tut mir im Herzen weh.
  • Ich fühle mich traurig. Ich bin traurig.
  • Ich empfinde große Traurigkeit, wenn ich ...
  • Ich bin enttäuscht. 
  • Ich bin bedrückt. 
  • Ich bin betrübt.
  • Ich bin enttäuscht, weil ich ... (jedoch nicht sagen: Ich bin enttäuscht von dir).
  • Ich bin verzweifelt. Ich fühle mich am Rande der Verzweiflung.
  • Ich bin betroffen, es tut mir weh, wenn ich das höre …
  • Ich fühle mich verletzt (bitte nicht gekränkt sagen oder ich bin beleidigt, das kommt in der Kommunikation oft unstimmig an).
  • Allein sein – dahinter steckt der Schmerz! Das Alleinsein kommt stimmig an, da jeder nachvollziehen kann, wenn sich jemand allein fühlt. (sich einsam fühlen, leer, ausgelaugt sein können nochmals heruntergebrochen werden) 
  • Der Unterschied ist jedoch, wenn wir sagen: „Ich fühle mich alleingelassen“, keiner hilft mir … usw. Das kommt in der Kommunikation oft unstimmig an.
  • Sich frustriert fühlen kann ebenso nochmals heruntergebrochen werden in der Kommunikation, jedoch auch ohne weiteres gut ausgesprochen werden, da diese Frust-Formulierung sehr häufig verbindend vom anderen aufgenommen wird.
  • Innerlich unruhig sein
  • Ich fühle mich unwohl.
  • Ich habe Langeweile (positiv – „lange Weile“)  zum Unterschied: Ich fühle mich gelangweilt (negativ … der andere ist Schuld, dass ich mich langweile)
  • Schüchtern sein, zurückhaltend sein (Gefahr der Entwertung des Wertes Zurückhaltung) 
    Die Gefühle werden über überzogene Werte kommuniziert, was nicht unbedingt selbstwertsteigernd ist.
  • Sich wie durch den Wind fühlen …  
  • Wenn Gefühle kommuniziert werden, die unser Zögern und Durcheinander ausdrücken, dann begegnet uns weniger Angriff, dennoch gibt es dafür kein allgemeingültiges Rezept. Doch eine Empfehlung kann helfen, erste Erfahrungen zu machen, wie die stimmigen Gefühle beim anderen aufgenommen werden.

    Sonstige somatische Gefühle:


  • Ich bin müde / erschöpft. 
  • Ich fühle mich lustlos.
  • Ich bin schwach.
  • Ich fühle mich etwas krank 
    (sich schwach aufgrund von körperlicher Beschwerden fühlen).
  • Ich fühle mich kraftlos.
  • Ich fühle mich matt.
  • Ich fühle mich etwas platt.
  • Ich fühle mich zitterig.
  • Ich habe Bauchschmerzen.
  • Ich habe einen Kloß im Hals ...

    Wohlfühlgefühle:


  • Positiver Stress ist Eustress und macht glücklich und zufrieden. Es gibt tausende von positiven Gefühle, die ebenso kultiviert werden wollen.

Angstfamilie

Spektrum und Variationen: 
Von etwas ängstlich sein über Angst, Furcht, Sorge, Schreck und Schock ist alles dabei.

  • Ich bin unsicher, wie ich es machen soll.
  • Ich fühle mich ängstlich. Ich bin ängstlich. 
  • Ich habe Angst.
  • Ich bin schockiert oder erschrocken; jedoch nicht: ich bin geschockt oder entsetzt – Diese Formulierungen könnten unstimmig beim anderen ankommen! Selbst bei den stimmigen Gefühlen wie „erschrocken“ – kann der andere sich schuldig fühlen – das vermittelt die Vorsilbe „er“. Immer in der jeweiligen Situation nachspüren, wie es beim anderen ankommt.
  • Ich fühle mich etwas bange.
  • Ich bin in Sorge.
  • Ich fühle mich starr und steif.
  • „Ich war wie eingefroren“ … kann kommuniziert werden. Kaum jemand tut uns da mehr was! Wenn nicht, ist er gefühlsblind und wir sollten empathisch aus dem Kontakt gehen. Es ist jedoch wichtig, das wahrzunehmen und wieder aus der Sekundenstarre auszutreten.
  • Perplex sein
  • Überrascht sein
  • Positiv alarmiert sein (leichter Stress).
  • Ich bin nervös.
  • Ich bin unsicher. Ich fühle mich etwas unsicher.
  • Positiv angespannt sein
  • Irritiert und durcheinander sein (Bei dem Gefühl „verwirrt“ besteht die Gefahr, dass kommuniziert wird, dass der andere für diesen Zustand mit verantwortlich ist).
  • Ich fühle mich ambivalent.
  • Ich fühle mich hin- und hergerissen.
  • Ich bin innerlich zwiegespalten.
  • Ich bin im Zweifel.
  • "Ich bin im Stress!" ist anders kommuniziert, als wenn wir sagen: "Ich fühle mich gestresst." Der andere trägt dann irgendwie zu unserem Stress bei.
  • Ich bin hilflos.
  • Ich bin ratlos.
  • Ich bin erschüttert (kann stimmig oder unstimmig sein).
  • Ich fühle mich wie erstarrt. (könnte stimmig aber auch unstimmig ankommen)
  • Ich fühle mich ohnmächtig.
  • Ich fühle mich "machtlos" – ebenso Vorsicht, wie die Ohnmacht ausgedrückt wird: "Ich fühle mich abhängig." oder "Ich fühle mich komplett ausgeliefert." bis „Ich fühle mich versteinert!“ ist alles dabei und das sind erlernte negative Interpretationen, die modifizierbar sind. Manche Menschen sind in Bezug auf Macht negativ assoziiert. Es ist wichtig, Macht positiv zu belegen, damit die Menschen wieder schneller aus ihrer "Ohnmacht" herauskommen.
  • Ich bin bekümmert.

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Male ein Bild mit deinen schönsten Emotionen. Mache ein Bild und sende es mir zu. Du bekommst von mir ein gedrucktes Kartenset mit Wohlfühlgefühlen zugesandt.
Schreibe vier Gefühle um die Kreise und finde weiteren Gefühlsvariationen. Schreibe diese in die kleineren Kreise hinein. Siehe die Beispiele mit dem Gefühl "Interesse" und "Freude".
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Sende mir deine Gefühlsräder per PDF zu und du bekommst von mir die gedruckten stimmigen und unstimmigen Diskrepanzgefühle geschenkt - insgesamt 150!
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Verinnerliche folgende Meta-Sätze:

Ich unterscheide immer mehr und mehr Sekundär- von Primärgefühlen.

Ich fühle auch die Primärgefühle der anderen immer mehr und mehr und kann dadurch besser die Bedürfnisse und die Werte von anderen vermuten und erkennen. 
  Ich bin jederzeit bereit, diese zu korrigieren, denn meine Vermutung kann der Schlüssel für den anderen sein, sein wahres Bedürfnis zu finden.
Ich erkenne immer mehr und mehr das Gefühl hinter dem Gefühl.
 Ich lerne das stimmige Gefühl auch durch Gefühlskarten immer besser von den unstimmigen Gefühlen zu unterscheiden.
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3.8 Erkennungsmerkmale für unstimmige Sekundärgefühle

Verankere den Meta-Satz:
  Ich liebe es Undercover bei mir selbst zu gehen, um herauszufinden, was ich wirklich fühle.


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 Schreibe für dich eine Definition für Emotion und Gefühl auf, nachdem du alles gelesen hast. Bringe sie in das Präsenzmodul mit oder bespreche es im RTC.

 Schreibe für dich positive Glaubenssätze in Bezug auf Emotionen und Gefühle auf.
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3.12 Zehn Emotions- und Gefühlsglaubenssätze

  1. Meine Emotionen sind wichtig. 
  2. Ich achte auf die Emotionen in meinem Körper. Ich achte auf meine Gefühlsinterpretationen aufgrund der Emotion und finde das Gefühl hinter dem interpretierten unstimmigen Gefühl.
  3. Gefühle zu zeigen, ist innere Stärke. Ich fühle immer mehr, dass es so ist.
  4. Ich stehe zu meiner Verletzlichkeit und sage stimmig, was ich fühle und was ich brauche.
  5. Ich bin gefühls- und lösungsorientiert bei Konflikten. Ich kann auch die Lösungslosigkeit stehen lassen.
  6. Jeder Tag, an dem ich nicht intensiv fühle, ist ein vergeudeter Tag. Ich fühle meine Lebendigkeit - ich fühle mein Leben.
  7. Die Gefühle zeigen meine Leidenschaft.
  8. Ich finde immer einen Ausgleich zwischen Gefühl und Verstand.
  9. Meine stimmigen Gefühle sind die Antriebskraft meiner Wirksamkeit und meiner Berufung (Ikigai).
  10. Im Sinn entfaltet sich das ganze sinnhafte Wohl-Gefühl.

Ergänze für dich weitere Glaubenssätze zu Emotionen und Gefühle.
  1. Schreibe negative Glaubenssätze zu Emotionen und Gefühle auf: "Wenn ich Gefühle zeige, bin ich anderen zu viel."
  2. Wie kann ich diese verändern? "Ich reguliere meine Gefühle und bin mit der regulierten Dosis immer richtig. Ich darf auch mal zu viel sein."
  3. Was kannst du tun, um deine Emotionen bewusster zu fühlen und um sie stimmig auszudrücken?
  4. Was kannst du tun, um dir bewusst zu werden, wie du deine Emotionen bewertest?
  5. Frage dich, was die Antwort auf diese Bewusstheit ist?
  6. Wie willst du gerne sein?
  7. Welche psychologische Antwort hast du auf deinen inneren Stress?
  8. Wie ist dein Mindset in Bezug auf Stress - positiv oder negativ?
  9. Von dem bewussten Beobachtungsgrad hängt es ab, wie du dich bei Stress fühlst.
  10. Ergänze 5 x folgenden Satz: Eustress ist gut, weil ...
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Verinnerliche folgende Meta-Sätze:

Ich werde mir meiner Emotionen und Gefühlen immer bewusster und bewusster.

Ich kultiviere verstärkt meine Wohlfühlgefühle.
Ich mache mir die Wohlfühlgefühle zur Gewohnheit.
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Wer die Gefühle
seiner Mitmenschen
wahrnimmt,
lernt auch die eigenen besser
kennen.

Paul Ekman, Autor von 14 Büchern über Emotionen und Prof. für Psychologie an der Universität of California in San Francisco
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4 Kulturübergreifende ethnologische Studien zu Emotionen


Ich möchte darauf hinweisen, dass diese Sichtweise heute in Frage gestellt wird. Dennoch beschreibe ich der vollständigkeitshalber die Thesen, die von Paul Ekman und Friesen (1971) beschrieben wurden. Sie waren bei den Einwohnern des Fore-Stamms in Papua-Neuguinea und haben alltägliche Situationen, zu welchen sie ihnen drei Fotos mit gestellten emotionalen Gesichtsausdrücken präsentierten. Der Kritikpunkt ist, dass diese Fotos überzogene Gefühlsausdrücke darstellten, die durch Anweisung von Ekman von Schauspielern extrem dargestellt wurden. Sie mussten einige Zeit z. B. in einen Wutzustand gehen, damit das Foto echt aussieht. Heute weiß man, dass dadurch, dass wenn wir die Mimik über eine längere Zeit im Ausdruck zeigen, irgendwann auch der Körper darauf reagiert mit Puls, Herzklopfen, Schwitzen oder Bluthochdruck reagiert.

Die Versuchspersonen des Stammes sollten angeben, welches der gezeigten Gesichter am besten zu bestimmten Situationen passt. Ein Teil des Fore-Stamms hatte bis dahin weder visuellen Kontakt mit Menschen aus westlichen Kulturen, noch mit westlichen Massenmedien und konnte daher als völlig isolierte, vom Westen unabhängig entwickelte Kultur betrachtet werden. 

Es zeigte sich, dass die Versuchspersonen die passenden Gesichtsausdrücke gleich gut identifizieren konnten wie Versuchspersonen aus westlichen Kulturen.

Die 6-9 Basisemotionen nach Ekman werden so vorgestellt, wie er sie beschrieben hat, auch wenn manche Aussagen nicht mehr mit den neuen Erkenntnissen der Hirnforschung übereinstimmen. Angelehnt an Joachim Bauer sind Ärger, Ekel, Wut, Verachtung keine Basisemotionen, sondern Reaktionen, die aufgrund von einer Provokation oder Frustration aus anderen Motivationssystemen entstehen können. Die Ergänzungen sind deshalb in Klammern gesetzt. Die Basisemotionen werden von vielen verwendet, deshalb ist das Wissen als Trainer darüber unumgänglich.


  1. Angst
  2. Überraschung
  3. Ärger / Wut / Zorn / Hass (hinter dem Ärger / der Wut usw. verbirgt sich z. B. die Traurigkeit oder der Schmerz der Enttäuschung, weil Werte verletzt wurden oder Bedürfnisse unbefriedigt geblieben sind)
  4. Ekel (Ekel ist erlernt – jeder hat eine andere Ekelgrenze und nicht jeder ekelt sich vor den gleichen Dingen)
  5. Verachtung (oft befindet sich eine tiefe Traurigkeit, Enttäuschung, Verzweiflung und Schmerz dahinter, weil die Achtung fehlt bzw. dem Menschen die Achtung verwehrt wurde oder verwehrt wird)
  6. Trauer
  7. Freude
Ich stelle nun die Thesen von Ekman vor. Diese werden heute stark von Lisa Feldman Barrett kritisiert und hinterfragt. Sie behauptet, dass die Emotionen und Gefühle nicht universell, sondern konstruiert sind.

Lese das Fazit und stelle mit einer Tabelle die These von Feldman Barrett und Ekman gegenüber und bespreche es einfach im RTC-Circle. Die Unterlagen dazu findest du am Ende der Lektion hochgeladen.

Fazit, wie Ekman das sieht:
  • Weltweit gleiche Mimiken verknüpft mit gleichen Gefühlen liegen der Annahme zu Grunde, dass es einen universellen Mechanismus gibt -> Wiedererkennen und Ausdruck sind universell.
  • Gesichtsausdrücke sind aufgrund von Unterschieden bezüglich Auslösern, Darbietungsregeln und Konsequenzen zwar oft kulturspezifisch, doch es gibt auch eine Reihe an kulturübergreifenden Formen des emotionalen Gesichtsausdrucks.
  • Die Auslöser, die das Affektprogramm aktivieren, sind überwiegend sozial erlernt und kulturabhängig (Einfluss der Darbietungsregeln auf mimischen Ausdruck [Maske / Kontrolle]). Die Bewegungen der Gesichtsmuskulatur werden jedoch vom Affektprogramm gesteuert und sind universell. Diese These wird heute in Frage gestellt.
  • Verschiedene Auslöser und Handlungen werden dann zusammen mit Erinnerungen, Bildern, Gedanken etc. als Bestandteile des Erlebens von Glück, Ärger, Trauer usw. gespeichert (kognitiver Vorgang). 
  • Das Erleben von Emotionen mit einem Gesichtsausdruck veranlasst dazu, die entsprechenden mimischen Verhaltensweisen als Ausdruck bestimmter Gefühle zu beschreiben.
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5 Gefühlsimpulse und eine Meditation zu Emotionen

Imaginationen und Meditationen werden in Modul 8, Lektion 8 und z. B. in Modul 2, Lektion 6 - die Angstglockenmeditation ausführlicher besprochen. Dennoch haben wir uns entschieden, schon in dieser Lektion eine Meditation zur Annahme von Emotionen zu veröffentlichen, damit nicht nur der kognitive und emotionale Zugang zu diesem Thema angesprochen wird, sondern auch der köperlich-spirituell-energetisch-holistische Zugang.

Angelehnt ist diese Meditation an Tsoknyi Rinpoche, Autor und Meditationslehrer mit seinen Bildern des „schönen Monsters“, „Mitgefühlstänzer“ und der Aussage: „Glücklich sein, ohne Grund“. Rinpoche verbindet die westliche Forschung mit buddhistischen Praktiken und spricht von "Essenzliebe".

Um in die Meditation einzusteigen, gibt es, lt. Rinpoche, vier Geist-Expressionen: Simple knowing, Thinking mind, Awarness mind, Basic clarity mind. Wir lassen uns nicht in den "basic clarity mind" fallen – das kommt von allein.

Nur den „denkenden Geist“ lassen wir immer tiefer in den Köper fallen, indem wir unsere Augen schließen und uns für die Meditation entscheiden. Die Meditation ist freiwillig und trägt dazu bei, unsere Emotionen und interpretierten Gefühle so anzunehmen, wie sie sind, ohne sie weiter zu bewerten. 


Der nach dem "denkenden Geist" erscheinende "bewusste Geist" lässt alle Emotionen und von uns interpretierten Gefühle fließen und entwickelt eine liebevolle und anerkennende Haltung. 

Der bewusste Geist schickt diese Emotionen nicht weg ... so passiert die Transformation wie von selbst. Am Ende des Textes ist ein Audio hochgeladen ... mache es dir bequem, schließe deine Augen, atme 3 tief ein und aus und beginne mit dem Audio. 

Drehe die Lautstärke so, wie es für dich richtig erscheint. Diese Meditation ist bewusst ohne Musik. Solltest du im Hintergrund Musik wünschen, höre deine Lieblingsmeditationsmusik während des Audios an. Dies hat dann einen höheren Effekt als wenn Meditationsmusik von Dritten ausgewählt wird.

"Schließe deine Augen und entscheide dich, heute für deine Emotionen und Gefühle einfach da zu sein. Atme einmal ein, halte deinen Atem an und atme mit einem leichten Geräusch die Luft langsam wieder aus. 

Fühle die Position, wo auch immer du dich jetzt befindest. Mach es dir bequem so möglich. Werde dir nun deines ganzen Körpers bewusst. Fühle die Schwerkraft deines Körpers. Fühle seine Form, sein Volumen, seine Elastizität …. Atme noch tiefer in den Körper hinein und fühle den Grund deines Körpers …. Fühle das Herz deines Körpers. Fühle die Lebendigkeit deines Körpers. Fühle die Schwingungen deines Körpers. Fühle die Liebe deines Körpers. Fühle das Dasein deines Körpers. Fühle die Umrundungen deines Körpers – wie bei einem imposanten Gebirge … Schau sie dir an. Schau dir deinen Körper an in Rau. Fühle den Körper so, wie er gerade ist. Fühle in ihm. Sei bei ihm. Sei dir deines Körpers nun vollkommen bewusst. Sei dir deines Herzens vollkommen bewusst. Es ist für die Lebendigkeit und für die Schwingung in dir verantwortlich. Schau dein Herz mit einem liebevollen Blick an.  

Fühle das, was du gerade fühlst. Fühle, was ist und entspann dich dabei immer mehr und mehr. 

Atme nochmals tief in den Körper hinein, halte deinen Atem an und mit einem leichten Geräusch atme die Luft wieder langsam aus.

Werde dir nun, so gut du kannst, deiner Emotionen und interpretierten Gefühle bewusst. Sei mit und in der Emotion, dass du jetzt fühlst und spürst und empfindest, was ist. 


Lass alles da sein. Die Emotion ist ein schönes Monster. Vielleicht ist es Scham? Schau dir das schöne Schammonster? Vielleicht ist es Ablehnung? Schau dir das schöne Ablehnungsmonster an. Vielleicht ist es unterdrückter Ärger? Ärger ist die Summe von Frustrationen, von Ängsten und sozialem Schmerz. Sei für diese Emotionen und Gefühle da, die jetzt da sind. Sei für diese schönen Monster da, die sich jetzt zeigen wollen.

Wisse, alle Emotionen, alle interpretierten Gefühle, alle Wahrnehmungen sind gut. 


Alle Emotionen und Gefühle wollen gesehen, gehört, geliebt und wahrgenommen werden.

Alle Emotionen wollen gefühlt werden – durch dich – durch dein Bewusstsein – durch dein Gewahrsein - durch deine Präsenz. 


Der Verstand hört wertschätzend deinen Emotionen zu und die Emotionen hören deinem Verstand zu. Wenn du sie heute liebevoll anschaust, wenn du sie willkommen heißt und nicht wieder wegschickst, dann können sie sich zeigen und fließen, so wie sie sind und so wie es von Natur aus gedacht ist. Sie müssen sich nicht mehr verstecken. Sie sind nicht mehr unterdrückt und verdrängt.

Atme nun nochmals tief ein und aus und fühle jetzt deine Emotionen immer mehr und mehr. 

Fühle, was du fühlst und entspanne immer mehr, desto mehr du noch denkst, dass du nicht entspannen kannst, umso tiefer entspannst du jetzt. Dein denkender Geist wird ein bewusster Geist. 


Geh noch tiefer in den Gedanken hinein, deine Emotionen anzunehmen und zu lieben, so wie sie sind. Werde dir dessen bewusst. Sag „Hallo“ zu ihnen. Rede mit ihnen. Vielleicht haben sie dich noch nie in dieser Weise mit ihnen reden gehört? Vielleicht haben sie noch nie diese wohlwollenden Gedanken deines bewussten Geistes gespürt? Sag:“ Ich liebe dich“ zu ihnen. Sei für deine Emotionen da. Rede mit ihnen liebevoll, anerkennend und voller Liebe und Respekt. 

Du spürst, wie sich alle Emotionen, diese schönen Monster, immer klarer und deutlicher zeigen. Der Verstand versteht jetzt immer besser deinen inneren Schmerz, deine innere Wunde, deine innere Not. Endlich darf der Schmerz darf sich zeigen, so wie er ist. Du bleibst bei ihm. Er fließt in dir hindurch; durch dich hindurch.

Jede Art der Emotion, des bewussten Gefühls, Wahrnehmung – alles darf sein. Sei dir dessen bewusst und wertschätze es.


Verbinde dich mit deinen Emotionen oder mit deinem stimmigen Gefühl oder auch mit einem unstimmigen Gefühl. Alles darf sein. Selbst wenn du die Verbindung zu deinen Emotionen verloren hast, kannst du die Verbindung wieder zulassen und finden … 

Lass dir Zeit.

Sobald du eine Verbindung aufbaust, fühlst du dich wieder lebendiger, friedlicher, entspannter trotz dem Schmerz, der vielleicht in dir ist, trotz der Lücke oder der Leere, die du vielleicht in dir fühlst. Alle Gefühle, die du fühlen kannst, fühle sie jetzt. Wenn du das Gefühl nicht fühlen kannst, du aber eine Art von Gefühl hast, es nicht fühlen zu wollen, auch das ist eine Emotion in dir, die sich gerade zeigen will und es ist o.k. Alles ist o.k.! Lasse dieses Gefühl der Wertschätzung und bedingungslosen Liebe und Güte ebenso gleichzeitig in dir wachsen … das schöne Monster ist kein Monster mehr … es löst sich in Gefühlsschönheit und in Liebe auf.

Vielleicht spürst du aber auch noch ein altes Gefühl in dir. Blocke es nicht. Ignoriere es nicht, was auch immer es ist. Vielleicht ist es ein Verlorensein, eine Angst ausgegrenzt zu sein, Angst nicht gut genug zu sein. Geiz. Neid. Von anderen abgewertet zu sein. Sei heute mit deiner wachsenden liebevollen Güte für dieses Gefühl da. Lege deine Hand auf diese Stelle, wo du die Emotion fühlst. Spüre deine Wärme, deine Liebe und sei heute freundlich zu dieser Emotion oder zu diesen Emotionen und erlebe, wie es sich endlich in dir ausbreiten kann, ohne dass du es unterdrückst, ohne dass du dich mit anderen Gedanken ablenkst.


Fühle das, was ist. Sei liebevoll zu dieser Emotion. Respektiere sie und wisse, dass dieses schöne Monster, das jetzt vielleicht nochmals auftaucht, nicht du bist, denn du bist viel viel mehr. Du bist Gewahrsam. Du bist einmalig. Du bist Liebe. Du bist Sternenstaub. Du bist Vollendung trotz aller Emotionen, die sich in dir verborgen haben.


Erfahre alles, was in dir ist. Lass diese Erfahrung zu, wie es ist, wenn die Emotionen da sein dürfen, wenn sie gefühlt sind. Das Gefühl – das schöne Monster – lächelt dich an und bedankt sich, weil du es sein lässt, weil du es begrüßt und anerkennst. So viel Wertschätzung hat es noch nie von dir erfahren. Du fängst sogar an, es zu lieben aus tiefsten Herzen. Du sagst nicht nur „Ich liebe dich“, sondern du fühlst: Ich liebe dich. Dein Verstand verlässt nun deinen bewussten Verstand und kommt von allein in den klaren Verstand. Du wird immer klarer und klarer, ruhiger und ruhiger wie von selbst. Und endlich schaust du die Emotionen ohne Bewertung an mit einer noch nie dagewesenen Klarheit. Der Verstand weiß plötzlich alles. Er versteht, wie es geht. Er will nicht mehr von seinen Emotionen getrennt sein. Er will sie nicht mehr wegschicken, sondern mit ihnen aus tiefsten Herzen vereint sein. Er will eins sein. Dein Verstand versucht vielleicht zum ersten Mal nicht das bewertete Gefühl und die Emotion zu ändern. 
Es ändert sich von selbst. Du fühlst diese Veränderung. Du bist dir dieser Veränderung vollkommen bewusst. Du bleibst darin verbunden. Du bist tief entspannt und ruhig und gelassen, trotz dieses Gefühls in dir, was auch immer es noch ist. Du bist vollkommen bei dir und schaust die Emotion oder die Emotionen mit deinem liebevollen Blick deines klaren Verstandes an … Du lächelst hinein. Was hat sich geändert?


Atme dieses schöne Gefühl ein. Doch vielleicht kommen noch Erinnerungen hoch zu deiner Emotion? Alles ist o.k. du musst nichts tun, außer dabei zu bleiben und dir dessen mit klarem Verstand bewusst zu sein. Du musst keine Lösung suchen. Du musst nichts reparieren. Du musst nichts optimieren. Es ist ein Gespür von Okayness, ich bin o.k., so wie ich bin, von Frieden, von Leichtigkeit trotz der Wunden, die vielleicht noch in dir sind. Jetzt kannst du sie schwerelos behüten, umsorgen und für sie da sein, indem du gar nichts tust, außer DA SEIN! Deine Aufgabe ist, nur bewusst zu sein, klar zu sein und mit und in diesem Gefühl mitzugehen, mit ihm hindurchzugehen, zu fließen, im Gefühl zu sein - solange es sich wie von selbst ausdehnen will in dir und um dich herum. Fühle alles, was ist, jetzt!


Und je mehr es sich ausdehnt, desto leichter und schöner fühlt es sich an, desto friedlicher wird alles in dir. Die Schönheit des Monsters wird zu wahren und lebendigen Gefühlsschönheit in dir. Du strahlst es nach innen wie nach außen aus … Du regenerierst … Du transformierst. Du veränderst dich im innen wie im Außen – JETZT!
Mache es dir bewusst, es ist dein Geburtsrecht, sich o.k. zu fühlen. Und während du weiterhin bei deinen Emotionen bleibst, fühlst du nun vielleicht auch verstärkt die Funken von Glück und Freude und Enthusiasmus. Es entsteht von selbst, weil du dich auch diesen Gefühlen und Emotionen mit offenem Verstand und offenen Herzen geöffnet hast. Dieses Glück und Wohlbefinden in dir ist bedingungslos vorhanden. Fühle es. Es ist ebenso in dir verborgen. Lass es da sein. Entdecke es. Bleibe bei deinem klaren und bewussten Verstand und bleibe mitten in dem Gefühl des Glücks und der Freude und der bedingungslosen Güte.


Bewusstheit und im Gefühl bleiben sind der Schlüssel zur Gefühlstransformation.


Nimm die Stille der Emotionsbewegungen in dir wahr. Nimm die Stille des Fließens in dir wahr. Nimmt die Farben der Emotionen auf, die in dir auftauchen- Du spürst, wie deine Emotionen nun um die Schwerkraft deines Körpers herum mit Leichtigkeit und Freude fließen. Welche Farben haben deine Emotionen? 


Welche Form haben sie angenommen? Wie genau hat sich deine Emotion oder deine Emotionen durch dein Bewusstsein und Gewahrsam, durch deine Klarheit nun verändert? Nimm diese Veränderung wahr … Nimm diese Verbindung zu deinen Emotionen wahr. Lass dir Zeit … wenn es nur ein Funke Erleichterung ist … nimm es wahr … JETZT!

Wisse, du darfst glücklich und voller Freude sein, ganz ohne Grund. Entwickle diese Weisheit glücklich zu sein, ohne Grund. Du hast ein Geburtsrecht, ohne Grund einfach glücklich zu sein. Du hast ein Geburtsrecht auf Wohlbefinden. Vielleicht kannst du jetzt schon den Wohlschmerz deiner Wunden in deinem Herzens spüren? Er tut so gut gleichzeitig Glück und Schmerz zu spüren. Du bist gleichzeitig auch der Saat deines Mitgefühls für dich selbst. Du bist innere Schönheit und Lebendigkeit. Du darfst alles sein, was du dir erlaubst zu sein – in diesem Moment … Frage dich mit deinem klaren Verstand: Wie willst du sein? Was braucht die Welt von dir? Was ist deine schönste Vision von dir? Was liebst du? Ist es liebevolle Milde? Ist es Rücksicht? Ist es Anteilnahme? Ist es sorgenlose Würde? Ist es die Freude der Schaffenskraft? Ist es die Selbstunterstützung? Ist es das Engagement für eine gute Sache? Willst du dich für mehr Empathie in dieser Welt einsetzen?


Bereite dich nun vor, wieder in der Realität anzukommen. Mit Bewusstsein und mit dem Gefühl auch in der Realität im Gefühl in deiner Emotion zu sein und es annehmen zu können, mit deiner Emotion dabeizubleiben und zu sein, wirst du täglich selbstempathischer, selbstmitfühlender und friedlicher reagieren können. Und eines Tages wirst du mit dem klaren Basisverstand und mit deinem offenen Herzen jederzeit alle Emotionen sofort umarmen können mit deiner liebevollen unendlichen Güte. Denn du hast die vollkommene Bewusstheit darüber und die Weisheit erlangt, Emotionen in dir für die liebevolle unendliche Güte zu befreien.


Eines Tages wirst du ein Mitgefühlstänzer sein für alles, was dir begegnet. Somit kannst du die Welt zum Wohle aller verändern.


Mache nun in deinem Tempo die Augen wieder auf ... und sei bereit für diesen schönen Tag."
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Mitgefühlstänzer
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Verbindende Emotionen und Gefühle im Webinar stärken die Gemeinschaft und machen glücklich.
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Literaturverzeichnis

Berger-Löwenstein, Birgit (2019): EMOTIONALE INTELLIGENZ - Gefühle verstehen: Wie Sie mit Hilfe effektiver Methoden Gelassenheit lernen, Stress bewältigen, Menschen lesen und Schritt für Schritt Ihre Beziehung verbessern Taschenbuch – 9. Oktober 2019.
Izard, Carrol E. (1994): Die Emotionen des Menschen, Eine Einführung in die Grundlagen der Emotionspsychologie, übersetzt von Barbara Murakami, Weinheim: Beltz Verlag, 3 Auflage.
Ekman, Paul (2014): Gefühle lesen. Wie Sie Emotionen erkennen und richtig interpretieren. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2 Auflage.
Barrett-Feldmann, Lisa (2017). How Emotions are Made: The Secret Life of the Brain. Houghton Mifflin Harcourt.
Goleman, Daniel (1997): EQ. Emotionale Intelligenz Taschenbuch – 1. Mai 1997, Friedrich Griese (Übersetzer), München: dtv Verlagsgesellschaft; 2. Auflage. 
Meyer, W.-U., Schützwohl, A., & Reisenzein, R. (1993): Einführung in die Emotions-psychologie (Band I), Bern: Hans Huber.
Petermann & Wiedebusch (2008): Kindheit und Entwicklung, Göttingen: Hofgrede Verlag, ISSN: 0942-5403; eISSN: 2190-6246.
Petermann & Wiedebusch (2016): Emotionale Kompetenz bei Kindern (Klinische Kinderpsychologie), Göttingen: Hogrefe Verlag; 3., überarbeitete Auflage 2016 (11. April 2016). Prof. Dr. Silvia Wiedebusch, Hochschule Osnabrück, Profil Gesundheit und Soziales, – Entwicklungspsychologie –, Caprivistraße 30 a, 49076 Osnabrück, E-Mail: S.Wiedebusch@hs-osnabrueck.de Prof. Dr. Franz Petermann, Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation, der Universität Bremen, Grazer Straße 2 und 6, 28359 Bremen
Scherer, R. Klaus (1982): Emotion as a Process: Function, Origin, and Regulation, Social Science Information.
Scherer, R. Klaus (2005):  What are emotions? And how can they be measured?,Social Science Information.


Quellenverzeichnis 

Ganz aktuell kannst du bei Scobel das Thema "Gefühle verstehen und kultivieren anschauen" - hochgeladen am 14.01.2021. In der Sendung gehen Gert Scobel und seine Gäste der Frage nach, was emotionale Reaktionen von Gefühlen unterscheidet, wie Gefühle entstehen und wie wir lernen können, sie zu nutzen – für unsere körperliche und seelische Gesundheit. Vor allem aber befassen sie sich mit einer unleugbaren Tatsache: Wir können Gefühle kultivieren und sie damit kontrollieren oder verändern. Gibt es also so etwas wie eine "Aufklärung der Gefühle"?

https://www.3sat.de/wissen/scobel/scobel--gefuehle-verstehen-und-kultivieren-100.html

https://www.youtube.com/watch?v=KliAI9umFyY
The University of Waikato
Wie Gefühle gemacht werden von Lisa Feldman Barrett

https://www.youtube.com/watch?v=1F5gEvk5eh0
Verena König zum Thema "Passiv-aggressiv"